Wochenkommentar

Mittwoch, 12. September 2012

Münchner Kardinal gegen Primitivkapitalismus

Marx: Politik, Märkte und Gesellschaft müssen neu justiert werden

Die katholische Kirche hat nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx die Aufgabe, die Globalisierung mit zu gestalten. Nur so könne dem weltweit sich breit machenden „primitiven Kapitalismus“ etwas entgegengesetzt werden, sagte Marx jetzt bei einer Tagung in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. „Nie aufzuhören, die Welt zu verbessern“, das ist für den Münchener Kardinal die große ethische Anforderung, die gerade wir in der christlich inspirierten westlichen Welt spüren müssen.
Eine Auswirkung: Politik, Märkte und Gesellschaft müssten neu justiert werden. Denn in den vergangenen 20 Jahren sei oft eine „Kapitulation der Politik“ zu beobachten gewesen, die nur noch als „Handlanger der Wirtschaft“ fungiert habe, sagte er in aller Klarheit. Auf der Suche nach einem neuen Weg gelte es, dicke Bretter zu bohren, erinnerte Marx in Anspielung auf ein Zitat des Soziologen Max Weber. Ein gutes Werkzeug zum Bohren der dichen Bretter sieht er in der Katholischen Soziallehre. Sie kann in seinen Augen den notwendigen politischen Prozess „mit einer großen Vision bereichern“.
Dem Einzelnen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten im Sinne der Subsidiarität, darin sieht Marx einen entscheidenden Schritt. Und der Kardinal fügte erklärend hinzu: „Wir schauen von unten her auf das Ganze, wir sind bei den Armen, weil Jesus Christus bei den Armen ist.“     (kna/rn)

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