Arbeitshilfe zur Pfarrgremienwahl

3. Tipps zum Verfassen von Beiträgen


In der Medienwelt gibt es eine Vielfalt von Begriffen: Text, Nachricht, Meldung, Beitrag, Pressemitteilung... Sie bezeichnen für den Laien aber mehr oder weniger dasselbe und haben ein Ziel: Der Text, den A verfasst, soll von B veröffentlicht werden - und das auch noch zum Nulltarif im redaktionellen Teil eines Mediums. Daher aufpassen: „Inserieren“ oder „ein Inserat schalten“ oder gar „eine Anzeige aufgeben“ sind Begriffe aus der - kostenpflichtigen - Anzeigenbranche. Häufig kommt es hier zu Irritationen, wenn man eigentlich nur einen Terminhinweis in der Zeitung platzieren möchte, dabei aber von „inserieren“ spricht. Redaktionelle Beiträge - und als solche sind auch die Texte zu den Pfarrgremienwahlen zu sehen, sind immer kostenlos. Über ihre Veröffentlichung entscheidet aber ausschließlich die Redaktion. Einen Anspruch auf Veröffentlichung gibt es nicht. Und die Redaktion bestimmt auch die Länge des Beitrags. Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Text und je professioneller er geschrieben ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ohne größere Änderungen abgedruckt wird.


Wie wird eine Meldung aufgebaut?

In der Medienbranche geht es um die Weitergabe von Informationen. Der hierfür zu Verfügung stehende Platz ist eng begrenzt. Die wichtigsten Informationen müssen daher ganz nach vorne. Man fällt quasi mit der Tür ins Haus. Wer - wie bei einem Notruf - gleich zu Beginn seines Textes, im so genannten Vorspann, die fünf „W-Fragen“ (Was?, Wer? Wann? Wo? Wie?) beantwortet, ist auf der sicheren Seite. Nachrangige und ergänzende Informationen folgen dann im weiteren Verlauf. Beim eventuell notwenigen Kürzen eines Beitrags werden somit keine wesentlichen Inhalte weggeschnitten. Denn gekürzt wird auch heute noch vom Ende des Textes nach vorne - so wie früher die Setzer in der Druckerei ihre Druckfahnen zurechtschnitten und in die Zeitungsseite einpassten.

Noch ein kleiner Tipp: Der frühere Herausgeber des „Stern“, Henri Nannen, hat den Begriff des „Küchenzurufs“ geprägt. Demnach soll eine Meldung so aufgebaut sein, als ob zu Hause der Mann im Wohnzimmer die Zeitung liest und seiner Frau, die in der Küche zugange ist, die Neuigkeiten erzählt. (Die Rollenverteilung soll hier nicht thematisiert werden.) Das sieht ungefähr so aus: „Stell dir mal vor: Die erhöhen schon wieder die Steuern!“ statt „Der Deutsche Bundestag hat in seiner 38. Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, das Gesetz...“ Also kurze, verständliche Sätze statt einer aufgeblähten Verwaltungssprache. Schließlich soll die Botschaft auch jemand verstehen, der nicht alle Zusammenhänge und Hintergründe kennt.

Ein Spannungsbogen wie im Schulaufsatz verbietet sich für einen Pressetext aus den genannten Gründen. Und dass der Text nicht wertend ist, sondern sich möglichst ohne Adjektive auf die Nennung von Fakten bezieht, sollte ebenso selbstverständlich sein.


Über was wird überhaupt berichtet?

„News is what‘s different“, sagen die Zeitungsmacher in den USA. Das Außergewöhnliche macht die Nachricht aus. Das gilt für das positive Beispiel ebenso wie für den aufgedeckten Skandal. Und für den Nutzer des Mediums (Leser, Hörer, Zuschauer) muss möglichst ein Mehrwert, ein Service, erkennbar sein. Das gilt ganz bestimmt für eine Gremienwahl, die in dieser Form zum ersten Mal stattfindet und großer Aufklärungsbedarf besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der fachlich fundierte Pressetext der Gemeinde veröffentlicht wird, ist also recht groß.

Wer sich seine Zeitung genauer anschaut, der erkennt relativ schnell, worüber berichtet wird: Ankündigungen von Veranstaltungen, Nachberichte über Aktionen, Projekte oder Sitzungen, Stellungnahmen zu aktuellen Anlässen, Porträts von Leuten, die Außergewähnliches leisten... Dies alles kann und sollte man sich auch für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit zu eigen machen - auch außerhalb der anstehenden Gremienwahl.


Welche grundlegende Regeln müssen beim Schreiben eines Pressetextes beachtet werden?

Dass das Wichtigste ganz nach vorne muss und der Text möglichst objektiv verfasst wird, wurde bereits genannt. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Dinge, die in einen professionell gemachten Pressetext gehören - oder dort ganz bestimmt nichts verloren haben.

- Kein „Wir-Stil“

Auch wenn sich die Gemeindemitglieder noch so gut verstehen: Ein Pressetext ist immer aus der Sicht eines neutralen Beobachters geschrieben.

- Keine Schachtelsätze

Einen guten Pressetext macht eine klare Sprache aus. Das bedeutet: Kurze einfache Sätze, die möglichst ohne Verschachtelungen auskommen. Sind erklärende Einschübe notwendig, besser den Satz umformulieren und zwei Sätze bilden. Als grober Richtwert gilt: Ein Satz sollte aus maximal zwölf Worten bestehen.

- Zitate verwenden

Das gesprochene Wort lockert einen Text auf. Ein kurzes, prägnantes Zitat (z.B. des Vorsitzenden oder des Pfarrers) darf also in einer Pressemitteilung durchaus erscheinen. In diesem Fall ist auch eine Wertung erlaubt, wenn dies die Meinung des Zitatgebers ist. Aber bitte keine ellenlangen Abhandlungen als Zitat erfassen. Und natürlich dazu schreiben, wer dies gesagt hat.

- Kein Protokoll

Ein Pressetext ist kein Sitzungsprotokoll. Nicht alles, was in einer Sitzung stattfindet, muss im Text erwähnt werden - und schon gar nicht in der Reihenfolge, in der es stattgefunden hat. Zur Erinnerung: Das Wichtigste muss nach vorne! Die Kunst des Schreibens besteht also darin, die wesentlichen Aspekte und Diskussionspunkte zu erfassen, ggf. zusammenzufassen und nach Wichtigkeit zu sortieren. Der Verfasser sollte dabei die Fragen „Interessiert dies den Leser wirklich?“ bzw. „Muss dies der Leser wissen, um Zusammenhänge zu verstehen?“ immer im Hinterkopf haben.

- Richtige Namen

„Namen sind Nachrichten“, so ein geflügeltes Wort aus der Medienbranche. Aber jeder, der in der Presse genannt wird, hat den Anspruch darauf, dass sein Name richtig geschrieben wird. Auch wenn man sich schon lange kennt: Im Zweifelsfall sollte man sich durch Nachfrage vergewissern, ob sich Herr Schmidt nicht doch mit „tt“ schreibt. Ein Name im Pressetext besteht übrigens immer aus Vor- und Zuname - zumindest bei der ersten Nennung. Später reicht der Nachname aus. Anreden wie „Herr“ und „Frau“ haben in einem Pressetext nichts verloren, so sehr man die Person auch schätzt. Dies gilt zum Beispiel auch für den Pfarrer. Der heißt nicht „Herr Pfarrer Fromm“ oder gar „der Herr Pfarrer“, sondern „Pfarrer Franziskus Fromm“.

- Keine Fremdwörter

Ein Pressetext wird für die breite Masse geschrieben. Fachwissen darf man nicht voraus setzen. Unklare Zusammenhänge müssen daher erklärt, Fachbegriffe erläutert werden. Auf Fremdwörter sollte man möglichst ganz verzichten. Mit etwas Nachdenken findet man den passenden Begriff auch in deutsch.

- Abkürzungen erklären

Dem Verfasser eines Textes mag klar sein, was der PGR, die kfd oder die KAB ist. Ein unbedarfter Leser ist damit möglicherweise überfordert. Abkürzungen müssen daher beim ersten Mal ausgeschrieben werden. Später kann die Abkürzung allein verwendet werden. Grundsätzlich sollte aber auf Abkürzungen verzichtet werden. Dies gilt auch für „gängige“ Abkürzungen wie etwa „z.B.“, „ca.“, „Mio.“ oder „km“.

- Zahlen und Daten

Man muss dies nicht hinterfragen, es ist einfach so: Die Zahlen von 1 bis 12 werden in einem Pressetext als in Buchstaben ausgeschrieben, ab 13 dann als Ziffern. Also: „Die acht Mitglieder des Pfarrgemeinderats stimmten für...“ Ausnahmen sind Datumsangaben und Uhrzeiten. Beim Datum wird der Monat ausgeschrieben. Die „Auffüll-Null“ bei einstelligen Tagesdaten bzw. Uhrzeiten gibt es im Presstext nicht. Also „7.30 Uhr“ statt „07.30 Uhr“ oder „4. September“ statt „04.09.“.

- Keine Superlative

Auch wenn es noch so verlockend ist: Für persönliche Wertungen (Es wäre gut wenn...), ausschmückende Attribute (herrlich, wunderbar, usw.) oder gar Superlative (einmalig, das beste, ...) ist in einem Pressetext kein Platz - es sei denn, es ist ein Zitat. Stattdessen sollte man sich auf die objektiven Fakten beziehen. Ein Pressetext ist eine Nachricht, keine Werbebotschaft.

- Keine Formatierungen

„Copy and paste“ - kopieren und einfügen – das ist in Zeiten des Zeitungslayoutens am Computer das gängigste Handwerkszeug der Redaktionen. Vom Verfasser mit viel Liebe zum Detail eingebaute Tabulatoren, Absatzmarken, von Hand eingefügte Silbentrennungen, Worte in Fett- und Kursivschrift oder in Großbuchstaben stören dabei nur und müssen mit unnötigem Zeit- und Arbeitsaufwand von den Redakteuren wieder entfernt werden. Längst überholt ist auch das früher propagierte Verfassen von Texten in Spalten mit breitem Blattrand und weit auseinanderstehenden, durchnummerierten Zeilen. Denn auf dem ausgedruckten Manuskript werden die eingegangenen Texte nämlich nicht mehr redigiert. All dies geschieht am Computer. Und bitte: Ein eingereichter Pressetext ist immer ein Textvorschlag, der von Seiten der Redaktion umgeschrieben und gekürzt werden darf. Ein nicht veränderbares pdf-Format ist daher die schlechteste aller Möglichkeiten, um einen Text einzureichen. Im schlimmsten Fall muss nämlich der gesamte Beitrag neu erfasst werden. Das senkt die Chancen auf eine Veröffentlichung immens, wenn zeitgleich zig andere Texte - ohne zusätzlichen Aufwand - um den freien Platz auf der Zeitungsseite buhlen. Daher: Gängige Dateiformate (doc, rtf, txt) verwenden, die auf den allermeisten Rechnern problemlos weiter zu verarbeiten sind.

- Überschrift vorschlagen

Die Überschrift in der Zeitung ist abhängig vom so genannten Seitenumbruch - also der Anordnung der Texte auf der Zeitungsseite. Ein Text, der beispielsweise über eine Breite von vier Spalten läuft, dafür aber nur wenige Zeilen hoch ist, hat mehr Platz für eine Überschrift als der gleich große Text, der nur über zwei Spalten läuft, dafür aber über mehr Textzeilen verfügt. Daher legt die Redaktion die Überschrift fest. Es ist aber trotzdem sinnvoll, die eigene Pressemitteilung mit einer aussagekräftigen Überschrift zu versehen. Die sollte die Hauptaussage des Textes aufgreifen, in der Unterzeile wird dann üblicherweise der Veranstalter, der Veranstaltungsort und/oder der Referent genannt. Der Überschriftenvorschlag erleichtert der Redaktion die Einordnung des Textes und die Suche nach einer eigenen Überschrift. Sie hilft aber oft auch dem Verfasser, der sich damit einen roten Faden basteln kann, an dem er sich in seinem Text entlanghangelt. Daher macht es oft Sinn, sich schon vor Beginn des Schreibens Gedanken zu machen, wie die Überschrift lauten könnte.

- Redaktionsschluss beachten

Jedes Medium arbeitet anders. Jedes hat seine eigenen Fristen, bis wann für die aktuelle Ausgabe noch Textbeiträge entgegengenommen werden. Bei der Tageszeitung reicht dies unter Umständen noch am Vormittag des Vortags, ein wöchentlich erscheinendes Medium (wie die Kirchenzeitung oder der Großteil der Amts- und Anzeigenblätter) hat einen Vorlauf von acht bis zehn Tagen, und die Redaktion des Gemeindebriefs, der nur einmal im Monat erscheint, benötigt die Nachricht ca. sechs Wochen im voraus. Dies gilt es bei der Planung der Öffentlichkeitsarbeit und dem Versand der Nachrichten zu beachten. Grundsätzlich sollten die Mitteilungen nicht „auf den letzten Drücker“ in den Redaktionen landen. Dann ist in der Regel die Ausgabe schon zum größten Teil geplant. Ebenso wenig macht es Sinn, zum Beispiel bei einer Tageszeitung einen Terminhinweis mit sechs Wochen Vorlauf zu schicken.

- Ansprechpartner benennen

So gut wie einem persönlich der Text auch erscheinen mag: Vielleicht hat die Redaktion doch noch Rückfragen, etwa weil sie einen Sachverhalt nicht verstanden hat oder weil sie einen Aspekt weiter vertiefen möchte. Daher ist es sinnvoll, auf jeder Pressemitteilung einen Ansprechpartner mitsamt dessen Kontaktdaten - am besten eine Telefonnummer - zu veröffentlichen. Der muss dann natürlich auch befugt sein, der Presse gegenüber Auskunft zu geben. Übrigens: Auch die Redaktionen arbeiten überwiegend zu den üblichen Bürozeiten. Es macht also keinen Sinn, eine Privatnummer anzugeben, wenn dort tagsüber niemand erreicht werden kann. Und wer eine längere Urlaubsreise plant, sollte besser einen anderen Ansprechpartner benennen.

- Der richtige Kontakt

Wenn man weiß, mit wem man es auf der anderen Seite zu tun hat, fallen viele Entscheidungen leichter - auch was die Veröffentlichung eines Beitrags betrifft. Es empfiehlt sich daher, eine kleine Medienkartei aufzubauen, mit den Namen, den Telefonnummern und den E-Mail-Adressen der Ansprechpartner in den Redaktionen oder der freien Mitarbeiter vor Ort.

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