Silbermöwe

Mittwoch, 19. April 2017

Hilfe im Süden Chiles trägt Früchte

Hauensteiner Freundeskreis egagiert sich für Kinder in Heimen

Pater Raphael, Präsident der Kinderheimstiftung, inmitten seiner Schützlinge. Foto: Uhl

Von einem längeren Aufenthalt in Chile sind Lioba Uhl und ihre Tochter Susanne Erwin, die beide verantwortlich im Hauensteiner „Freundeskreis zur Unterstützung der Kinderheimstiftung in Chile“ mitarbeiten, zurückgekehrt. Hauptzweck der Reise war der Besuch in den von der Stiftung betreuten Kinderheimen. Ihr Fazit: „Die Kinder werden in den Heimen sehr gut versorgt. Unsere Hilfe dort trägt Früchte, die Spenden sind gut angelegt.“

Hautnah miterleben konnten Lioba und Susanne den Alltag im Heim für Kleinkinder in Puerto Varas: „Ich habe dort zwei Wochen lang als Praktikantin arbeiten können“, berichtet Susanne, die sich während diesen Tagen um die Kleinsten im Alter von sechs Wochen bis 18 Monate kümmerte. „Da ich ja selber Mutter bin, fiel es mir nicht schwer, den Babys die Flasche oder Brei zu geben, sie zu wickeln, sie herum zu tragen, sie zu trösten und mit ihnen zu spielen“, erzählt sie über diese „schöne Zeit“ in der Stadt im Süden Chiles.

Und Mutter und Tochter sind überaus angetan von der Atmosphäre im Haus. Das Personal sei sehr bemüht, für die Kinder „Elternersatz“ zu sein, und gehe mit ihnen „sehr einfühlsam“ um. „Die Kinder werden jeden Tag gebadet, sind sauber gekleidet, werden regelmäßig gefüttert und gewi-ckelt, das Zimmer jeden Tag geputzt.“ Die Kleinen werden den Heimen vom Jugendamt übergeben, stammen aus Familien mit Alkohol- oder Drogenproblemen oder von Eltern, die „sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern können oder – auch das gibt es – nicht wollen“.
Weil die Arbeit im Heim darauf abzielt, die Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren oder sie an Adoptiveltern zu vermitteln, „ist im Heim ein ständiges Kommen und Gehen: Während meiner Zeit dort wurde ein sechs Monate alter Junge an Adoptiveltern übergeben, ein Zwillingspärchen kehrte zurück in die eigene Familie und ein Neugeborenes von gerade mal 17 Tagen wurde ins Heim gebracht“, ist Susanne sehr beeindruckt von den greifbaren Nöten einerseits und der bemerkenswerten Arbeit der Betreuer andererseits. Ihr Eindruck: „Die meisten Kinder wirken zufrieden. Aber wir konnten nicht in sie hineinschauen. Bei manchen merkt man doch, wie sehr Mama und Papa fehlen.“ 

Das Heim in Puerto Varas ist eines von sieben Heimen mit insgesamt 230 Kindern, die die Steyler Missionare in Chile mit maßgeblicher Unterstützung aus dem Wasgau betreiben: „Wir haben sie alle, manche sogar mehrfach besucht“, berichtet Lioba Uhl. Die fest angestellten Betreuer seien „sehr, sehr nett und behandeln die Kinder wie ihre eigenen“. Es fehle an nichts: Für die Kleinen sind Spielzimmer da, für die Größeren auch Fernseher und PC. Weil während des Besuchs aus Deutschland gerade Ferienzeit war, gab es für die Großen ein besonderes Programm  mit Ausflügen, Schwimmen oder Zelten.

Die Kinderheime werden geleitet von Pater Raphael, dem Präsidenten der Kinderheimstiftung, den viele Hauensteiner vom Hungermarsch und seinen Besuchen her kennen. Er mache einen „wunderbaren Job“, lobt Lioba Uhl. Wenn er die Heime besuche, stehe er sofort im Mittelpunkt, er werde von den Kindern umarmt, kicke mit ihnen oder laufe auch mal um die Wette. „Alle 150 Kinder sind seine Kinder“, urteilt Lioba.

Seine größte Sorge: „Man spürt schon Pater Raphaels Befürchtung, dass die Spendengelder aus Hauenstein und Umgebung eines Tages ausbleiben könnten.“ Dann wäre der Standard der Einrichtungen nicht mehr zu halten, denn obwohl der chilenische Staat für vieles aufkomme, sind die Heime doch dringend auf die Spenden aus Deutschland angewiesen.

Runde drei Wochen hielten sich die beiden Hauensteinerinnen in den Heimen der Stiftung auf, erlebten dort und bei vielen Begegnungen auch außerhalb der Heime „überall große Herzlichkeit und Freundlichkeit“. Sie feierten das beeindruckende 50-jährige Priesterjubiläum von Pater Raul Torres, dem Vorgänger von Pater Raphael, mit und lernten zusammen mit Ursula Strauss, Lioba Uhls Freundin von der Bergstraße, Chile auch „als wunderbares Land zum Reisen“ kennen: die Hauptstadt Santiago beispielsweise, die Seenregion „Los Lagos“, die Vulkane und Lavafelder, die Geysire und hohen Bergplateaus und nicht zuletzt die Atacama-Wüste. Auch ein Abstecher nach Argentinien bereicherte das  Reiseprogramm, das die beiden „selbstverständlich“ aus eigener Tasche finanzierten. (fjs)

Spendenkonten des Freundeskreises:
Sparkasse Südwestpfalz
DE26 5425 0010 0030 0058 47
oder
RVB Dahn
DE17 5429 1200 0001 0858 16 

 

 

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