Mit seinen Sparmaßnahmen im Bereich der Lehrerausbildung gibt gerade die Mainzer Landesregierung ein gutes Beispiel, wie man am falschen Platz spart. Rund 450 Studierende – die meisten aus Landau – haben mit guten Argumenten am 10. Juli in der Landeshauptstadt gegen die Unterfinanzierung der rheinland-pfälzischen Hochschulen demonstriert. Mit Transparenten, Trillerpfeifen und Vuvuzelas drückten sie auf einem Marsch durch die Mainzer Innenstadt unüberhörbar insbesondere ihren Unmut über geplante Einsparungen bei der Lehrerausbildung an der Universität Koblenz-Landau aus.
Ohne Erfolg. Der Senat der Hochschule überhörte die Argumente und beschloss den Protesten zum Trotz noch am gleichen Tag ein Maßnahmenpaket für die kommenden vier Jahre, das den beiden Standorten der Universität Einsparungen in Höhe von zusammen 8,1 Millionen Euro bringen soll. So wird vor allem bei der Ausbildung von Musik- und Kunstlehrern kräftig der Rotstift angesetzt. Dabei wissen alle Beteiligten, dass an den Schulen ganz dringend diese Fachkräfte gebraucht werden.
Die Studierende kritisierten bei ihrer Mainzer Demo zudem die „schlechten bis unzumutbaren“ Lernbedingungen in den vielfach überfüllten Hörsälen und Seminarräumen. Noch vor ein paar Tagen wurde von der Politik kollektiv die niedrige Geburtenzahl in Deutschland bejammert. Dass zu einem kinderfreundlichen Land auch ein gutes Bildungssystem gehört, wird in Mainz offensichtlich gerade ausgeblendet.
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