Wochenkommentar

Donnerstag, 21. Juni 2012

Missbrauch: Es geht um Glaubwürdigkeit

Hiltruper Missionare sollten ihre destruktive Haltung aufgeben und sich ihrer Verantwortung stellen.

„Im Jahr 1854 gründete der französische Priester Julius Chevalier die Gemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare mit dem Ziel, neue Kraft, Mut und Zuversicht in die Herzen der Menschen zu tragen.“ Diese Zeilen sind auf der Homepage des Ordens der Hiltruper Missionare nachlesbar.
Neue Kraft, Mut und Zuversicht – das möchten auch die ehemaligen Schüler am Homburger Johanneum schöpfen, die Opfer sexueller Übergriffe durch Ordensgeistliche des in Münster ansässigen Ordens wurden. Doch was sie erleben müssen sind Enttäuschungen und erneute Verletzungen. Denn der Orden hat sich in Sachen Aufklärung alles andere als kooperativ gezeigt. Sein Verhalten ist geprägt von Hinhalten, Abwehren und Dementieren. Ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Hinzu kommt, dass der Missbrauchsbeauftragte des Ordens aus den eigenen Reihen stammt, also als alles andere als neutral eingestuft werden kann.
Die Hiltruper Missionare wären gut beraten, wenn sie ihre destruktive Haltung aufgeben und sich ihrer Verantwortung stellen. Dazu gehört eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle an ihrer Einrichtung genauso wie ein offenes Herz für diejenigen, die an ihrer Schule schweres Leid erfahren mussten. Nur auf diese Weise kann Heilung geschehen und zwar sowohl auf Seiten der Opfer als auch auf Seiten des Ordens. Passiert dies nicht, wird bei allen Beteiligten keine Ruhe einkehren. Nicht zu vergessen der Schaden für die Schule, die schon jetzt zurückgehende Anmeldezahlen verzeichnen muss, und für die Kirche insgesamt. (Petra Derst)

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