Aus dem Bistum

Mittwoch, 17. Mai 2017

Warum ist Priester werden dein Weg?

Priesteramtskandiaten über die Berufung, den Zölibat und die Zukunft der Kirche

Was bewegt Männer dazu, den Beruf des Priesters zu wählen? Diese Frage interessiert viele Menschen. Foto: actionpress

Was bewegt Männer dazu, Priester zu werden? Diese Frage stellte sich vor einigen Monaten die „Runde der Berufung“ im Bistum Speyer, der Vertreter verschiedener kirchlicher Berufe wie Priester, Pas­toral- und Gemeindereferenten, aber auch Ordensleute angehören. Um Antworten zu erhalten, führte die Runde von Februar bis April eine Umfrage unter den sechs Priesteramtskandidaten durch, die in diesem Jahr geweiht werden. Es ist die erste derartige Befragung in der Diözese. Gott habe für jeden Menschen einen Plan, der ihn glücklich mache und ihn erfülle, bekräftigt Ralf Feix. Der 41-jährige Pfarrer steht an der Spitze der „Runde der Berufung“ und leitet auch die Stabsstelle „Berufe der Kirche im Bistum Speyer“. „Mit der Befragung sollten sich die Priesteramtskandidaten noch einmal selbst mit ihrem Weg, den sie einschlagen, auseinandersetzen, aber auch anderen Menschen mitteilen, warum sie sich für den Priesterberuf entschieden haben.“ Denn auf diese Weise könnten Menschen ihre möglicherweise klischeehaften Bilder über Priester überdenken.

Die jungen Männer im Alter um die 30 Jahre konnten sich aus 15 Fragen sechs aussuchen. Die Inhalte stammten aus der „Runde der Berufung“, aber auch von Menschen im Umfeld der Gruppe. Die Bandbreite des Fragenkatalogs reicht von den Wirkungen, die mit der Arbeit erzielt werden sollen, über die Berufung zum Priesterberuf bis zum Tagesablauf eines Priesters und dem Sinn des Zölibats.

Dabei fallen die Inhalte und die Länge der Antworten teilweise recht unterschiedlich aus. Einigkeit herrscht bei der Einschätzung, wie die katholische Kirche in zehn Jahren aussieht. Moritz Fuchs aus Kaiserslautern und Dominik Schindler aus Homburg sind davon überzeugt, dass sie anders sein wird als heute. „Bereiche, die nicht zum Kernbereich und -auftrag der Kirche zählen bzw. die bereits seit Jahrzehnten rückläufig sind, werden nicht mehr das Aussehen der Kirche prägen“, so Schindler. Moritz Fuchs hofft, „dass wir uns in zehn Jahren fragen: Wem können wir heute etwas Gutes tun? Wo können wir noch anderen helfen? Was sollen wir heute in Angriff nehmen und aufbauen?“

Die Menschen über den Sinn des Lebens und das, was ihnen Erfüllung gibt, zum Nachdenken bringen, das möchte Maximilian Brandt aus Gönnheim unter anderem mit seiner Arbeit bewirken. Brandt, der im Oktober in Rom zum Priester geweiht wird, fühlt sich von Gott gut geführt. Das gebe ihm im Hinblick auf seine Berufsentscheidung Mut für den weiteren Weg. Für Peter Heinke aus Blieskastel gab es nicht „das“ Berufungserlebnis, sondern vielmehr sei es ein Weg gewesen mit Gabelungen, an denen er habe schauen müssen, was Gott mit ihm vor habe. Dabei hätten ihm auch Menschen weitergeholfen, etwa die Familie, Freunde, aber auch der Regens und der Bischof. In der Begegnung und der Arbeit mit den Menschen in der Pfarrei und in der Schule spürt Moritz Fuchs eine Bestätigung seiner Berufung. Natürlich gäbe es auch schwierige Zeiten des Zweifelns, „aber bisher nie so, dass ich meine Entscheidung in Frage gestellt hätte“.

Vier der sechs künftigen Seelsorger beantworten die Frage nach dem Zölibat und sprechen sich unisono für die Ehelosigkeit aus. „Das Herz des Priesters soll frei sein für Gott“, so die Begründung von Thomas Ott aus Waldmohr, der damit Papst Johannes Paul II. zitiert. Matthias Schmitt aus Schifferstadt befürwortet einen „sinnvoll gelebten“ Zölibat. Das bedeute, dass „ich nicht allein für mich dahinlebe, sondern in meiner Beziehung zu Gott wachse und mein Leben als Christ zu einer ungefesselten Kraft für andere Menschen wird“. Allerdings sei diese Lebensform nicht immer leicht, räumt Schmitt ein, aber das habe jede Beziehung so an sich.

Ralf Feix freut sich über das Engagement der Priesteramtskandidaten bei der Bearbeitung des Fragenkatalogs.  In den Aussagen sei zu spüren, was für ein geistiger Weg hinter ihnen liege. (pede)

Die Interviews können auf der Webseite www.dein-leben-dein-weg.de sowie auf der Facebook-Seite „Berufungspastoral Speyer“ nachgelesen werden. Darüber hinaus gibt es auf dem Youtube-Kanal (www.youtube.de/ Suchbegriff Diözese Speyer) Kurzfilme der jungen Priesteramtskandidaten, in denen sie unter anderem über ihre Berufung sprechen.

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