Kultur

Donnerstag, 19. Januar 2012

Kulturlandschaft Kurpfalz

Wittelsbacher-Ausstellung in Mannheim 2013 geplant – Teilausstellungen auch in Speyer und Neustadt

Ruprecht aus der Dynastie der Wittelsbacher – hier ein Gemälde im Chor der Neustadter Stiftskirche – war von 1400 bis 1410 römisch-deutscher König und als Ruprecht III. von der Pfalz von 1398 bis 1410 Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz. Foto: Archiv

Rund 150 Wissenschaftler bereiten in Mannheim für 2013/2014 eine große kulturhistorische Ausstellung über die Adelsdynastie der bayerischen Wittelsbacher und ihre fast 600-jährige Herrschaft an Rhein und Neckar vor. Bei der dreitägigen internationalen Tagung in den Reiss-Engelhorn-Museen würden neueste Forschungsergebnisse ausgetauscht, sagte Museumsdirektor und Tagungsleiter Alfried Wieczorek.
Die Wittelsbacher-Schau „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“, die zweite gemeinsame Ausstellung der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, soll von September 2013 bis März 2014 im Museum Zeughaus und im Mannheimer Barockschloss gezeigt werden. Zugleich gebe es zu Einzelaspekten Teilausstellungen in Speyer, Neustadt, Heidelberg und im hessischen Erbach. Anlass des Ausstellungsprojekts ist das 800. Jubiläum der Übertragung der Pfalzgrafschaft an das bayerische Adelshaus.
Mehrere Museen in der Drei-Länder-Region wollten an die Geschichte, Kunst und Kultur der Wittelsbacher Pfalzgrafen und Kurfürsten erinnern, sagte Wieczorek. Rund 30 süddeutsche Städte und Kommunen feiern 2013 das „Wittelsbacherjahr“. Ziel der Ausstellung ist es nach Worten der Heidelberger Historiker Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter, die Entwicklung der Kurpfalz in Mittelalter und Neuzeit zu einer der wichtigsten Kulturlandschaften in Europa darzustellen.
Auch im Deutschen Reich sei die heutige Rhein-Neckar-Region ein zentrales Innovationszentrum des Reiches gewesen, das wichtige Impulse für Kultur, Handel und Bildung besonders durch Universitätsgründungen gegeben habe. Die Präsentation der rund 2000-jährigen „Erfolgsgeschichte“ der Region seit der Römerzeit solle auch identitätsstiftend auf die Bevölkerung wirken.  
Das Adelsgeschlecht errichtete den Angaben zufolge ab 1214 ausgehend von den Residenzorten Heidelberg und später Mannheim eine Herrschaft, die ihnen dauerhaft das Kurfürstenamt sicherte. Speyer wurde 1816 zur Hauptstadt des Rheinkreises, den die Wittelsbacher als bayerische Könige nach der offiziellen Auflösung der Kurpfalz 1803 regierten. In der europäischen Aristokratie hätten sie stets eine Sonderstellung eingenommen und mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein und mit Bayern für viele Jahrhunderte zwei der bedeutendsten Fürstentümer im Reich beherrscht.
Die Ergebnisse der Tagung unter dem Titel „Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter – Eine Erfolgsgeschichte?“ sollen im Frühjahr 2013 in einem ausstellungsbegleitenden Aufsatzband veröffentlicht werden. Bereits im Jahr 2011 hatten die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen mit der Mannheimer Ausstellung „Die Staufer und Italien“ eine gemeinsame Ausstellung organisiert. Als drittes Projekt wollten die Länder das Thema Barockzeit aufgreifen, informierte Wieczorek. (Redaktion)

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