Aus dem Bistum

Mittwoch, 27. Januar 2016

Großprojekt Pastoralseminar liegt im Zeitplan

Räumlichkeiten für Priesteramtskandidaten fast fertig – Innenausbau soll im Sommer beendet sein

Die Zimmer für die Priesteramtskandidaten sind fast fertig. Nur die Türen lassen auf sich warten. Foto: Wagner

Der Elektriker schließt Steckdosen an, Maler streichen die Wände, Trockenbauer bringen die Dämmung im aufgestockten Verbindungsgang ein, der Fliesenleger legt Flure mit Steinplatten aus, Bodenleger liefern Parkett für den Speisesaal an. In der Küche stehen die Großgeräte schon und werden jetzt angeschlossen, ehe bald wieder Geschirr und Besteck einziehen dürfen. An etlichen Stellen stehen Leitern und Gerüste, liegen Bauschutthaufen und Speiskübel, liegt Material.

„Es sieht schlimmer aus, als es ist“, beschwichtigt Regens Markus Magin beim Gang über die Baustelle. Das Priesterseminar und künftige Pastoralseminar St. German ist noch immer eine Großbaustelle. Aber in den letzten sieben Monaten hat sich viel getan, sagt der Hausherr stolz. Das Dach ist bis auf Kleinigkeiten fertig. Die Elektroleitungen sind gelegt, der Strom fließt. Heizungsrohre sind installiert und isoliert, etliche neue Glasfronten lassen mehr Licht hinein, der neue Aufzugschacht wartet auf sein Innenleben. 40 bis 50 Bauarbeiter sind jeden Tag auf der Baustelle.  

Kursräume und Zimmer für die Priesteramtskandidaten sind fast fertig, die letzten Regale und Betten werden gerade eingebaut, es fehlt nur noch der letzte Schliff. Eigentlich sollten die Pas­­toralseminare ab 1. Februar wieder hier vonstattengehen. Der Termin wird sich aber um drei Wochen verzögern. Solange bleiben die künftigen Priester weiter in ihren derzeit laufenden Praktika. „Es hängt an den Türen“, berichtet Regens Markus Magin, die nicht rechtzeitig geliefert werden konnten. Allein im Zimmertrakt müssen 30 Türen eingebaut werden, insgesamt um die 100.

Davon abgesehen liegt das Großprojekt im Zeitplan – obwohl das eine oder andere Unvorhergesehene kam. Kleinigkeiten, die sich aber summieren. Zum Beispiel trafen die Handwerker im Küchenbereich auf eine hartnäckige Tapete, die sich partout nicht ablösen ließ. Also setzten Trockenbauer eine Wandfläche davor.  

Während sich ein Teil auf der Zielgeraden befindet, werden andere Bereiche jetzt in Angriff genommen. In beiden Hörsälen stehen seit einigen Tagen Gerüste, damit die Arbeiter von unten das Dach abtragen können. Erst dann kann die tragende Wand zwischen beiden Sälen abgerissen werden, um beide Räume zu einem großen zu vereinen. Daneben ist nun der Verwaltungstrakt an der Reihe.

Bei den Arbeiten im Außenbereich führen nicht die Handwerker, sondern geschützte Eidechsen Regie. Die Stadt hatte die Baugenehmigung für die Umlegung des Gartens des benachbarten Karmelklosters erst im September erteilt – zu spät für die Bauarbeiten. Zwar ist schon einiges getan, aber vieles konnte im letzten Jahr nicht mehr in Angriff genommen werden, weil sich die Eidechsen zum Überwintern schon eingegraben hatten, erläutert der Regens. Immerhin ist die Klostermauer schon umgelegt.

Dass eine weitere große Maßnahme ansteht, hatten die Planer vermutet – jetzt ist es klar: Untersuchungen offenbarten, dass die alten gusseisernen Abwasserleitungen vom Rost zerfressen und mit Wurzeln durchwachsen sind. Laut Magin müssen nun rund 1000 Meter Leitungen für Oberflächen- und Abwasser gelegt werden. Während das Regenwasser abgeleitet wird und versickert, fließt das Abwasser aus den Gebäuden in die Kanalisation.

Der Innenausbau soll im Sommer beendet sein, dann geht es im Außenbereich und in der Kirche weiter. Das vor 60 Jahren errichtete Gotteshaus wird nicht kernsaniert, aber instandgesetzt. „Anpassen im Rahmen des Möglichen“, sagt Markus Magin und meint dabei das finanziell wie baulich Machbare. Auch hier müssen unter anderem Elektro- und Heizleitungen erneuert werden, außerdem soll die Kirche nach den modernen liturgischen Vorgaben gestaltet werden. Dazu weicht der 45 Jahre alte als Provisorium gedachte Altar einem neuen. Der Regens ist begeistert, dass sich auf die Ausschreibung für die Altargestaltung 82 Künstler gemeldet haben. Einige werden ausgewählt und aufgefordert, ein genaues Konzept einzureichen. Im Mai wird eine Jury aus Fachleuten für Liturgie und Bau den Siegerentwurf küren, kündigt Magin an. In diesem Monat soll auch Baustart in der Kirche sein.

Mit der Generalsanierung wird der 60 Jahre alte Gebäudekomplex auf den neuesten technischen und energetischen Stand gebracht. Es werden Brand­schutzvorschriften erfüllt und Barrierefreiheit geschaffen. Die Kosten liegen bei 9,5 Millionen Euro. Das Bistum will die Maßnahme durch den Verkauf des Bistumshauses St. Ludwig und der dazugehörigen Kirche finanzieren. (red)

Redakteur:  Redaktion

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