Aus dem Bistum

Mittwoch, 06. September 2017

Neu: Halbe Stelle für Schulpastoral

Thomas Stephan möchte Schüler und Lehrer in ihrem Schulalltag unterstützen

Thomas Stephan ist neuer Referent für Schulpastoral. Foto: is

Thomas Stephan, Studienrat im Kirchendienst am Gymnasium Edenkoben, ist seit dem 1. August neuer Referent für Schulpastoral in der Diözese Speyer. Er löst Schulrat Thomas Mann ab, der das Amt des Präventionsbeauftragten für das Bistum übernommen hat. Mit der Ernennung von Thomas Stephan erhält der Bereich Schulpastoral einen höheren Stellenwert. Denn für diese Aufgabe wurde eigens eine halbe Stelle geschaffen. Die restlichen 50 Prozent der Arbeitszeit des Pastoralreferenten sind weiterhin für den Religionsunterricht am Gymnasium in Edenkoben bestimmt.

Thomas Stephan versteht seine Aufgabe ganz grundsätzlich: „Ich möchte ins Blickfeld rücken, wie wichtig es ist, jenseits von Leistungen und Noten für Kinder und Jugendliche da zu sein und ein offenes Ohr für sie zu haben. Es kommt darauf an, ihnen beizustehen, sie zu stärken und ihnen ihre Würde deutlich zu machen. Aus diesem Verständnis heraus möchte ich für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer Angebote machen, die ihnen auf ihrem (schulischen) Lebensweg Kraft, Halt und Orientierung geben können.“

Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht der 46-Jährige in der Trauer- und Krisenseelsorge. Das Thema ist ihm alles andere als fremd. Bereits seit fünf Jahren unterrichtet der 46-Jährige als Dozent für Trauerarbeit an Schulen am Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung in Mainz. In dieser Eigenschaft bietet er Lehrern Fortbildungen in den Religionspädagogischen Arbeitsstellen im Bistum an oder qualifiziert Krisenteams an Schulen. Und nicht zuletzt stellt er sich bei Todesfällen von Lehrern oder Schülern im Hinblick auf die schulinterne Trauerarbeit zur Verfügung. Diesen Aufgaben widmete sich Thomas Stephan bislang zusätzlich zu seinem vollen Deputat als Religionslehrer am Gymnasium in Edenkoben. Nun ist diese Tätigkeit Teil seiner Arbeit als Diözesanreferent für Schulpastoral.

Das nötige Rüstzeug für dieses Gebiet hat sich Thomas Stephan bereits vor einigen Jahren erworben. Er ließ sich zum Trauerbegleiter für Kinder und Jugendliche sowie zum Kriseninterventionshelfer ausbilden. Ehrenamtlich engagiert sich Stephan, der in Herxheim bei Landau wohnt, zudem in der Notfallnachsorge des Deutschen Roten Kreuzes für den Einzugsbereich Speyer, Germersheim und Bellheim.

Was seine Tätigkeit als Schulseelsorger betrifft, so geht es derzeit für Thomas Stephan zunächst einmal darum, eine Bestandsaufnahme zu machen. Zu diesem Zweck möchte er die Seelsorger an den Schulen im Bistum besuchen, um sich ein Bild zu machen, „wo etwas läuft“. Dem Theologen aus Herxheim schwebt vor, an den Schulen psychosoziale Netzwerke aufzubauen und zu etablieren. Ihnen sollen Schulseelsorger, Verbindungslehrer, Schulpsychologen und Schulleiter angehören. „In diesen Teams werden alle Fragen rund um den Personenkreis Schüler, Lehrer und Eltern behandelt“, erläutert Stephan. Dazu gehöre auch, die Ohren für Probleme offen zu halten. „Ich möchte die Schu­le als ,zweite Familie‘ stärken“, bringt es der 46-Jährige auf den Punkt.

Für das kommende Jahr ist erstmals ein Ausbildungskurs „Krise in der Schule“ der beiden Hauptabteilungen Seelsorge und Schulen vorgesehen. Zielgruppen sind Pastoral- und Gemeindereferenten im Schuldienst sowie Schulseelsorger. Auch das Thema gewaltfreie Kommunikation liegt Thomas Stephan am Herzen. Sein Ansatz besteht darin, Lehrer im Rahmen von Fortbildungen dafür zu sensibilisieren. „Gewalt beginnt in der Sprache“, ist der Religionspädagoge überzeugt. „Die Ausdrucksweise verrät etwas über die Haltung eines Menschen.“

Ziel sei eine wertschätzende Unterrichtsatmosphäre, von der sowohl Lehrer als auch Schüler profitieren.  Insgesamt gehe es um einen achtsamen Umgang zwischen Lehrern und Schülern, aber auch von Schülern und Lehrern untereinander. Lehrer seien prägend für die Schüler, hätten eine Vorbildfunktion. „Ob sie für die Schüler zu Vorbildern werden, hängt davon ab, wie sie mit ihnen umgehen.“ Zwei Nachmittage zum Thema gewaltfreie Kommunikation sind im Herbst in Bildungshäusern des Bistums vorgesehen. Sie beinhalten sowohl theoretische Informationen als auch praktische Übungen. Dabei werde auch behandelt, wie Pädagogen in der Schule Einheiten zum Thema gewaltfreie Kommunikation anbieten können. Referendare an Gymnasien kamen bereits im Juni am Studienseminar in Landau in den Genuss einer solchen Einheit. (pede)

 

 

Redakteur:  Petra Derst

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