Missionare in aller Welt

Bruder Karl Schaarschmidt: Ein Herz für Kinder und Jugendliche in Kenia

Bruder Schaarschmidt nimmt den Schleichweg. Seine erste Station führt ihn heute zum neuesten Projekt der Steyler Missionare: der neuen High School im Machakos Distrikt. Der gebürtige Pfälzer fühlt sich längst heimisch in Ostafrika, obwohl Kenia gerade wieder schwere Zeiten hinter sich hat. In den zurückliegenden Jahren haben Machtkämpfe zwischen den Parteien und blutige Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen das Land an den Abgrund geführt. Im Jahr 2010 gibt es zumindest wieder Hoffnungszeichen. Karl Schaarschmidt stammt aus dem westpfälzischen Brücken bei Kusel und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren in Kenia.

"Karl, der Baumeister"
 Im Machakos District angekommen, nimmt Bruder Schaarschmidt die neue High School in Augenschein. Die erste Bauphase ist beinahe abgeschlossen: 320 Schüler können die beiden Wohnheime bald aufnehmen, daneben sind sanitäre Anlagen und eine Schulhalle entstanden, die gleichzeitig als Speisesaal dienen soll. Bruder Schaarschmidt, der vor seinem ersten Gang in die Mission die Meisterprüfung als Schreiner ablegte und sich später in die Kunst des Bauens in den Tropen einweisen ließ, hat bisher alle Schulbauten in Kenia selbst konzipiert. Auch die Entwürfe der neuen High School nahe Nairobi stammen aus seiner Feder. „Wir werden hier Jugendliche aus verschiedenen Stammesgruppen und sozialen Verhältnissen aufnehmen“, erklärt Bruder Schaarschmidt. „Nicht nur aus unseren Pfarreien, sondern auch aus anderen Stadtteilen und Provinzen. Wir versuchen, aus ihnen Menschen zu machen, die sich gegenseitig respektieren und als Menschen verschiedener Stämme eine Gemeinschaft bilden – als vollwertige Kenianer und Afrikaner.“

"Bildung als Erfolgsrezept"
 Eine gute Schulausbildung ist unerlässlich, wenn man es zu etwas bringen möchte. „Kinder und Jugendliche, die keine Schule besuchen, geraten leicht auf die schiefe Bahn“, sagt der engagierte Bruder. „Sie lungern auf der Straße herum, schließen sich zu Banden zusammen, kommen mit Kriminalität und Rauschgift in Verbindung.“ Nur wer lernt, hat eine Zukunft, ist er überzeugt. Schon bald wird es in dem noch eingerüsteten Bau von Schülern wimmeln. „Die Qualität der staatlichen Schulen ist nicht besonders gut“, sagt Bruder Schaarschmidt. „Ein Lehrer unterrichtet dort 70 bis 100 Kinder. Mehr und mehr Eltern schicken ihre Kinder auf Privat- und Missionsschulen.“

Damit möglichst viele Kinder und Jugendliche neue Lebenschancen erhalten, hat Bruder Schaarschmidt noch viele Projekte im Blick: So hilft er anderen Ordensgemeinschaften rund um Nairobi Waisenhäuser, Milchfarmen und Auffangzentren für misshandelte Mädchen zu bauen. Auf den vier Hektar, die neben der High School übrig sind, ist der Bau eines neuen Zentrums der Steyler Missionare geplant, in dem die Provinzverwaltung sitzen und ein Seniorenheim für die älteren Missionare entstehen soll. Die Baupläne hat Bruder Schaarschmidt längst im Kopf.

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