Im Gespräch

Donnerstag, 02. August 2012

Deutsche Bischofskonferenz warnt vor humanitärer Katastrophe

Erzbischof Zollitsch ruft zu Spenden für syrische Flüchtlinge auf

Helfer versorgen in Idlib (Syrien) ein bei der Bombardierung verletztes Mädchen. Immer mehr Menschen fliehen aus den umkämpften Gebieten. Foto: Fadi Zaidan/AP/dapd

Angesichts der sich zuspitzenden Kämpfe in Syrien wächst die Sorge um die Flüchtlinge und um die christliche Minderheit des Landes. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und die Deutsche Bischofskonferenz mahnten das Recht auf Glaubensfreiheit an. Papst Benedikt XVI. forderte in Castel Gandolfo eine politische Lösung des Konflikts und ein Ende der Gewalt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk verlangte zusätzliche Hilfsgelder für syrische Flüchtlinge.
Die Lage der Christen in Syrien mache ihm große Sorgen, sagte Westerwelle in einem Interview. Ihr Recht auf Religionsfreiheit dürfe nicht unter die Räder kommen: „Wir erwarten von allen, die für ein neues Syrien eintreten, dass sie Pluralität und Glaubensfreiheit achten.“
Auch Erzbischof Robert Zollitsch verlangte Lösungen, bei denen alle Gruppen ihren Glauben frei ausüben könnten. Die Verantwortlichen müssten in Zukunft ein Zusammenleben „in Frieden, Gerechtigkeit und Respekt voreinander“ ermöglichen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Er warnte in einer in Bonn veröffentlichten Erklärung vor einer humanitären Katastrophe. Immer mehr Menschen seien vor den blutigen Gefechten auf der Flucht und die Zahl der syrischen Flüchtlinge in die Nachbarländer steige dramatisch. Vor allem Kinder litten unter der Gewalt.
Zollitsch rief zu Spenden auf. Die Flüchtlinge bräuchten dringend verstärkte Hilfe. Die kirchlichen Werke Caritas international, Misereor, missio und das Kindermissionswerk arbeiteten mit Partnerorganisationen in Syrien und den Nachbarländern zusammen, unterstrich der Erzbischof. Angesichts des zunehmenden Flüchtlingsdramas müssten diese Anstrengungen noch verstärkt werden.
Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) warnte vor finanziellen Engpässen bei der Nothilfe als Folge der Wirtschaftskrise. Der UNHCR-Vertreter in Deutschland, Michael Lindenbauer, forderte in der Deutschen Welle zusätzliche Gelder zur Unterstützung von syrischen Flüchtlingen. Es dürfe nicht dazu kommen, dass das Syrien-Engagement zu Lasten notleidender Menschen beispielsweise in Mali oder im Sudan gehe. Er fürchte, dass Budgetmittel für Mali einfach für Syrien umgewidmet würden. Benötigt würden jedoch zusätzliche Hilfen, sagte Lindenbauer.
Nach Schätzungen des Roten Kreuzes sind in den vergangenen Tagen allein aus der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo rund 200000 Personen  geflohen – überwiegend in die Türkei, nach Jordanien, Irak und in den Libanon. Die jordanische Regierung hat am vergangenen Sonntag das erste Zeltlager für syrische Flüchtlinge eröffnet. Über 140000 Menschen aus dem Nachbarland hat Jordanien bislang aufgenommen  und täglich kommen rund 2000 neu hinzu. (Redaktion)

Spendenkonto:
Caritas international
Stichwort: Nothilfe Syrien
Konto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 66020500.

 

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