Silbermöwe

Donnerstag, 16. April 2015

Rund 800000 Kinder sind in Nigeria auf der Flucht

Mehr als 300 Schulen wurden im Norden des Landes von Boko Haram zerstört

Viele Kinder haben in den Kämpfen und während der Flucht ihre Eltern verloren. Dieses Mädchen kümmert sich um seine kleine Schwester. Foto: actionpress

Seit der Entführung von knapp 300 Schülerinnen durch die Terrorgruppe Boko Haram vor genau einem Jahr hat sich die Situation für Kinder in der Region weiter verschärft. Darauf hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef am 13. April in Köln hingewiesen. Rund 800000 Kinder seien derzeit in Nigeria auf der Flucht. Insgesamt habe sich die Zahl der Menschen, die aus Angst vor Boko Haram und wegen der Kämpfe im Land innerhalb Nigerias auf der Flucht sind, seit einem Jahr auf 1,2 Millionen fast verdoppelt. Hinzu kämen mehr als 200000 Flüchtlinge, die nach Angriffen oder Drohungen gegen ihre Dörfer Schutz in den Nachbarländern Niger, Tschad und Kamerun suchen.

„Die Entführung der Mädchen aus Chibok vor einem Jahr war ein schreckliches Verbrechen. Angriffe auf Schulen und Entführungen von Kindern dürfen in Nigeria nicht länger zum Alltag gehören“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland: „Schutz und Hilfe für Kinder in der Region müssen wo immer möglich verstärkt werden.“

Tausende Kinder aus Nigeria sind nach Unicef-Angaben Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen. Mädchen und Jungen würden getötet, entführt, zwangsverheiratet, als Kämpfer rekrutiert oder in extremen Fällen dazu gezwungen, sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen. Zwischen 2012 und 2014 seien bei gezielten Angriffen auf Schulen im Nordosten Nigerias mindestens 196 Lehrer und 314 Schüler getötet worden. Mehr als 300 Schulen seien zerstört oder schwer beschädigt worden. Immer mehr Kinder und Jugendliche seien auf sich allein gestellt, weil ihre Eltern tot sind oder sie auf der Flucht von ihnen getrennt wurden.

Die Kirchen helfen, soweit es ihnen möglich ist. In vielen Regionen sind sie die einzige Organisation, deren Strukturen noch funktionieren. (red)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion
 

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Anzeige

16. April 2015

Rund 800000 Kinder sind in Nigeria auf der Flucht

Mehr als 300 Schulen wurden im Norden des Landes von Boko Haram zerstört


09. April 2015

Hilfe für Mama Regina in Tansania

Missio unterstützt ihren Kampf gegen Beschneidung und Zwangsheirat


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren