
Schwester Agatha Tran Thi Xanh (links) und Ihre Mitschwestern sorgen für eine gute Schulbildung benachteiligter Kinder in ihrer Heimat. Foto: Privat
Seit 15 Jahren unterstützt Schwester Agatha Tran Thi Xanh von der Kongregation der Kreuzliebenden Schwester in Thu Thiem – Ho-Chi-Minh-Stadt (vormals Saigon), Vietnam, Waisen- und Straßenkinder in ihrem Heimatland. Warum sie das tut, dafür gibt es einen einfachen Grund.
Schwester Agatha Tran Thi Xanh wurde selbst bereits im Alter von fünf Jahren zur Halbwaise. Ihr Vater kam 1947 beim kommunistischen Aufstand von „Vietminh“ ums Leben. „Meine verwitwete Mutter musste sieben Kinder ernähren“, erinnert sich die heute 70-Jährige. „Tagsüber hatten wir vor der Schießerei der französischen und japanischen Soldaten Angst; nachts vor den Kidnappern der Vietminh.“ Die Mutter von Schwester Agatha musste besonders hart arbeiten, damit ihre Kinder zur Schule gehen konnten, um unter anderem in katholischer Religion unterrichtet zu werden. Schwester Agatha verließ die Schule mit elf Jahren, weil ihre Familie kein Geld hatte, um für sie Lehrbücher zu kaufen.
Mit 17 Jahren wurde sie schließlich in die Kongregation der Kreuzliebenden Schwestern von Thu Thiem aufgenommen, weil sie in einer Ordensgemeinschaft leben und armen Menschen helfen wollte. „Im Kloster durfte ich weiter lernen, erhielt eine Elementarbildung und auch eine spirituelle Ausbildung.“ Ab 1960 besuchte sie die Höhere Schule, die sie mit dem Abitur abschloss. Anschließend lernte sie Französisch, Englisch und Deutsch.
1970 kam die Ordensfrau nach Deutschland und absolvierte im St. Marienkrankenhaus in Ludwigshafen eine Ausbildung als Krankenschwester. Im Anschluss arbeitete sie auf der Kinderstation des St. Annastift-Krankenhauses. Im Februar 1975 kehrte sie schließlich nach Vietnam zurück, wo wieder Krieg herrschte. Auch nach der Beendigung des Krieges im April 1975 war die Lage in ihrem Heimatland sehr schlimm. Schwester Agatha und ihre Mitschwestern behandelten Menschen aus der Umgebung, die zu ihnen ins Kloster kamen. Unterstützung in Form von Medikamenten erhielten sie aus Deutschland. Darüber hinaus lernte Schwester Agatha Akupunktur und Akupressur. Durch die Kombination von östlicher und westlicher Heilkunde konnte sie vielen helfen.
In Ho-Chi-Minh-Stadt leben viele Straßenkinder ohne Wohnung, Essen und Ausbildung. Kinderarbeit ist normal, es gibt viele Waisen. Schwester Agatha, die von 1995 bis 2007 das Amt der Generaloberin innehatte, und ihre Mitschwestern versuchen vor allem hilfsbedürftige Kinder so gut es geht zu unterstützen, etwa durch eine ausgewogene Ernährung. 1997 erhielt der Orden zum ersten Mal eine finanzielle Unterstützung für 30 Kinder von der Aktion Silbermöwe. „Bis heute bekamen wir mit Hilfe des Kindermissionswerkes und der Aktion Silbermöwe für etwa 450 Jugendliche und Kinder Spenden für die Projekte Kinderpatenschaft und Projektpartnerschaft“, unterstreicht Schwester Agatha. 60 von ihnen können sich über einen Gymnasial-, Hochschul- oder Universitätsabschluss freuen. 30 Häuser, in denen die Schwestern wohnen und arbeiten und die auch als Schulräume dienen, wurden ebenfalls mit Hilfe von Spenden gebaut.
Schwester Agatha ist es wichtig, die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Dazu gehöre eine gute Schulausbildung, „denn mit der zunehmenden Industrialisierung und dem technischen Fortschritt brauchen die Jugendlichen heute eine höhere qualifizierte Fachausbildung“, so ihre Erkenntnis. (Redaktion)
Spenden für die Arbeit von Schwester Agatha können unter dem Stichwort
„Schwester Agatha“
auf das Konto
Bistum/Silbermöwe
Kontonummer 36340
bei der
Liga-Bank Speyer
BLZ 75090300
eingezahlt werden.
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