Kultur

Mittwoch, 27. Juni 2012

„pilger“-Tipps für Ihre Urlaubslektüre

In Zusammenarbeit mit der Büchereifachstelle des Bistums Speyer

Hinweis: Urlaubslektüre kann – kostenfrei – in den Katholischen öffentlichen Büchereien im Bistum Speyer ausgeliehen werden.

Stefanie Gerstenberger: 
Oleanderregen

Valentina, Tochter einer deutschen Mutter und eines sizilianischen Vaters, fährt nach Camaro, um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Vaters zu erfüllen. Er möchte in der Heimat begraben werden. Erst durch sein Testament erfährt Valentina, dass ihre heiß geliebte Cousine Irma in Wahrheit ihre Halbschwester ist. Irma hat sich viele Jahre um das halbwüchsige Mädchen gekümmert, als die Mutter Mann und Tochter verlassen hatte. Die komplizierten Liebesverwicklungen der sizilianischen Verwandtschaft über mehrere Generationen, das gelebte Brauchtum und der selbstverständliche Familienzusammenhalt bei Schicksalsschlägen hinterlassen bei Valentina tiefe Spuren. Sie sieht ihr eigenes Leben, ihre Beziehungsprobleme, wie durch ein Brennglas und kann so entscheidende Weichen für einen kompletten Neuanfang stellen. 
Stefanie Gerstenberger wählt auch für ihren dritten Roman Italien als Schauplatz. Die warmherzig erzählte Familiengeschichte ist gut gemachte Sommerlektüre, ein idealer Schmöker für den Liegestuhl. (Marion Sedelmeier)

Stefanie Gerstenberger: Oleanderregen; Verlag Diana HC; 
ISBN 978-3-453-29125-6; Einband gebunden: 19,99 Euro 


Peter Tremayne:
Und die Hölle folgte ihm nach

Eigentlich wollte Schwester Fidelma in der Abtei Bobium bei Genua ihren alten Lehrer aus Kindertagen besuchen. Schon der Weg dorthin ist gefährlich, denn in der Gegend herrschen große Spannungen zwischen den Anhängern verschiedener christlicher Glaubensrichtungen. Fidelmas alter Lehrer hat seine Auffassung in aller Öffentlichkeit gepredigt und wurde dafür zusammengeschlagen. Fidelma kann gerade noch mit ihm reden, dann stirbt er. In der Abtei regiert die Angst, Gerüchte von einem sagenumwobenen Goldschatz gehen um. Man rät Fidelma immer wieder, so schnell wie möglich abzureisen. In einem fremden Land und ohne Kenntnis der Sprache dort – gelingt es ihr, ein düsteres Geheimnis aufzudecken. Das beste an diesem Buch ist Schwester Fidelma – eine kluge, emanzipierte, mutige Frau, die ihre Widersacher in Grund und Boden argumentiert. 
Peter Tremayne ist das Pseudonym eines anerkannten Historikers, der sich auf die versunkene Kultur der Kelten spezialisiert hat. Zahlreiche Buchveröffentlichungen.

Peter Tremayne: Und die Hölle folgte ihm nach; Verlag Aufbau TB; 
ISBN: 978-3-7466-2773-1; Einband: Paperback; 9,99 Euro


Lisa-Maria Seydlitz:
Sommertöchter

In zwei parallelen Strängen schildert die Erzählerin („Juno“) ihre unbeschwerte Jugend in einer deutschen Vorstadt zusammen mit ihrer Mutter, die Buchhändlerin ist, und ihrem oft für längere Zeit abwesenden Vater – der dann überraschend stirbt, worauf die Mutter bald von einem Geliebten eine zweite Tochter, Anna, bekommt – sowie ihrem geheimnisvoll in der französischen Bretagne geerbten und später erkundeten Fischerhaus am Strand, wo sie ein Parallelleben ihres Vaters entdeckt, dessen Tochter Julie – von einer anderen Frau, also Junos Halbschwester – in dem verwahrlosten Strandhaus lebt und sich eine gemeinsame Zukunft mit ihrer deutschen Halbschwester, eben den „Sommertöchtern“, vorstellen kann...
Was sich in dieser Zusammenfassung wie eine verwirrende Geschichte liest, wird von der jungen Autorin (die bei der Abfassung des Romans kaum 25 Jahre alt war) klar dargelegt und anschaulich-liebevoll erzählt als leuchtende Schilderung einer unbeschwerten Vorstadtjugend und sonniger Urlaubszeiten mit unkomplizierten Menschen an der bretonischen Küste. Als leicht lesbarer und tröstlich-heiterer Sommerroman geeignet für jede Bücherei. (Georg Bergmeier)

Lisa-Maria Seydlitz: Sommertöchter; Dumont Buchverlag; 
ISBN 978-3-832-19662-2; Hardcover, gebunden; 18,99 Euro


Riikka Pulkkinen:
Wahr

Martti und Elsa sind über fünfzig Jahre verheiratet, nun ist Elsa sterbenskrank und ordnet ihren Nachlass. Ihre Enkelin Anna übernimmt einen Teil der häuslichen Betreuung und entdeckt dabei ein fremdes Kleid im Schrank ihrer Großmutter. Durch diesen Fund wird Anna zur Vertrauten und die Großmutter offenbart ihr eine große Verletzung. Das Kleid gehörte Eeva, die in den späten sechziger Jahren das Kindermädchen von Annas Mutter war und für mehrere Jahre die Geliebte ihres Großvaters wurde. Und so wird Anna zur Zeugin eines bisher verborgenen Familiengeheimnisses, das für ihren weiteren Lebensweg eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird. 
Die Geschichte ist so alt wie die Menschheit selbst und wird doch von der jungen finnischen Autorin, Jahrgang 1980, erfrischend neu und erstaunlich reif interpretiert. Pulkkinen erzählt aus verschiedenen Perspektiven; Elsa, Anna, deren Mutter, Martti und nicht zuletzt in Einschüben Eeva verdichten das Geschehen zunehmend. Dadurch entsteht ein stimmiges, anrührendes Kaleidoskop über Liebe und Tod, Verrat und Vergebung und nicht zuletzt die Geschichte einer Ehe, die alle Stürme überdauert bis hin zum Tod. Für reife, versierte Leserinnen ein literarischer Genuss. (Beate Mainka)

Riika Pulkkinen: Wahr; List-Verlag; ISBN 978-3-471-35071-3; 
Hardcover, gebunden; 18 Euro 


Don Winslow:
Die Sprache des Feuers

Jack Wade war der Star der Abteilung für Brandstiftung des Orange County Sheriff Departments (Kalifornien), bis ihn eine angebliche Falschaussage die Karriere kostete. Dass sein Kollege Bentley die Finger im Spiel hatte, ist eine andere Geschichte. Für seinen neuen Arbeitgeber, die California Fire & Life, ermittelt er in einem Versicherungsfall: Das Anwesen des Immobilienmoguls Nicky Vale ist bis auf die Grundmauern abgebrannt mitsamt seiner jungen Frau Pamela. Auch Bentley war schon am Brandort. Er tippt auf zu viel Wodka und eine brennende Zigarette. Aber Jack Wade kennt die Sprache des Feuers. Und macht sich auf Spurensuche. Bis er herausfindet, dass Nicky Vale mitnichten der unbescholtene amerikanische Bürger ist, als der er sich ausgibt, wird die Sache so heiß, dass Jack Gefahr läuft, sich die Finger zu verbrennen. Russische Erpresser und abtrünnige KBG-Agenten, Antiquitätenhändler und Versicherungsbetrüger, vietnamesische Gangs und abgelegte Liebschaften – Jack Wade verstrickt sich in einem Dickicht aus Verschwörung, Korruption und Betrug, so sehr, dass er am Ende beschließt, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
„Das tolle an einem Don-Winslow-Thriller ist nicht nur, dass er ausnehmend gut geschrieben ist. Das Tolle ist auch, dass man beim Lesen der Überzeugung ist: Der Mann kennt sich aus, egal, worüber er schreibt” (Frankfurter Rundschau). Don Winslow arbeitete als Privatdetektiv in New York, schmuggelte Geld in Südafrika, verkaufte Safaritouren in China und lebt heute als Autor und Surfer in Kalifornien.

Don Winslow: Die Sprache des Feuers; Suhrkamp-Verlag;  
ISBN 978-3-518-46350-5; Taschenbuch, kartoniert; 14,99 Euro


Micaela Jary:
Sehnsucht nach Sansibar

Die Hamburger Reederstochter Viktoria Wesermann, die Winzertochter Juliane von Braun und die Sekretärin Antonia Geisen lernen sich Ende des 19. Jh. auf der langen Schiffsreise nach Sansibar kennen, einer Insel vor Deutsch-Ostafrika. Schnell entsteht eine Freundschaft, die auch auf Sansibar bestehen bleibt. Während Viktoria endlich ihre Freiheit ausleben und aus den elterlichen Zwängen ausbrechen kann, wird Juliane geliebt und Antonia scheint an ihrer unglücklichen Liebe zu zerbrechen. 
Nicht nur die Schicksale der drei Frauen, sondern auch der Beginn der Frauenbewegung sowie gesellschaftliche und politische Ereignisse der damaligen Zeit werden aufgegriffen. Natürlich kommt auch die Liebe im geheimnisvollen, exotischen und farbenprächtigen Sansibar nicht zu kurz. Die Fußnote der Autorin am Ende des Romans gibt Auskunft über Wahrheit und Fiktion dieser Geschichte. Überall sehr gut einsetzbar. (Pia Jäger)

Micaela Jary: Sehnsucht nach Sansibar; Goldmann Verlag; 
ISBN 978-3-442-47666-4; Paperback; 9,99 Euro

 

Hinweis: Urlaubslektüre kann – kostenfrei – in den Katholischen öffentlichen Büchereien im Bistum Speyer ausgeliehen werden.

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