Aus dem Bistum

Donnerstag, 07. Januar 2016

Zahlenmäßig größte Pfarrei des Bistums

Neue Pax-Christi-Pfarrei in Speyer sieht Namen als Auftrag

Blick über die Domstadt Speyer, die zukünftig nur noch eine Pfarrei haben wird. Sie trägt den Namen Pax Christi. Foto: Domkapitel

Im Jahr 1918 wurde St. Joseph neben der Dompfarrei Mariä Himmelfahrt als zweite Pfarrei in Speyer errichtet, hinzu kamen in den fünziger, sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts St. Konrad, St. Otto und St. Hedwig. Am 10. Januar 2016 wird in der Kirche St. Joseph  im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die zukünftig einzige Pfarrei der Domstadt begründet und vorgestellt. Sie trägt den Namen Pax Christi – Friede Christi – und greift damit unter anderem die Botschaft der Friedenskirche St. Bernhard auf, unter deren Chor sich die Pax-Christi-Kapelle befindet. Die bisherigen Pfarreien bestehen als Gemeinden weiter. In Deutschland gibt es nur ganz wenige Pfarreien unter dem Patrozinium Pax Christi.

Pfarrei mit den meisten Katholiken
Knapp 17000 Katholiken zähle die neue Pax-Christi-Pfarrei, erläutert Matthias Bender. Der Dompfarrer – als Mitglied des Domkapitels auch Domkapitular –  ist Leitender Pfarrer der Pax-Christi-Pfarrei. Sieben Seelsorgerinnen und Seelsorger werden hauptamtlich die Katholiken der großen Pfarrei begleiten: drei Priester – Pfarrer Bender, Kooperator Dr. Friedrich Mohr und Kaplan Christoph Hartmüller –, Pastoralreferentin Regina Mettlach, Gemeindereferentin Sigrid Sandmeier, Pastoralreferent Dr. Markus Lamm und Ständiger Diakon Paul Nowicki. Pax Christi ist die Pfarrei mit der höchsten Katholikenzahl im Bistum Speyer.

Friedrich-Spee-Haus wird umgebaut
Für die vielfältigen Verwaltungsarbeiten und anderen Aufgaben der Pfarrei steht ein Sekretärinnen-Team bereit, dem die Sekretariatskräfte der bisherigen Speyerer Pfarrgemeinden angehören. „Demnächst beginnen die Umbauarbeiten an unserem Friedrich-Spee-Haus, das untere Stockwerk wird die Räume des neuen zentralen Pfarramtes aufnehmen“, berichtet Pfarrer Bender. „Ende des nächsten Jahres wollen wir umziehen“, ergänzt er. Bis dahin werde man sich mit einem Provisorium im Pfarrhaus der Dompfarrei behelfen müssen. In den bisherigen Pfarrgemeinden wird es weiterhin regelmäßig besetzte Anlaufstellen geben.

Konsens bei Gottesdienstordnung
Intensive Beratungen gab es um die zukünftige Gottesdienstordnung in Speyer.  Alle Gemeinden sollen – so der Konsens – an einem Werktag in der Woche ihren festen Gottesdienst feiern können, ebenso an den Sonntagen (mit Vorabendmesse). Bis auf Weiteres wird es auch in der Josephskirche als Kirche der Innenstadt eine Vorabendmesse geben. Die beschlossene Gottesdienstordnung solle nach einer gewissen Probezeit und vor allem nach der Erstellung einer Pfarreianalyse überprüft werden. Dann werde man sehen, „ob Zeiten und Orte für unsere Gemeinden stimmen“, so Pfarrer Bender, der zuversichtlich in die Zukunft blickt. Ermutigt fühlt er sich durch die zurückliegenden Wahlen zu den Pfarrgremien. „Engagierte und kompetente Frauen und Männer haben sich in den Gremien zusammengefunden“, freut er sich und verweist besonders auf die Mitarbeit von zwei Jugendvertretern im Pfarreirat. Vorsitzender des Gremiums ist Bernhard Kaas, der bisher schon an der Spitze des Pfarrgemeinderates der Dompfarrei Mariä Himmelfahrt stand.

Zusammenwachsen fördern
Auf die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie auf die Mitglieder der Pfarrgremien warten viele Aufgaben. „Zuerst gehe es darum, das Zusammenwachsen der Pfarrei zu fördern“, so Pfarrer Bender. Zur neuen Pfarrei Pax Christi gehören vier Kirchenchöre, die bestehen bleiben, aber punktuell stärker zusammenarbeiten werden, eine Familienband, eine Gruppe für Neues Geistliches Lied sowie ein Kinder- und Jugendchor. In den Gemeinden sind mehrere kirchliche Verbände aktiv: die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) mit zwei Stämmen (Dom und St. Konrad), die Katholische Junge Gemeinde (KJG) St. Joseph, die Malteser Jugend St. Otto, die Kolpingsfamilie 1860 Speyer, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in St. Otto, St. Hedwig und St. Konrad, der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in St. Bernhard/Dom und St. Joseph sowie die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in St. Hedwig. Die Pax-Christi-Pfarrei wird auch in Zukunft zwei Büchereien haben, in St. Joseph und in St. Konrad. Kinder und ihr Familien bilden einen Schwerpunkt im pastoralen Handeln auch der neuen Pfarrei. Deshalb bietet sie, verteilt auf die verschiedenen Speyerer Stadtteile, in acht Kindertageseinrichtungen Bildung, Erziehung und Betreuung für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren an.

Fast 200 Angestellte
Zur Pfarrei gehörten insgesamt fast  200 Angestellte, stellt Pfarrer Bender fest. Das sei vergleichbar mit einem kleinen mittelständischen Unternehmen. „Wir sind da auf die Unterstützung des Bistums und die Arbeit der Regionalverwaltungen angewiesen“, unterstreicht der Leitende Pfarrer, der auch in Zukunft zuerst Seelsorger sein will und nicht Manager.

Patrozinium mit Leben füllen
Den zweiten Schwerpunkt sehen Seelsorgeteam und Pfarreirat darin, dem Patrozinium Pax Christi Gestalt zu geben. Der Vorschlag zur Namensgebung kam aus der Dompfarrei, die eng mit der Friedenskirche St. Bernhard und der Pax-Christi-Kapelle verbunden ist, das Zentrum seit Jahren für Gottesdienste und Veranstaltungen nutzt.

Pax Christi als Auftrag
In der Begründung für das Patronat heißt es: Pax Christi „berührt die Mitte unseres Glaubens (...), verbindet uns über alle Konfessionsgrenzen hinweg mit allen Christen und der ganzen Menschheit, die sich nach dem wahren Frieden sehnt“. St. Bernhard mit der Pax-Christi-Kapelle – 1953/1954 als Symbol der Versöhnung gemeinsam von französischen und deutschen Christen erbaut – sieht man in der neuen Pfarrei als Inspiration und Auftrag zum Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Pfarrer Bender schlägt den biblisch-theologischen Bogen: den „Frieden Christi“ immer neu in den Blick nehmen als dem unüberbietbaren Geschenk des auferstandenen Herrn. „Das ist so etwas wie eine Querschnittsaufgabe unserer Arbeit.“
Auf diesem Hintergrund sieht Diakon Nowicki auch seine ehrenamtliche Mitarbeit in der Friedensbewegung Pax Christi; die Diözesanversammlung wählte ihn im November des vergangenen Jahres zum Diözesan-Vorsitzenden. Pastoralreferent Markus Lamm engagiert sich zudem im Interreligiösen Forum der Stadt Speyer.     (rn)

Am Anfang des gemeinsamen Weges der Pfarrei Pax Christi steht ein gemeinsamer Gottesdienst am Sonntag, 10. Januar (10.30 Uhr), in der Kirche St. Joseph. Chöre und Musikensembles aller Gemeinden gestalten den Gottesdienst musikalisch. Die Predigt hält der Leitende Pfarrer der neuen Pfarrei, Dompfarrer Matthias Bender. Weihbischof Otto Georgens wird den Gottesdienst leiten. Er steht als Domprobst dem Domkapitel vor, dem die Pfarrei Pax Christi als Dom- und Kapitelspfarrei zugeordnet ist. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Pfarrei zu einem Empfang in das Ägidienhaus ein.
Zum Gründungsgottesdienst sind alle Katholiken der Stadt ein-
geladen. Darum werden an diesem Sonntagmorgen keine anderen Gemeindegottesdienste stattfinden.

Redakteur:  Norbert Rönn

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