Predigt im Gottesdienst zum Auftakt der Landesgartenschau in Landau 2015

Im Wortlaut

Predigt im Gottesdienst zum Auftakt der Landesgartenschau in Landau

am 18. April 2015, um 10 Uhr, von Kirchenpräsident Schad / Bischof Dr. Wiesemann


Und siehe, es war sehr gut!“

Da blüht uns was …

 

Kirchenpräsident: „Und siehe, es war sehr gut!“

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Eltern und Kinder!

Es himmel-grünt. Endlich kommt wieder mehr Licht ins Leben. Wie sehr haben wir uns danach gesehnt! Die Tage werden wieder deutlich länger. Endlich ist es spürbar wärmer. Es lockt uns nach draußen. Nicht nur die Kinder freuen sich darauf. Auch wir Erwachsenen sind froh um jeden Spaziergang an der frischen Luft.

Der Frühling ist einfach wunder-voll – voller Wunder. Und wir staunen jedes Jahr aufs Neue, wie die Natur erwacht. Die Vögel singen am frühen Morgen. Die kahlen Bäume werden wieder saftig grün. In den Gärten ringsum sprießen bunte Blumen. Auf den Äckern und Feldern herrscht emsiges Treiben. Das warme Licht des Frühlings taucht alles in lebendige Farben: Wie wohltuend ist das für unsere Augen – Grün, Gelb und Rot – zarte Knospen, Osterglocken und Tulpen. Endlich – nach dem Winter – wieder Wärme spürbar. Endlich – alles hell und bunt.

Ja, es grünt und blüht überall. Sogar auf der Landesgartenschau in Landau – 2015, endlich! Das ist wirklich ein Wunder, nach all den unliebsamen Überraschungen! Die Zeit des langen Wartens, sie ist vorbei. Jetzt geht es in Landau endlich los!

Auch wir Menschen blühen auf. Wir haben es gerade miteinander gesungen: „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt … ein herzerquickendes, liebliches Licht … Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.“ Es ist, als ob Ostern unter uns weiterklingt. Was tot war, wird lebendig. Was Auferstehung heißt, können wir im Frühling sichtbar erleben. Die Natur – und wir selbst – erwachen. Munter und fröhlich stehen wir auf. Früh morgens, wird es bereits hell. Und ich kann mein Gesicht – dem Himmel entgegen – in die Sonne strecken, bis spät in den Abend… Beinahe, wie im Garten Eden.

Bischof: „Und siehe, es war sehr gut!“

So bekräftigt es Gott nach jedem einzelnen Schöpfungstag. Und was er sagt, geschieht. Unsere Erde ist also sehr gut – Note eins, Prädikat besonders wertvoll. Unsere Erde mit allen Geschöpfen Gottes, mit den Pflanzen, Tieren und Menschen, ist ein wunderbarer Garten, unser blauer Planet. In ihrer Fülle spiegelt sich die lebensbejahende Schöpferfreude Gottes wider. „Und siehe, es war sehr gut!“ Dieses Gutsein hat Gott in seine Schöpfung fest eingeschrieben. Es ist Geschenk, Gabe Gottes an uns. Und es ist sogleich Aufgabe für uns, in unsere Verantwortung hineingelegt. Und da wissen wir längst, dass vieles nicht mehr sehr gut ist. Viele Tiere und Pflanzen sind ausgestorben. Wasser und Luft sind verschmutzt. Die Ressourcen werden vielerorts rücksichtslos ausgebeutet. Immer noch denken wir zu wenig an die Nachhaltigkeit unseres Tuns. Wo früher üppige Regenwälder wuchsen, da finden wir heute verbrannte Erde. Bodenspekulationen und schnell gemachtes Geld sind vielfach wichtiger als die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Das Weltklima ist in Gefahr.All das könnte uns entmutigen. Aber wir Christen sind und bleiben unverbesserliche Ostermenschen. Wir vertrauen darauf, dass das Leben siegt. Das ist die Botschaft des Ostermorgens: Gott lässt seinen Sohn, ja er lässt die ganze Schöpfung nicht im Tod. Er selbst sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“ Dazu sendet er uns seinen Geist. Auferstehung ist also mehr als eine Hoffnung auf eine Zukunft bei Gott. Auferstehung ist auch lebendige Gegenwart, die Gegenwart des Auferstandenen, der hier und heute durch seinen Geist das Angesicht der Erde erneuern will. In diesem Geist setzen wir uns beherzt für die Bewahrung der Schöpfung ein. Überall, wo Menschen, und sei es in noch so kleinen Schritten, sich von diesem Geist leiten lassen, blüht etwas von der neuen Schöpfung auf. Auf, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder voller Lebensfreude in ihrem Herzen sprechen können: Gott sei Dank, das Leben ist wunderschön und gut.

Ein anschauliches Beispiel für solch nachhaltig aufblühendes Leben will uns diese Gartenschau geben. Sie, liebe Besucherinnen und Besucher, können an unserem Kirchenpavillon einige paradiesische Momente in den kommenden Monaten erleben. Das verspricht das bunte Programm, das Sie hier erwartet. Da soll uns was blühen, Menschen können hier aufblühen. Planetenblau und himmelgrün, erdenschwer und luftleicht. Diese schöpferische Lebendigkeit ist gut für unseren Glauben, für die Gemeinschaft des Glaubens und der Kirche. Sie können sich unter freiem Himmel noch einmal ganz anders entfalten.

Wie das geht: Die Gartenschau zeigt das ganz anschaulich. Es ist mit uns Menschen wie bei den Blumen. Sie brauchen zum Blühen nicht viel, aber sie brauchen Erde, Wasser, Luft und Licht. Zu allererst muss die Erde gut sein. Das weiß jeder Gärtner. Und das hat sich hier auf dem Konversionsgelände besonders gezeigt. Unter der Oberfläche warteten leider bombige Überraschungen. Darauf konnten wir nicht bauen und schon gar nichts anbauen. Ein Erdaustausch war unbedingt notwendig …

Kirchenpräsident: „Und siehe, es war sehr gut!“

Zuerst muss die Erde gut sein. Ohne gute Muttererde wächst auf „Mutter Erde“ gar nichts. So wie jede Pflanze, so brauche auch ich einen guten Grund für mein Leben. Ich muss – im wahrsten Sinne des Wortes – geerdet sein. Die Kraft, die ich zum Leben brauche, die kann ich mir nicht selbst geben.

Es ist eine Kraft, die mir zuwächst, von außen. Dazu brauche ich Wurzeln. Wurzeln, z.B. in meiner Familie, Wurzeln in meinem Land, in meiner Kultur, in meiner Religion. Und der Glaube, das Gottvertrauen, kann mir dabei helfen, mich zu verwurzeln, mich zu erden. Ja, ich muss Wurzeln schlagen, damit ich am Boden bleibe – damit ich nicht abhebe oder mich über andere erhebe.
Mit gutem Grund soll und kann ich aufblühen.

Unsere Kirche – sie blüht und lässt uns erblühen, wo immer sie uns ihren Grund, das Evangelium, die gute Botschaft, spüren lässt:
in einem Gottesdienst, im Gebet, in wohltuender Stille, drüben, im Kirchenpavillon, oder mitten in der Natur. Wir brauchen die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken und das Brot zum Essen. Genauso benötigt unsere Seele Nahrung, geistliche Nahrung – Orte, an denen wir zur Ruhe kommen, um Gottes Wort zu hören – Lieder, die uns aufleben lassen – Menschen, die mit uns feiern.

Manche finden ihre Ruhe in der Natur. Das Wandern ist unter jungen Menschen wieder in Mode gekommen. Pilgern ist für viele ein Weg zu Gott – und zu sich selbst. Bei uns, im Kirchenpavillon, gibt es darüber hinaus vielfältige Angebote, wie Andachten und Taizé-Gebete. Es gibt viel Neues zu entdecken – und Altes wiederzuentdecken. Alle sind Sie uns herzlich willkommen!

Und in der Natur, auf dem blauen Planeten, im Garten, im Grün, unter freiem Himmel – da fühlen sich viele der Schöpferkraft Gottes unmittelbar nahe. Mehr noch: im inklusiven Mitmachgarten – „paradise to go“ – kann jede und jeder – alt und jung, mit und ohne Beeinträchtigung – selbst mit anpacken, Schönes pflanzen, Gutes ernten. Das Motto heißt: „Die Natur und einander entdecken“. Keine und keiner soll außen vor bleiben. Auch hier wollen wir einen guten Grund legen, damit das Miteinander unter uns wachsen kann.

Aus gutem Grund können wir werden, wozu Gott uns geschaffen hat. Gott hat uns reich begabt. Er hat uns wunderschön gemacht. Wir alle sind wie wertvolle Pflanzen im Garten Gottes. Das gilt auch für uns als Kirchen. Denn im Garten der Ökumene geht es ebenso bunt und vielfältig zu. Viele verschiedene Kirchen blühen in Gottes Garten. Aber alle speisen sich aus ein- und derselben Quelle. Und diese Quelle wird nie austrocknen!

Bischof: „Und siehe, es war sehr gut!“

Ohne Wasser wächst nichts. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Wasser ist das wichtigste Element auf unserer Erde. Wir brauchen Wasser zum Leben: zum Trinken, zum Kochen und Waschen. Wasser – es macht Pflanzen, Tiere, Menschen lebendig– es belebt auch uns Christenmenschen. Denn das Wasser der Taufe schenkt ewiges Leben, es reinigt uns innerlich und macht alles neu.

Vor allem gilt: Auch wenn wir noch in getrennte Kirchen hineingetauft werden, gibt es keine „evangelische” oder „katholische” Taufe – es gibt, wie der Apostel Paulus festhält, nur einen Herrn und eine Taufe. Die Taufe verbindet Protestanten und Katholiken, verbindet Ost und West – Nord und Süd. So werden im Kirchen-Pavillon auch einige Mitchristen aus Brasilien und Papua bei uns zu Gast sein. Die unterschiedlichen Traditionen werden einander befruchten. Bunt und lebendig, fröhlich und voller Hoffnung werden wir miteinander feiern. Wir werden spüren, welche Kraft in der Vision einer gemeinsamen weltweiten Kirche steckt, einer Gemeinschaft des Glaubens, die Grenzen überwinden kann.

Im Wasser der einen Taufe sind wir schon fest miteinander verbunden. Es gibt viel mehr, was uns eint, als was uns trennt. Das Wasser der einen Taufe bringt buntes Leben hervor, treibt Blüten in vielen Farben und Formen. Unsere Vision ist eine sichtbar geeinte, weltweite Kirche, in der die verschiedenen Traditionen, evangelisch, katholisch, orthodox, freikirchlich, nicht gegeneinander stehen, sondern einander befruchten und zusammenwachsen zu einem lebendigen Ganzen, zum einen Leib des Herrn. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist Teil unseres Teams hier auf der Gartenschau. Wir wissen uns bei aller bunten Vielfalt der Traditionen gemeinsam verwurzelt in den einen Herrn, Jesus Christus. Das spüren wir hier im Landauer himmelgrün, das spüren wir auch ganz oft in unseren Gemeinden zu Hause. Und, dazu möchte ich mit Kirchenpräsident Schad auch jetzt schon ganz herzlich einladen, das werden wir auch am Pfingstwochenende auf dem ökumenischen Kirchentag in Speyer spüren können. Es wäre doch gelacht, wenn Ökumene im lebendigen Wasser der Taufe nicht erfrischend sein könnte, so erfrischend wie das österliche Lachen des erlösten Menschen, wie die Pointe eines guten Witzes.

Kirchenpräsident: „Und siehe, es war sehr gut!“

Jetzt endlich, liebe Schwestern und Brüder, – wird die Gartenschau eröffnet. Jetzt haben wir gut lachen. Und Lachen befreit. Es lässt uns strahlen, als ginge erst im Herzen – und dann im Gesicht ein Licht über uns auf. Ohne Licht wächst nichts. Ohne Luft zum Atmen erstickt die Lebensfreude – und dann wird es eng um uns – und ängstlich in uns.
Wo aber gelacht wird, da erleben wir eine königliche Freiheit, eine große Weite.

In den vergangenen Monaten wurde es manchem wirklich eng ums Herz. Vor allem denjenigen, die mit der Gartenschau unmittelbar betraut waren. Es gab Planungen, Sondierungen und Kostenschätzungen. Und es gab Fragen: „Können wir uns das – als Land, als Stadt, als Kirche – überhaupt leisten?“ Eine Gartenschau ist immer ein Wagnis. Aber: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Diese Gartenschau, sie kann ein Gewinn für uns alle werden. Gut, dass wir das Wagnis eingegangen sind. Gut, dass Sie, gut, dass wir alle heute hier sind. Die Gartenschau gibt uns die Möglichkeit, über die eigene Stadtmauer, den eigenen Kirchturm hinaus zu blicken. Das befreit!
Wir leisten uns Visionen. Wir gehen in die Weite. Wir haben als Christen gute Aussichten. Wir teilen – voller Osterlachen – eine Hoffnung, und haben Grund zur Zuversicht … Es himmel-grünt – hier, in Landau, und überall …

Bischof: „Und siehe, es war sehr gut!“

Es ist richtig wunderbar, wenn das Leben lacht. Wie hier auf der Gartenschau, wenn ich in Ihre fröhlichen Gesichter schaue. Es ist dann ganz einfach, sich anstecken – sich befruchten zu lassen. Die Knospen, die Osterglocken und Tulpen machen es uns vor: Mit guter Luft und warmem Licht, mit frischem Wasser und dem richtigen Boden, blüht es in jedem Frühjahr gelb und rot und himmelgrün. So können auch wir aufblühen. Ja, es blüht uns was auf der Gartenschau … Hier können wir Licht und Luft tanken – für unsere Augen und Lungen und natürlich für unsere Seelen. Die Gartenschau erinnert uns daran: Wir müssen uns nur umschauen und einander in die Augen schauen. Wir leben im wunderbaren Garten Gottes. So bunt wie sein Garten, so bunt sind wir Menschen. Als fröhliche Schar treffen wir uns hier auf der Gartenschau. Und es ist beinahe schon paradiesisch – hier auf Erden – und erst recht im Himmel. Da blüht uns was … „Und siehe, es wird sehr gut …“ Amen.

 

Im Wortlaut

Brief von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Advent

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wirbt in einem Brief zum Advent an die Gläubigen im Bistum Speyer um weitere Unterstützung für Flüchtlinge.

  
Liebe Mitchristen, liebe Schwestern und Brüder,
 
die Nachrichtenbilder führen uns täglich die Not der Menschen vor Augen, die auf der Flucht vor bewaffneten Konflikten, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen ihre Heimat verlassen mussten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit weltweit etwa 45 Millionen Menschen auf der Flucht. Häufig sind es die Nachbarländer, die den Flüchtlingen Schutz und Zuflucht bieten. Nur wenige Flüchtlinge erreichen die „Festung Europa“. Die tragischen Bilder der Menschen, die vonSchleusern für teures Geld auf völlig unzureichenden Booten über das Mittelmeer gebracht werden und dabei häufig Schiffbruch erleiden, lassen die Angst und Verzweiflung der Menschen erahnen. Die Menschen, die zu uns kommen, sind häufig traumatisiert und bringen ihre bitteren Erfahrungen von Verfolgung, Gewalt und Armut mit. Sie leiden unter der permanenten Unsicherheit und müssen erleben, dass die staatlichen Stellen mit ihrer Unterbringung häufig überfordert sind.
 
Unser Glaube erzählt in vielen Bildern und Geschichten, was es heißt, die Heimat aufgeben zu müssen und in die Fremde zu gehen. Und er ruft uns eindringlich dazu auf, dem Fremden beizustehen, ihn aufzunehmen und zu schützen. So lesen wir bereits im Alten Testament: „Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie
ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“ (Lev 19,34). Daran knüpfen die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit im Neuen Testament an, wo es unter anderem heißt: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25, 35).
 
Umso wichtiger ist, dass wir den globalen Problemen unserer Tage und der offenkundigen Not der Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, nicht mit Abschottung oder Gleichgültigkeit begegnen. Wir können mehr zu einer Lösung und Verbesserung beitragen, als wir vielleicht meinen. Bei der Flüchtlingshilfe verbinden sich die vier leitenden Perspektiven, die wir uns in dem neuen
Seelsorgekonzept „Der Geist ist es, der lebendig macht“ (Joh 6,63) zum Programm gemacht haben: Die Hilfe für Flüchtlinge ist spirituell geleitet, evangelisierend in der Wirkung, anwaltschaftlich im Einsatz für die Menschen und mit einem weltkirchlichen Horizont. Es ist mir daher persönlich ein großes Anliegen, dass wir
uns, so gut es in unseren Kräften und Möglichkeiten steht, den Flüchtlingen zuwenden und unsere Hilfe anbieten von der Unterbringung der Flüchtlinge bis zur Betreuung. Schon kleine Hilfen können hier sehr wertvoll sein und Zeichen setzen. 

Die folgenden Überlegungen können Ihnen als Anregungen dienen:
• Für Flüchtlinge und Asylbewerber ist Deutschland ein fremdes Land. Wir sollten ihnen durch Worte und Taten vermitteln, dass sie bei uns willkommen sind. Ein freundliches Gesicht und 
• Signale der Mitmenschlichkeit sind für manche schon eine wichtige Erfahrung in der fremden Umgebung.
• Gemeinsam lässt sich mehr erreichen. Vielleicht können Sie mit Gleichgesinnten in Ihrer Pfarrgemeinde einen Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe“ einrichten, eventuell gemeinsam mit der protestantischen Kirchengemeinde als ökumenisches Projekt. Je besser Sie miteinander vernetzt sind, umso koordinierter kann den Flüchtlingen geholfen werden.
• Zusammen mit den Kommunen kann man prüfen, ob Flüchtlinge in Immobilien der Pfarrgemeinde untergebracht werden können. 
• Wird für eine bestimmte Maßnahme Geld benötigt, für die es keine öffentlichen Mittel gibt, können über das zuständige Caritas-Zentrum Gelder aus dem Flüchtlingshilfefonds des Bistums beantragt werden. Mit den Mitteln aus dem Fonds sollen besondere Notsituationen von Flüchtlingen erleichtert werden. 
• Es ist auch notwendig, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Die kirchlichen Hilfswerke Caritas international, Misereor und Missio sorgen mit zahlreichen Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika für eine Zukunftsperspektive. Mit unseren Spenden können wir die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke unterstützen.
 
Diesem Schreiben ist eine Übersicht mit den Hilfen für Flüchtlinge im Bistum Speyer beigefügt. Daraus kann man ersehen, dass es schon jetzt vielfältige Formen des Engagements für Flüchtlinge gibt. Die Übersicht soll Ihnen als Anregung und zur gegenseitigen Vernetzung der Hilfeangebote dienen.
Wer sich für Flüchtlinge und Migranten engagieren will, braucht Sachkenntnis. Informationen über die Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, aber auch darüber, welche Rechte und Pflichten, welche Risiken und Chancen sie hier erwarten, sind in der beiliegenden Broschüre „Weit weg ist näher als du denkst
– Ein Ratgeber des Caritasverbandes für die Diözese Speyer“ zusammengestellt. Darin finden Sie auch weitere Anregungen, was Sie selbst in Ihrem Umfeld tun können.
 
Liebe Schwestern und Brüder, es sind nur noch wenige Wochen, bis wir im Advent auf das Fest der Geburt unseres Heilands und Erlösers zugehen. Gott wird Mensch: Das ist die zentrale Botschaft der Weihnachtsgeschichte, die sich von der Herbergssuche bis zur Flucht nach Ägypten spannt. Weihnachten ist die Einladung an uns, es Gott nachzutun und selbst Mensch zu werden, Mitmensch für andere, die unserer Hilfe bedürfen.
Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die sich in unserem Bistum für die Flüchtlinge engagieren. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit und grüße Sie herzlich
Ihr
 
Dr. Karl-Heinz Wiesemann
Bischof von Speyer 

Hilfen für Flüchtlinge im Bistum Speyer

Im Bistum Speyer gibt es zahlreiche Angebote für Flüchtlinge. Unterstützung erhalten sie etwa durch den Caritasverband, den Flüchtlingshilfefonds, aber auch in den Pfarrgemeinden sowie durch sonstige kirchliche Gruppen und Institutionen.

 

Hilfen für Flüchtlinge im Bistum Speyer
(Stand: 10. November 2014)

1. Hilfen des Caritasverbandes

In den Caritas-Zentren der Diözese laufen verschiedene Aktivitäten für Flüchtlinge:
• Begegnungstreffen in Kooperation der Zentren mit den Pfarreien vor Ort und mit ehrenamtlichen Helfern der Pfarreien.
• Schulungen für Ehrenamtliche zusammen mit dem Arbeitskreis Asyl mit dem Schwerpunkt „Verfahrensberatung“.
• Zusätzlich Schulung für freiwillig Tätige mit dem Schwerpunkt „Fit für Flüchtlingsarbeit“, in Kooperation mit Pfarreien und der Katholischen Erwachsenenbildung.
• Begleitung von interessierten Ehrenamtlichen, die sich über die Caritas-Zentren in der Flüchtlingsarbeit engagieren wollen.
• An mehreren Standorten laufen Sprachkurse für Flüchtlinge, in Speyer zum Beispiel in Kooperation mit der Volkshochschule drei Kurse und ein vierter nur für Frauen. 
• Kommunikationstrainings für Erwachsene durch Honorarkräfte und Ehrenamtliche, finanziert durch den Landkreis.
• Kommunikationstrainings für Kinder.
• Patenschaften: Ehrenamtliche übernehmen Patenschaften für Familien oder Einzelpersonen, betreuen diese und unterstützen sie im Alltag.
• Arabisch und deutsch sprechende Person übernimmt Vermittlerfunktion zwischen Flüchtlingen, Jobcenter und anderen Institutionen.
• In Germersheim bieten Studenten der Universität mit Unterstützung der Pfarrei und des Caritas-Zentrums Sprachkurse für Flüchtlinge und Asylsuchende an.
• Engagement im Bereich der schulischen und beruflichen Qualifizierung von Flüchtlingen, Bildungsberatung, in Kooperation mit der Agentur für Arbeit.
• Migrations- und Integrationsberatung sowie allgemeine Sozialberatung in allen Caritas-Zentren.
• Einrichtung eines Café Asyl, eines internationalen Frauencafés, einer interkulturellen Begegnungsstätte.
• Einrichtung einer Fahrradbörse zur Unterstützung der Mobilität der Flüchtlinge.
• Pflasterstube zur medizinischen Beratung und Betreuung von Menschen ohne
Krankenversicherung.
• Young Caritas: Plakate und Memory zur Unterstützung der Sprachkompetenz von Erwachsenen und Kindern.

 

2. Hilfen durch den Flüchtlingshilfefonds

Das Bistum hat im Juni 2014 einen Fonds für Flüchtlingshilfe errichtet und dafür zunächst 50.000 Euro eingesetzt. In diesen Fonds wird auch die Kollekte des diesjährigen Caritassonntages einfließen. Damit sollen Notsituationen von Flüchtlingen erleichtert werden, zum Beispiel durch:
• Sprachförderung
• Anteilige Übernahme von Rechtsanwaltskosten im Asylverfahren
• Einzelfallhilfe zum Beispiel bei Übersetzungshilfen und Familienzusammenführungen.

 

3. Hilfen in den Pfarrgemeinden (eine Auswahl)

• Pfarrei Germersheim: Aufnahme und Unterstützung einer Frau und ihrer Tochter aus Tschetschenien (April, Mai 2014).
• Pfarrei Maikammer: Vermietung des Schwesternhauses. 
• Pfarrei Maria Schutz Kaiserslautern: Pfarrheim wird für Sprachkurse zur Verfügung gestellt, eine Frau aus der Pfarrei erteilt Sprachunterricht.
• Pfarrei Heilig Geist Landstuhl: Engagement für zwei Flüchtlinge aus Ägypten, Hilfe beim Deutschunterricht, Ausstattung mit Fahrrädern, Integration in das Gemeindeleben.
• Ludwigshafen-Friesenheim: Ökumenisches Erntedankessen, Ausstattung von Flüchtlingsfamilien mit Nähmaschinen.
• Pfarrei Winnweiler: Engagement eines Ehepaars für eine syrische Flüchtlingsfamilie / Eine Frau unterstützt einen jungen Mann aus Afghanistan bei der Integration, zum Beispiel durch Sprachunterricht und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
• Pfarrei Bellheim: Hilfeleistung für eine pakistanische Familie, in Kooperation mit dem Arbeitskreis Asyl Germersheim.
• Pfarrei St. Ludwig, Ludwigshafen: Sprachkurse für Flüchtlinge im Pfarrheim in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.
• Pfarrei Grünstadt: Engagement in der „Leininger Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit" / Angebot eines „Café international“ / Hilfe für pakistanische Flüchtlingsfamilie / Hilfe für Frau aus Ruanda, die
von Abschiebung bedroht war / Migranten aus Ruanda und Irak wirken am Gemeindeleben aktiv mit.
• Pfarrei Limburgerhof: Unterstützerkreis für Flüchtlinge.
• Dekanat Kaiserslautern: Öffentliche Aktion zur Toleranz und zur Solidarität mit Flüchtlingen (für Advent 2014 in Kooperation mit Verbänden und Projekt „Young Caritas“ geplant).
• Pfarrei St. Martin Kaiserslautern: Erlös des Martinszuges wird für die Sprachförderung von Flüchtlingskindern und für Lernmaterial zur Sprachförderung gespendet.
• Pfarreiengemeinschaft Schifferstadt: Weihnachtlicher Nachmittag mit Flüchtlingen im Pfarrheim (22. Dezember).

 

4. Weitere Hilfen kirchlicher Gruppen und Institutionen

• Kloster St. Magdalena, Speyer: Bereitstellung von einer Wohnung und vier Einzelzimmern für Flüchtlinge in Speyer.
• Institut St. Dominikus, Speyer: Bereitstellung einer großen Wohnung in Speyer für zwei Flüchtlingsfamilien mit Kindern.
• Geistliches Zentrum Maria Rosenberg: Bereitstellung von sechs Plätzen für Flüchtlinge.
• Gemeinnütziges Siedlungswerk: Bereitstellung von zwei Wohnungen für Flüchtlinge in Speyer.
• Ausweitung der Sprachkurse für Flüchtlinge, auch mit ESF- und Landesmitteln, Koordination durch die Katholische Erwachsenenbildung.
• Aus dem Katastrophenfonds der Abteilung Weltkirche wurden finanzielle Mittel für die Flüchtlingshilfe von Caritas International in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Des Weiteren wurden über die Aktion Silbermöwe seit 2012 für Flüchtlinge aus Syrien/Irak über Caritas International, Misereor und Kirche in Not Spenden von rund 19.000 Euro zur Verfügung gestellt.
• Heinrich Pesch Haus, Ludwigshafen: Kinderferienwoche für Flüchtlingskinder, finanziert durch die Aktion „Charity-Day“ / am Nikolaustag Weiterleitung von Gesellschaftsspielen, Puzzles und Büchern an Flüchtlingskinder. 
• Komturei "Regina Coeli" des Ritterordens vom Heiligen Grab unterstützt Familien irakischer Christen in Ludwigshafen, St. Albert.
• DJK-Sportverband: Lauftreff mit Flüchtlingen aus Eritrea, Ausstattung mit Sportbekleidung, Herstellung eines Kontakts zu einem Fußballverein, Beteiligung bei „Soli“-Lauf.
• BDKJ Kaiserslautern: Flüchtlingstruck von Missio kommt nach Kaiserslautern (für 2015 in Kooperation mit der Pfarreiengemeinschaft Maria Schutz geplant).

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