Silbermöwe

Donnerstag, 22. Januar 2015

Wie ein langsamer Tsunami

Flut verwüstet weite Teile von Malawi – Krokodile attackieren Flutopfer

Auf einer Fähre in Malawi. Foto: actionpress

Brücken enden im Nichts; binnen weniger Stunden wurden Häuser zu Ruinen. In Malawi, das derzeit die stärkste Flut seiner Geschichte durchlebt, steigt die Zahl der Opfer weiter. Mehr als 200 Menschen kamen bereits ums Leben; etwa eine Viertelmillion musste vor den Wassermassen fliehen. Dem südafrikanischen Nachrichtensender eNCA zufolge war binnen 24 Stunden so viel Regen gefallen wie sonst innerhalb eines Monats.

Nachdem Staatspräsident Peter Mutharika die betroffenen Gebiete im Süden Malawis besuchte, erklärte er die Hälfte des Landes zum Katastrophengebiet. Zudem appellierte er an die internationale Gemeinschaft, Hilfe zu schicken. Malawi, im Süden Afrikas gelegen, zählt zu einem der ärmsten Länder weltweit. Mehr als 72 Prozent der 15-Millionen-Bevölkerung leben von umgerechnet weniger als einem Euro pro Tag.

„Ich habe innerhalb von zwei Stunden vier Menschen sterben gesehen, darunter eine Frau und ihr Kind. Haustiere wurden einfach weggespült und vor dem Wochenende hat die Flut mehr als 210 Häuser mitgerissen“, berichtet der malawische Journalist Richard Chirombo der Katholischen Nachrichten-Agentur aus der Stadt Zomba. In einem nahe gelegenen Dorf seien beinahe alle Bewohner von den Wassermassen überrascht und weggeschwemmt worden. Krokodile aus dem längsten Fluss des Landes, Shire, hätten ihren gewohnten Lebensraum verlassen und attackierten nun die Menschen in den überfluteten Gebieten.

Tausende Obdachlose strömten in den vergangenen Tagen in Auffanglager. „Die Flut ist wie ein langsamer Tsunami. Die Flüsse in den Süden und nach Mosambik schwellen stetig an“, sagt der Landesdirektor von „Ärzte ohne Grenzen“, Amaury Gregoire. Viele Gebiete sind laut Malawis Vizepräsident Saulos Chilima nur durch Helikopter zu erreichen. Lebenmittel werden knapp. Und auch wenn der Regen aufhört und die Fluten zurückgehen, ist die Katastrohe noch nicht vorbei, dann breiten sich  Malaria, Cholera und Durchfall aus. (red)

Spenden können unter dem
Stichwort „Malawi“ auf das Konto der
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Ktnr. 36340
bei der LIGA-Bank, Filiale Speyer
(Bankleitzahl 75090300)
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