Aus dem Bistum

Donnerstag, 26. Januar 2012

Einmaliges kirchenmusikalisches Projekt

Verzahnung von Dommusik, Bischöflichem Amt für Kirchenmusik und neuer Grundschule mit musischem Schwerpunkt

Noch sind die Gebäude auf dem Klosterareal ungenutzt (von links): ehemaliges Internat, frühere Schulturnhalle und früheres Hauptgebäude der Klosterschule. Rechts das Gebäude der Peregrinus GmbH. Foto: Landry

Schon bald wird auf dem Gelände des Dominikanerinnen-Klosters St. Magdalena in Speyer geklopft und gehämmert. Dort entsteht in den nächsten Monaten inmitten der Altstadt das neue kirchenmusikalische Zentrum des Bistums Speyer. „Es handelt sich bundesweit um ein einmaliges Projekt“, unterstrich Domdekan Dr. Christoph Kohl am 20. Januar bei einem Pressegespräch in den Räumlichkeiten des „pilger“.
Denn in den Gebäuden, die bis 2010 die frühere städtische „Klosterschule“ beherbergten, werden künftig sowohl die Dommusik mit der Domsingschule als auch das Bischöfliche Amt für Kirchenmusik (BAK) mit dem Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut (BKI) untergebracht. Das besondere Konzept schließt auch die neue private Grundschule mit musischem Schwerpunkt in unmittelbarer Nachbarschaft ein. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Internatsgebäudes eröffnen die Dominikanerinnen im August 2013 eine Ganztagsschule.

Grundschule mit Schwerpunkt Musik

„Wir beginnen mit einer Klasse mit 24 Mädchen und Jungen und bauen die Schule langsam aus“, so Generalprokuratorin Schwester Waltraud Langhans gegenüber den Pressevertretern. Am Ende soll eine komplette zweizügige Grundschule mit acht Klassen der Jahrgangsstufen eins bis vier entstehen. Für den Unterricht wollen die Dominikanerinnen teilweise eigene Schwes­tern einsetzen. Derzeit haben vier Ordensfrau­en des Klosters eine Lehrberechtigung, weitere vier Schwes­tern bereiten sich auf den Lehrerinnenberuf vor. Die Direktorenstelle will das Kloster extern besetzen. Den Musikunterricht übernehmen die Hauptamtlichen der Dommusik.
Die Renovierungs- und Umbauarbeiten, die im März beginnen und unter anderem den Einbau einer neuen Heizung, neue Fenster und eine neue Küche vorsehen, sollen rund 1,5 Millionen Euro kosten. Die Schwestern gehen davon aus, dass die Maßnahme Ende September abgeschlossen sein wird. Derzeit unterhalten die Dominikanerinnen, die sich seit dem 14. Jahrhundert der Bildungs- und Erziehungsarbeit widmen, keine eigene Einrichtung. Seine letzten Schulen in eigener Trägerschaft, das Edith-Stein-Gymnasium und die Edith-Stein-Realschule, hat der Orden vor zwei Jahren an die Gemeinnützige St. Dominikus Schulen GmbH abgegeben.

Erster Bauabschnitt in diesem Jahr

Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, fällt der Startschuss für den Umbau des früheren Hauptgebäudes der Klos­terschule an der Hasenpfuhlstraße, das sich neben dem langgestreckten Bau der Peregrinus GmbH befindet, in dem die Mitarbeiter der Kirchenzeitung „der pilger“ untergebracht sind. Das vierstöckige Haus, das in einem ersten Bauabschnitt für rund 1,2 Millionen Eu­ro umgestaltet und erweitert wird, beherbergt künftig Büro- und Übungsräume für die Dommusik und das Amt für Kirchenmusik. Sie sind derzeit noch im Friedrich-Spee-Haus bzw. im Bistumshaus St. Josef untergebracht, in dem auch der Caritasverband seinen Sitz hat.
Im Erdgeschoss des früheren Hauptgebäudes der Klosterschule werden unter anderem ein Aufenthalts- und Spielraum sowie Büroräume von Domkantor, Domkapellmeister und Diözesankirchenmusik angesiedelt. Einen Raum für musikalische Früherziehung befindet sich künftig im ersten Obergeschoss. Dort können bis zu 20 Kinder unterrichtet werden. Für Chorproben steht außerdem ein kleiner Chorsaal für bis zu 40 Personen zur Verfügung. Das zweite Obergeschoss ist für Gesangsausbildung, Konferenzen und den Orgel- und Klavierunterricht von BAK/BKI vorgesehen. Unter dem Dach entstehen eine hundert Quadratmeter große Wohnung sowie Notenarchive von BAK und BKI.
Damit die Nachbarschaft sich nicht vom Unterricht gestört fühlt und umgekehrt keine Geräusche von draußen in das Gebäude dringen können, werden die Räumlichkeiten laut Architekt Michael Humbert (Sondernheim) klimatisiert und mit einem speziellen Doppelfenstersystem ausgestattet.
Der Bau zwischen Klosterschule und Peregrinus-Gebäude – der ehemalige Sanitärbereich – wird zum Eingangsbereich umgebaut und aufgestockt. Ein integrierter Aufzug verbindet die einzelnen Stockwerke.

Zweiter Bauabschnitt 2013

Rund 1,1 Millionen Euro soll der zweite Bauabschnitt im kommenden Jahr kosten. Aus der ehemaligen Schulturnhalle im Innenhof des Klos­ters wird ein Hauptübungsaal der Chorgruppen. Dort steht künftig auch die Konzertorgel des BKI. (pede)

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