Aus dem Bistum

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Eröffnung im Sommer 2016 vorgesehen

Bauarbeiten für das neue Dom-Besucherzentrum in Speyer haben begonnen

Der Entwurf sieht eine dezente Möblierung und farblich zurückhaltende Gestaltung vor. Foto: s-quadrate

Voll im Gange ist der Umbau des Dompavillons, der künftig das Dom-Besucherzentrum beherbergen wird (wir berichteten). Dort sollen Service und Information an oberster Stelle stehen. Im Besucherzentrum können sich die Gäste über die Kathedrale und Angebote informieren, Zeit überbrücken, solange ein Gottesdienst eine Besichtigung verwehrt, sich mit Sprachführern versorgen und in einem ausgewählten Artikelsortiment stöbern. Anlässlich des Baubeginns Anfang Dezember stellte das Domkapitel jetzt die konkreten Pläne vor.

„Bis jetzt kann man wenig sehen, aber das wird sich ändern“, versprach Friederike Walter, Leiterin des Dom-Kulturmanagements. Sie und Dom-Besuchermanager Bastian Hoffmann entwarfen das Konzept für das Besucherzentrum. Planung und Durchführung obliegen dem Dombaumeister Mario Colletto, der hierbei mit einem Planungsbüro aus dem nordbadischen Oftersheim zusammenarbeitet. Die Umbaukosten liegen insgesamt bei rund 290000 Euro.

Seitdem die Pächterin im November die Schlüssel übergeben hat, wurden im Inneren Trockenwände entfernt. Derzeit wird die Elektroninstallation vorgenommen und auch die übrigen Handwerkeraufträge sind bereits vergeben. Im Februar soll der eigentliche Umbau abgeschlossen sein, im März folgen Innenausbau und Möblierung, erläuterte Bastian Hoffmann den Ablauf. Die Fassade wird gereinigt, außerdem werden vor den Eingängen zwei Info-Stelen errichtet. Beim Eröffnungs­termin wollte sich das Domkapitel nicht festlegen, peilt Jahresmitte 2016 an.

„Wir möchten den Dom den Besuchern als Kirche und als Denkmal vorstellen“, sagte Walter und betonte, dass die geistliche Dimension des Bauwerks ganz klar im Vordergrund steht. „Die Verkündigung ist der Zweck des Doms.“ Deshalb sollen Verkaufsaktivitäten weitgehend vom Dom in das Besucherzentrum verlagert werden, wo dann Eintrittskarten für kostenpflichtige Dombereiche sowie Sprachführer ausgegeben werden. Einlasskarten sind künftig aber auch weiterhin direkt bei der Krypta erhältlich, so Hoffmann. Dagegen wird der weiße Container an der Nordseite des Doms, wo Tickets für Kaisersaal und Aussichtsplattform erhältlich sind, weichen

Das Besucherzentrum sollte erst im Vikarienhof auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Doms entstehen. Der Pavillon erwies sich aber wegen Barrierefreiheit, Lage und Umbaukosten als geeigneter. „Zwei Drittel aller Besucher kommen von der Südseite“, zeichnete Domkustos Peter Schappert das Bild des Info- und Servicezentrums inmitten des Besucherstroms. Während die Lage von großem Vorteil ist, besteht der Nachteil im geringen Platz. Es steht nur eine Geschossfläche von 80 Quadratmetern zur Verfügung, die durch die Wendeltreppe in der Mitte zusätzlich verringert wird. So soll das Besucherzentrum vor allem als Schnittstelle dienen, das auf weitere Angebote mit anderen Partnern hinweist, etwa auf den Domschatz im Historischen Museum.

Durch zwei Türen können die Besucher ein- und ausströmen. Das Erdgeschoss wird dezent möbliert und farblich zurückhaltend gestaltet. Eine halbkreisförmige Theke dominiert den Besucherbereich. Devotionalien, Bücher und Souvenirs werden drumherum in Wandregalen präsentiert. Die Produktpalette wird auf 50 Artikel beschränkt. Was verkauft wird, soll ins Konzept passen und eine gewisse Wertigkeit besitzen, nannte Walter die Kriterien. Geistliche Literatur werde sich ebenso darunter finden wie die Produkte des Dombauvereins und des Domkapitels, die gerade entwickelt werden. Vom Besucherbereich wird ein kleiner Raum abgetrennt, in dem beispielsweise Domführer die Gruppenführungssysteme abholen können. Im Obergeschoss entsteht eine Bürofläche mit vier Arbeitsplätzen für das Kultur- und Besuchermanagement, für Domführer und Mitarbeiter der Sakristei.

Service und Information werden im Besucherzentrum groß geschrieben. So  soll auf Gottesdienste und Angebote der Dommusik und -pfarrei verwiesen oder über die Geschichte des Doms informiert werden. Dazu dienen unter anderem Anzeigetafeln, die auch von außen sichtbar sind. Unklar ist noch, ob im Außenbereich eine kleine, mobile Gastronomie Fuß fasst. Auf keinen Fall soll ein Café entstehen, in dem Kuchen und Eis serviert werden, unterstrich Domkustos Schappert. (red)

Die Öffnungszeiten des Besucherzentrums sind an die des Doms gekoppelt: von April bis Oktober von 9 bis 19 Uhr und von November bis März von 9 bis 17 Uhr.

Redakteur:  Redaktion

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