
Viele Freunde im Bistum Speyer hat der indische Missionar Franklin Rodrigues. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Förderung von Familien und Kindern der Dalits, der Ureinwohner Indiens, die ganz am Rande der Gesellschaft stehen. Foto: Rönn
„Für unsere Armenherberge in Comarapa erhalten wir vom Staat nur eine kleine Unterstützung; die reicht kaum, die Kosten des Frühstücks zu decken. Ohne die Solidarität aus der Heimat könnten wir den verlassenen alten Menschen nicht helfen, könnten ihnen nicht ein Stück ihrer Würde zurückgeben. Verlassen Sie unsere Armen in Bolivien nicht“, so die aus Speyer stammende Missionarin Gundelinde Kunz. Viele ähnliche Briefe erreichen in jedem Jahr die Redaktion des „pilger“.
Die „Aktion Silbermöwe“, das Leserhilfswerk der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“, hat im vergangenen Jahr wieder ein Ergebnis von mehr als 517 000 Euro für Not leidende Menschen in der Welt erzielt. „Mit den kleinen und großen Spenden der Leserinnen und Leser sowie zahlreicher Initiativen, Verbände und Pfarreien konnten wir Projekte und Missionsstationen in fast 40 Ländern unterstützen“, so Norbert Rönn, Chefredakteur der Speyerer Bistumszeitung.
Größere Summen gingen im Jahr 2011 unter anderem an Projekte für die Hungersnotopfer in Ostafrika, zum Beispiel in Kenia. Aber auch Kinder und Jugendliche eines beim Tsunami in Japan schwer beschädigten Heims erhielten Hilfe aus dem Bistum Speyer. In Lateinamerika unterstützten Leserinnen und Leser des „pilger“ zum Beispiel Straßenkinder-Projekte von Pfarrrer Harald Wilhelm in Paraguay und von Beate Kästle in Brasilien. Auch Chile stand wieder ganz oben auf der Hilfe-Liste der Silbermöwe. Breite Unterstützung erfuhren auch Straßenkinder in Kenias Mega-Metropole Nairobi. Weiteres „Schwerpunktland der Hilfe“ in Afrika war Angola, wo Niederbronner Schwestern arbeiten. Auf der langen Liste der geförderten Hilfsprojekte standen auch eine Landwirtschaftsschule in Brasilien, eine Armenklinik in Kalkutta sowie unterschiedliche, meist von Ordensleuten initiierte Einrichtungen in Indien, Indonesien, Ghana, Togo und Ruanda. Insgesamt konnten allein in den zurückliegenden zehn Jahren mehr als neun Millionen Euro von der „Aktion Silbermöwe“ weitergeleitet werden.
Die „Silbermöwe“ ist in dieser Form einmalig in der deutschen Presselandschaft. Sie war 1960 ins Leben gerufen worden; Anlass für die damalige Initiative: Frauen und Männern aus der so genannten Dritten Welt die Reise zum Eucharistischen Weltkongress in München zu ermöglichen.
Im Zusammenhang mit der „Aktion Silbermöwe“ geht es der Redaktion des „pilger“ besonders auch darum, Brücken zu schlagen zwischen den Menschen im Norden und Süden, um Hilfe zur Selbsthilfe, um Kontakte und Partnerschaften auf Augenhöhe, um gegenseitiges Lernen voneinander . Ein wichtiges Anliegen sei zudem, so Rönn, „Hintergründe von Unterentwicklung und Armut zu beleuchten und die Verantwortung jedes einzelnen für eine gerechtere Welt anzumahnen“. (Redaktion)
Kontakt:
Aktion Silbermöwe
Telefon 06232/318362 oder 06232/102284
Internet www.pilger-speyer.de
Spendenkonto:
Bistum/Silbermöwe
Liga-Bank Speyer, BLZ 750903
Konto-Nr. 36340
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