Missionare in aller Welt

Vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt

Seit 1961 lebt und arbeitet Pfarrer Alois Eichenlaub in Peru

Am 15. August 2012 feierte er in seiner Wahlheimat den 80. Geburtstag

Ein Bericht von "der pilger" Chefredakteur Norbert Rönn

Auch wenn er sich seit 1969 offiziell im Ruhestand befindet, seine Arbeit in Cajamarca in Peru lässt ihn nicht los: Pfarrer Alois Eichenlaub, am 15. August 2012 konnte der aus Herxheim bei Landau stammende Missionar seinen 80. Geburtstag feiern. Am 30. Juni 1957 war er zum Priester geweiht worden. Schifferstadt und Landstuhl waren für ihn als Kaplan erste Stationen Stationen in der Seelsorge; damals entstandene Verbindungen halten bis heu­te.

Im Jahr 1961 wurde er vom Bistum Speyer für die Seelsorgearbeit in Peru freigestellt. "Der Beginn meiner Tätigkeit in Peru war abenteuerlich", erinnert sich Pfarrer Eichenlaub. Er habe als junger Priester "ganz an der Basis, bei den Campesino" mit seiner Arbeit angefangen. Erfahrungen, die für ihn prägend wurden. Hier habe er die Bibel neu lesen gelernt.

In den "Aufbaujahren" um das Zweite Vatikanische Konzil war Alois Eichenlaub engster Mitarbeiter von Bischof José Dammert, der in den sechziger Jahren Vorsitzender der Kommission fü̈r die Laien in der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM) war und maßgeblichen Anteil an der Vorbereitung und den Beschlü̈ssen der II. Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Medellín 1968 hatte; später war er viele Jahre Vorsitzender der Bischofskonferenz Lateinamerikas. Er stand für den kirchlichen Aufbruch in Lateinamerika. Das Bistum Cajamarca war Wegweiser für die einheimischen Kirchen. Bischof Dammert, dessen Großvater aus Deutschland ausgewandert war, lehnte Insignien bischöflicher Macht und Wappen ab und fühlte sich dem Geist von Charles de Foucauld verpflichtet. Mit Papst Paul VI. war er freundschaftlich verbunden.

Bei einem Besuch in der "pilger"-Redaktion während seines jüngsten Heimaturlaubs im Frühsommer 2012 erzählt Alois Eichenlaub von dieser Aufbruchszeit. Von Anfang an sei es ihm nicht zuerst darum gegangen, als europäischer Priester in Peru den Priestermangel zu lindern, sondern um eine Neuorientierung der Seelsorge, um eine "Pastoral der Zusammenarbeit", welche die Armen, die Campesinos und Indios, nicht als Objekt, sondern Subjekt der Seelsorge sieht. "Mit den Armen für die Armen", war unser Leitmotiv, so Alois Eichenlaub. Ziel sei gewesen, im Lichte des Evangeliums mit den Menschen vor Ort die Probleme zu erkennen, zu analysieren und auch bereit zu sein, neue Wege zu gehen. In diesem Kontext sieht er auch den Respekt vor der besonderen Beziehung der Menschen zur Natur, vor der "Mutter Erde", die von den Betreibern der Goldminen um Cajamarca sytematisch zerstört wurde.

Pfarrer Eichenlaub ezählt von Riesenpfarreien mit mehreren zehntausend Gläubigen, in denen die Mitarbeit der Laien von zentraler Bedeutung war (und ist). Er zeichnete für die Aus- und Fortbildung der Landkatecheten verantwortlich. Er baute mehrere diözesane Werke auf, unter anderem eine Medienzentrale für Diaserien, Hörspiele und Filme, "denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte", weiß er. Gerade der Zugang zu den Indios in den entlegenen Berg-Dörfern und die Vermittlung der Frohen Boschaft wurde dadurch erleichtert. In einem Zentrum für arbeitende Kinder mit einer eigenen Schule werden Jungen und Mädchen aus armen Familien und rund 200 organisierte Straßenkinder betreut. Bis heute ist ihm diese Einrichtung ein besonderes Anliegen.

Dass die Nachfolger von Bischof Dammert der Pastoral in der Diözese Cajamarca eine andere Richtung gaben, damit hat sich Alois Eichenlaub abgefunden. Stolz ist er auf die vielen Brücken nach Deutschland, die er bauen konnte – über Partnerschaften und junge Freiwillige aus dem Bistum Speyer, die in jedem Jahr in "seinen" Einrichtungen arbeiten.     rn

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Pfarrer Alois Eichenlaub: Peru

In einem Brief berichtet Pfarrer Alois Eichenlaub von seinem Wunsch, in die Mission zu gehen und wie es letztendlich dazu kam:

Papst Johannes XXIII. bittete die Bischöfe Europa's und der USA in einer Enzyklika „Fidei Donum“ einge Personen von ihrem kirchlichen Personal für den Dienst der kath. Kirche von Lateinamerika zur Verfügung zu stellen, weil sie unter großem Personalmangel leidete.

Diese Bitte des Papstes kam meinem langgehegten Traum in die Missionen zu gehen entgegen, mein Heimatbischof bewilligte an Ostern 1961 meinen Wunsch. Nach einer Vorbereitungszeit im internationalen katechetischen Institut „Lumen Vitae“ in Brüssel, konnte ich meine neue Arbeit im Alter von 30 Jahren in der Diözese Cajamarca auf den Nord-Anden Peru's antreten.

Danke Gott, daß ich mich, inzwischen schon über 50 Jahre, auch im Ruhestand noch fürs Reich Gottes in Peru einsetzen darf und kann.

Mein Aufgabenbereich umfaßte vielerlei:

An erster Stelle konnte ich mich zusammen mit Peruanern für die Ausbildung von Landkatecheten einsetzen. Für diese Arbeit erarbeiteten wir katechetische, liturgische und audiovisuelle Medien. Um diesen Aufgaben besser nachkommen zu können entstanden, angestoßen von mir, eine Druckerei und ein audiovisuelles Zentrum, Sonoviso genannt.

Als Pfarrer wirkte ich in Baños del Inca. Dieser Ort erlangte Berühmtheit durch die Begegnung zweier Kulturen im Jahr 1533: die Kultur der Inkas mit der europäischen Kultur. 

Die Begenung endete tragisch: Atahualpa, der letzte Inkafürst wurde von den Eroberern, genauer gesagt von Pizarro, ermordet. Der von den spanischen Konquistadoren aufgezwungene katholische Glaube blieb sehr oberflächlich. 

Daher wurde eine Neuevangelisierung dringend notwendig. Das Zweite Vatikanische Konzil gab die Öffnung dafür und kennzeichnete unsere Arbeit.

Eines der Probleme in meiner Pfarrei waren die vielen Kinder, die ob der Armut ihrer vom Land durch die entstehenden Goldminen vertriebenen Eltern, arbeiten mußten. In der Pfarrei gibt es Heißquellen und die Kinder boten den vielen Touristen alles mögliche zum Verkauf an.

Aus dieser Arbeit entstand, ausgebreitet auf viele durch Immigration vom Land entstandene Randzonen von Cajamarca, eine Institution names MANTHOC (Movimiento Apostólico Niños Trabajadores Hijos Obreros Cristianos ) eine apostolische Bewegung der arbeitenden Kinder, bestehend auch auf nationaler Ebene. Bis heute helfe ich in der Organisation mit, vor allem suche ich nach Spendern für diese so wichtige Arbeit.

Im Laufe der letzten 10 Jahre wählte das diözesane Jugendamt von Speyer junge Menschen aus und bereitete sie für ein freiwilliges Jahr im Dienst dieser Straßenkinder vor. Ihre jugendliche Begeisterung, ihr soziales Engagement ist eine große Hilfe für die Kinder. 

Ich bekomme regelmässig den Pilger geschenkt und lasse auch die Jugendlichen aus der Pfalz daran teilnehmen.

Herzliche Grüße aus Cajamarca!

Ihr Alois Eichenlaub

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Steckbrief:

©Pilgerverlag GmbH, Annweiler

Name:
Pfarrer Alois Eichenlaub
 

Land:
Peru 

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