Silbermöwe

Donnerstag, 22. Juni 2017

65,6 Millionen: Höchststand bei Flüchtlingszahlen

Hilfswerke mit Appell zu mehr Solidarität

Noch nie hat die Welt so viele Flüchtlinge gesehen wie in diesen Monaten – mehr als 65 Millionen, 40 Millionen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Foto: actionpress

Die Flüchtlingszahlen haben 2016 laut Angaben der Vereinten Nationen den bisher höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Weltweit waren demnach 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht, wie aus einem am Montag vorgestellten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervorgeht. Rund 40 Millionen sind Binnenflüchtlinge im eigenen Land. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni mahnten Hilfsorganisationen und Politiker zu Solidarität und Kampf gegen Fluchtursachen.

Der Präsident von Caritas Europa und Bischof der belgischen Diözese Gent, Luc Van Looy, forderte die europäischen Staaten auf, bei der Asyl- und Migrationspolitik voranzugehen. Europa habe die moralische Pflicht und das Geld, um Menschen in Not zu schützen und zu integrieren.

Der Deutsche Caritasverband sprach sich dafür aus, legale Wege für Arbeitsmigranten in die EU zu öffnen. Wenn Europa mehr Zuwanderung zulassen würde, müssten weniger Menschen ihr Leben auf gefährlichen Fluchtwegen riskieren, sagte Caritaspräsident Peter Neher zur Begründung. Pro Asyl warnte Europas Politiker vor „einer Abwälzung der Verantwortung für Flüchtlinge an Drittstaaten“. Nicht die Abwehr von Flüchtlingen stärke die Europäische Union, sondern deren Aufnahme.

Das katholische Hilfswerk missio München mahnte, in den Heimatregionen der Flüchtlinge Strukturen zu stärken. „Die Herausforderung ist, dort nachhaltig Strukturen zu schaffen, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, und alles daran zu setzen, dass in der Region Frieden entsteht“, sagte missio-Präsident Wolfgang Huber.

Das katholische Hilfswerk Misereor fordert eine langfristige Friedenspolitik, um die weltweite Flüchtlingskrise zu bewältigen. „Ernsthafte Fluchtursachenbekämpfung ist keine Frage von Monaten, sondern von vielen Jahren“, sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon  in Aachen anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. Die meisten Flüchtlinge sind laut Misereor Vertriebene innerhalb ihrer eigenen Länder. „Diese Binnenflüchtlinge sind besonders gefährdet, ihnen muss gezielt geholfen werden“, so Bröckelmann-Simon. (red)

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