Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Viele reisebewegte Frühbucher schmökern schon jetzt in den bunten Hochglanzkatalogen der kommenden Saison oder surfen im Internet nach Zielen in entfernten Weltteilen. Es ist gut, dass gleichzeitig die Gesellschaft für bedrohte Völker angesichts immer exotischerer Reiseziele Alarm schlägt. Die Menschenrechtsorganisation ruft deutsche Reisekonzerne zu einer Selbstverpflichtung auf, damit nicht noch mehr Kultur und ursprüngliche Lebensart zerstört wird.
Kritisiert werden in diesem Zusammenhang beispielsweise Studienfahrten, die mit Besuchen im Regenwald oder in Ureinwohner-Dörfern auf Papua-Neuguinea locken. Dort wird das Leben der mehr als 250 Ureinwohnergruppen im Inselstaat zunehmend durch solchen Tourismus beeinträchtigt. Die Baumhäuser aus Holz sind eben nicht so robust wie Kathedralen aus Stein. Nicht viel besser sieht es auf Bora Bora, einem Atoll in Französisch-Polynesien, aus. Der Luxus-Tourismus hat dort zum Bau von Bungalow-Dörfern geführt. Mitten in der Lagune. Und plötzlich fehlt den Ureinwohnern ein Zugang zum Meer, ihrer Lebensgrundlage.
Manche Reiseveranstalter haben noch nicht begriffen, dass langfristig die Zukunft ihrer Branche nur in einem sanften Tourismus liegen kann, in Programmen, die Natur und Menschen achten. Potentielle Urlauber können mit der Auswahl ihrer Reiseziele uneinsichtige Veranstalter unter Druck setzen. Angebote, die nicht gebucht werden, verschwinden schnell aus den Katalogen. (rn)
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