Wochenkommentar

Donnerstag, 12. Januar 2017

Unwort 2016: „Volksverräter“

Wird seit 1991 von einer unabhängigen sprachkritischen Initiative gekürt

Der Ausdruck „Volksverräter“ ist das Unwort des Jahres 2016. Das gab die sprachkritische Unwort-Aktion am 9. Januar in Darmstadt bekannt.Der Begriff „Volksverräter“ gehöre zu dem plakativen und polemischen Sprachgebrauch, den Angehörige und Anhänger von Pegida, AfD oder ähnlichen Initiativen verwendeten, so die Jury. Er sei ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten. Als Vorwurf gegenüber Politikern sei das Wort in einer Weise undifferenziert und diffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für eine Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürge.

Die Jury wies darauf hin, dass der Wortbestandteil „Volk“, wie er in den Wörtern „völkisch“ und „Umvolkung“ gebraucht werde, ähnlich wie im Nationalsozialismus nicht für das Staatsvolk als Ganzes stehe, sondern für eine ethnische Kategorie, die Teile der Bevölkerung ausschließe und damit die Gültigkeit der Grundrechte für alle Menschen im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik ausschließe.

Das „Unwort des Jahres“ wird seit 1991 von einer unabhängigen sprachkritischen Initiative gekürt. „Unwörter“ waren zuletzt „Gutmensch“ (2015), „Lügenpresse“ (2014), „Sozialtourismus“ (2013) und „Opfer-Abo“ (2012). (red)

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