Im Gespräch

Donnerstag, 19. Januar 2012

Anpacken statt Nörgeln

Erzbischof Zollitsch ruft Christen zu stärkerem Engagement in der Gesellschaft auf

Das Gespräch ist wichtig: Erzbischof Robert Zollitsch will die Kirche in der Mitte der Gesellschaft. Foto: dapd

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ruft zu einem stärkeren Engagement in der Gesellschaft auf. „Vom Dagegensein allein wird noch kein Hospizverein gegründet, durch resigniertes Schulterzucken keine Umwelt geschützt und keine Jugend in Vereinen betreut“, sagte Zollitsch am 15. Januar in Stutensee bei Karlsruhe. In einer Zeit, in der viel über Gott und die Welt „gejammert, gemeckert, kritisiert und genörgelt wird“, diene dies allzu häufig als Alibi dafür, sich nicht selbst einzubringen.
In einer Gesellschaft, die von Wandel und Unsicherheiten geprägt sei, gelte es, „anzupacken und Zukunft zu gestalten“, damit auch kommende Generationen menschenwürdig leben könnten, so der Freiburger Erzbischof. Die Welt brauche Menschen mit Tatkraft und Gottvertrauen, „die anpacken und sich einsetzen für Würde und Freiheit des Menschen, für Menschenrechte, Toleranz, soziale Gerechtigkeit und Solidarität“. Der Blick in sehr viele Länder der Erde zeige: „Diese Werte sind zerbrechlich, sie werden verletzt, mit Füßen getreten und verspielt. Das müssen wir uns vor Augen halten.“ Zollitsch sprach sich außerdem für ein breites Bündnis für verbindende Werte aus, damit die Gesellschaft nicht auseinanderdrifte.
In der Wertedebatte helfe der christliche Glaube dabei, dass aus Toleranz nicht Beliebigkeit und aus Freiheit nicht Gleichgültigkeit werde, so Zollitsch weiter. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen ergebe sich nicht von selbst: „Unbedarfte Multi-Kulti-Träume zerplatzen schnell an der rauen Realität.“ Es sei eben nicht möglich, grenzenlos tolerant zu sein. Wer seine Positionen vertrete „wie jemand Staubsauger oder Handys vertritt und immer mal Produkt und Firma wechselt, ohne sein Herz daran zu hängen, der wird unglaubwürdig“. – Zollitsch sprach bei einem Empfang des CDU-Stadtverbands Stutensee zum Thema „Christliche Impulse für eine menschenfreundliche Gesellschaft“. (Redaktion)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion

Zurück zum Archiv

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anzeige