Silbermöwe

Freitag, 18. Mai 2012

Gedenken an die Morde von Kongolo

Vor fünfzig Jahren wurden in Belgisch-Kongo zwanzig Spiritaner-Missionare erschossen

Kongolo, 1962. Am Ort des Massakers gedenken Tausende von Menschen der getöteten Spiritaner-Missionare, die zu Märtyrern wurden. Foto: KNA

Mit dem Film „Von Menschen und Göttern“, der den gewaltsamen Tod der Trappistenmönche von Tiberhine in Algerien thematisiert, ist das Thema Märtyrer der Neuzeit Gegenstand allgemeinen Interesses geworden.Was nur wenige wissen: Vor 50 Jahren erlitten zwanzig Spiritaner während der Unruhen im Kongo ein ähnliches Schicksal. In diesem Jahr werden die Spiritaner in aller Welt durch Gottesdienste, Ausstellungen und Publikationen an das Schicksal der Spiritaner von Kongolo erinnern.

Am Morgen des 1. Januar 1962 wurden in Kongolo im damaligen Belgisch-Kongo, 20 Spiritanermissionare erschossen. 18 gehörten der belgischen und zwei der holländischen Ordensprovinz an. Während der Kämpfe in der ehemaligen belgischen Kolonie war die Stadt Kongolo am 31. Dezember 1961 von Regierungstruppen aus der Hand der aufständischen Katanga-Einheiten zurück erobert worden. Ihnen hatte dabei die „Balubakat“ geholfen, eine radikale Jugendgruppe. Noch am Abend des 31. Dezember wurden die 20 Spiritaner zusammen mit zwei afrikanischen Priestern, einigen afrikanischen Ordensschwestern und afrikanischen Schülern in einer belgischenMilitärkaserne eingesperrt. Am 1. Januar 1962 erschossen Soldaten, wohl auf Drängen der „Balubakat“, die 20 Spiritaner. 
Das gleiche Schicksal sollten am Nachmittag die afrikanischen Priester, Schwestern und Schüler treffen. Dann aber rettete das energische Eintreten des kongolesischen Generals Pakassa ihr Leben. Die 20 ermordeten Spiritaner waren in Pfarreien und Schulen in und um Kongolo tätig gewesen. Heute steht fest, dass sie erschossen wurden, weil sie Missionare waren.
Zum 50. Mal jährt sich in diesem Jahr 2012 der gewaltsame Tod von 20 Spiritanern (im Alter von 58 bis 28 Jahren), die am 1. Januar 1962 in Kongolo, dem ehemaligen Belgisch Kongo, umgebracht wurden.
Der derzeitige Generalobere der Spiritaner-Kongregation, Pater Jean Paul Hoch C.S.Sp., schreibt dazu: „Unsere Mitbrü̈der hatten sich entschlossen, in der Stadt Kongolo zu bleiben, während die Soldaten von Katanga auf die andere Seite des Flusses flohen. Unsere Mitbrü̈der wussten um die Gefahr, haben dem Tod ins Auge gesehen und sich darauf vorbereitet. Die kleinen Seminaristen (Schüler), die sie sterben sahen und ihre zerstü̈ckelten Leichen in den Lualaba-Fluß werfen mussten, waren tief erschü̈ttert.“
Der Generalobere der Spiritaner fügt seiner Schilderung ein persönliches Zeugnis hinzu: Damals stand ich vor der Entscheidung, ob ich ins Spiritaner-Noviziat der französischen Provinz eintreten wollte. Das Opfer unserer zwanzig Mitbrü̈der hat meine Entscheidung, Spiritaner zu werden, ebenso beeinflusst, wie die eines kongolesischen Diözesanpriesters, der sich im gleichen Jahr dafü̈r entschied, sich unserer Kongregation anzuschließen.“
Das zentrale Gedenken der europäischen Provinzen anlässlich des 50 Jahrgedächtnisses des Massakers findet am Pfingstsamstag, 26. Mai, in Gentinnes in Belgien statt, wo zur Erinnerung an die ermordeten Spiritaner-Missionare das „Kongolo-Memtiorial“ errichtet wurde. Eine besondere Gedenkfeier begeht das in Bagamoyo/Tansania tagende 20. Generalkapitel (24. Juni bis 22. Juli). (Redaktion)


In Speyer gedenken die Spiritaner vom ehemaligen Missionshaus St. Guido des Ereignisses im Pfingsthochamt, 27. Mai, in der Friedenskirche St. Bernhard. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr.  – Nach der Schließung des traditionsreichen Missionshauses ist die Spiritaner-Kommunität Speyer im ehemaligen Pfarrhaus bei St. Bernhard beheimatet. Die hier lebenden Patres arbeiten in der Pfarrseelsorge, in der Krankenseelsorge, als Beichtväter an der Kirche St. Bernhard und in der geistlichen Begleitung verschiedener Gemeinschaften. Jeden Mittwoch um 17 Uhr feiern sie in der Pax-Christi-Kapelle von St. Bernhard eine Friedensmesse.

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