Silbermöwe

Donnerstag, 14. Juli 2016

Gelebte Alternativen in Rio

Kolpingwerk will Kindern, Jugendlichen und Familien Perspektiven zeigen

Mitglieder der Kolpingfamilie aus Rio de Janeiro und Padre Pedro Arnoldo da Silva, Nationalpräses des Kolpingwerks Brasilien, vor dem Kolpinghaus in Rio. Foto: Kolping

In dieser Ausgabe des „pilger“ findet sich eine Beilage zur Kampagne des Aktionsbündnisses „Rio bewegt.Uns“. Zu dem Aktionsbündnis gehört auch das Kolpingwerk. Der Speyerer Diözesanverband unterhält seit vielen Jahren enge Kontakte und auch Partnerschaften zum „Obra Kolping do Brasil“, dem brasilianischen Kolpingwerk.Unterstützt wird eine große Zahl von Maßnahmen in den brasilianischen Staaten Sao Paulo, Pernambuco, Minas Gerais, Goias, Piauí, Ceará, Rio de Janeiro, Maranhao und Tocantins. Dem brasilianischen Kolpingwerk werden Finanzmittel zur Verfügung gestellt zum Aufbau der Verbandsarbeit und zur Hilfe in aktuellen Notlagen. Seit 2008 konzentriert sich der Diözesanverband Speyer auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kolpingfamilien in Tocantins, dem jüngsten Bundesstaat Brasiliens. Walter Rung (Hochspeyer) koordiniert die Partnerschaftsarbeit. – Das Aktionsbündnis „Rio bewegt. Uns“ stellt im Rahmen seiner Kampagne auch die Kolpingarbeit in Rio de Janeiro vor, die bereits vor fast 30 Jahren aus Speyer Unterstützung erhielt.

Sie heißen Vila Kennedy oder Vila Aliança – Bangu, Bom Jesus oder Tanguá/Niterói; klingende Namen, hinter denen sich in Rio de Janeiro eine traurige und oft gefährliche Wirklichkeit verbirgt. In diesen Vierteln setzen sich Mitglieder der Kolpingfamilien, unterstützt von Sozialpädagogen, ehrenamtlich vor allem für Kinder und Jugendliche und besonders für sozial benachteiligte Familien ein, um einen Ort zu schaffen, wo sie aufatmen können.

Spielkreise, Kurse in Kunsthandwerk und Sport machen Freude und Mut, anders leben zu wollen als die meisten in den von Kriminellen und Drogenbanden kontrollierten Favelas. Es ist immer wieder eine berührende Erfahrung für die Kursleiter und Betreuer, wenn ganz in sich verschlossene, misstrauische und traurige Kinder langsam aufblühen, Vertrauen fassen und Freude finden. Auch für die Erwachsenen ist es wichtig, Rückhalt zu erfahren. Sie wollen anders leben, ihre Familien vor Gewalt und Kriminalisierung schützen, ihre Kinder stark machen, damit sie den Drogen widerstehen. Doch alleine ist das in einer Favela, in die sich weder Ordnungskräfte noch Vertreter der Kirche hineinwagen dürfen, sehr schwer.
In Veranstaltungen lernen die Kolpingmitglieder, wie Staat und Gesellschaft funktionieren, welche Pflichten, aber auch welche Rechte sie haben und einfordern können. Sie werden ermutigt, sich mit anderen Gruppen und Bewegungen zu vernetzen und zum Beispiel für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz einzutreten. In Gemeinderäten können sie Mitsprache erhalten und an einer gerechteren Gesellschaft mitarbeiten.

Dass die Olympischen und Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro abgehalten werden, wollen die Kolpingsfamilien nutzen, um diesen Initiativen noch mehr Schwung und Rückhalt zu geben und neue Mitglieder zu gewinnen.
Ein Grundsatz der weltweiten Kolpingarbeit ist das Vertrauen in die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen. Die Kolpingfamilien von Rio brauchen Unterstützung: für Schulungskräfte und einen Projektkoordinator; für Schulungen und Sportturniere; für die Ausstattung der Schulungsräume; für didaktisches Material. (rn)

Kontakt:
Kolpingwerk Diözesanverband Speyer
Adolph-Kolping-Platz 9
67655 Kaiserslautern
Telefon 0631 / 6 57 97
Mobil: 015 25 6 00 57 75
walter.rung@kolping-dv-speyer.de

 

 

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