Der Hamburger Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke formulierte es vornehm. Der Vorstoß des rheinland-pfälzischen Justizministers Jochen Hartloff (SPD) für Scharia-Gerichte in Deutschland erscheine ihm „unüberlegt“ und rufe nur Emotionen auf den Plan. Auf keinen Fall dürfe der Eindruck entstehen, „dass eine muslimische Rechtsprechung eigene Wege in unserer Gesellschaft geht“, sagte er in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur. Der neue Leiter der bischöflichen Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle in Frankfurt, Timo Güzelmansur, sieht das ganz ähnlich: „In Deutschland haben wir einen sehr gut funktionierenden Rechtsstaat“, betont er und fügt die Vermutung hinzu, dass auch die Mehrheit der hier lebenden Muslime von dem Hartloff-Vorschlag nicht begeistert sein dürfte. Im Gegenteil: Diese Vorstellung dürfte bei vielen ungute Gefühle hervorrufen.
Recht sprechen bei uns deutsche Gerichte. Islamische Sondergerichte braucht es da nicht. Wenn der Justizminister angekündigt hätte, in seinem Bundesland mehr Gewicht auf die Ausbildung und Einstellung von Richtern mit Migrationshintergrund zu legen – das hätte Sinn gemacht. Was ihn geritten hat, ein Thema in den Raum zu stellen, das sogar zu einem Hemmschuh für mehr Integration werden könnte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. (Norbert Rönn)
Heftiger Vorwurf an europäische und deutsche Unternehmen
Wählerinnen und Wähler votieren für mehr Sozialismus und gegen alleinigen strikten Sparkus