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Pfarrer Luis Zambrano: Peru

Der Arbeitsplatz von Luis Zambrano liegt hoch. Sehr hoch. Genau gesagt 3820 Meter über dem Meeresspiegel in der Diözese Puno.

Den gebürtigen „Flachländer“ aus Ica, das im Küstengebiet Perus liegt, hat es in das zum einen raue, aber zum anderen wunderschöne Hochland verschlagen: „Obwohl mir Kälte und die Höhenlage oft zusetzen, preise ich Gott täglich dafür, dass ich dreißig Jahre mines Lebens hier verbringen durfte.“
Sein erstes Projekt in Puno startete Pfarrer Zambrano 1982, als er zum ersten Mal in die Stadt am Titicacasee kam. Er lief am Tor des Bischossitzes Pablo Sosa vorbei und sah einen schlafenden Mann davor liegen. Der Geistliche fragte sich, „warum bauen wir nicht eine Herberge für die Menschen, die auf den Straßen schlafen?“

Luis Zambrano ist kein zögerlicher Mann und setzte seine Idee ganz schnell in konkrete Pläne und schließlich in die Realität um. Da seine Priesterweihe vor der Tür stand und ihn Freunde fragten, womit sie ihm, passend zu diesem Ereignis, eine Freude bereiten könnten, bat der angehende Pfarrer um Geld statt Geschenke. Geld, das er direkt wieder in den Kauf einer Herberge für Obdachlose investieren könnte.

Gesagt, getan und ein Zuhause für viele obdachlose Menschen in Puno wurde gekauft. Mittlerweile existiert diese Herber seit rund 12 Jahren!

Man kann nicht sagen, dass sich Luis Zambrano nichts aus Geld macht, auch wenn er bei seiner Priesterweihe versprochen hat, niemals Geld für eine Messe, ein Sakrament oder Segnung zu nehmen. Der Peruaner weiß um die Notwendigkeit des Geldes, wenn den Ärmsten der Armen geholfen werden soll. „Daher richtete ich zu meinem silbernen Priesterjubiläum wieder die Bitte meine Freunde, mir doch statt Geschenken, Geld zukommen zu lassen. Damit wollte ich den Neubau einer Herberge finanzieren.“ Mit dem Bau konnte 2011 begonnen werden und bis Anfang 2012 wurde bereits der erste Teil des neuen Hauses fertig gestellt. 

Gleichzeitig arbeiten der Pfarrer und seine Mitarbeiter am des Aufbau eines pastoralen Zentrums der eigenen Pfarrei „Pueblo de Dios“ in Juliaca. Dieses Zentrum soll die Möglichkeit bieten, Besucher zu empfangen und Raum bieten für Zusammenkünfte und Besinnungstage. Auf dem Gelände des zentrums gibt es jedoch auch Räumlichkeiten, die der Selbstfinanzierung des Projektes dienen. „Wir züchten und verkaufen auch Schafe, Meerschweinchen und Hasen, und wir erzeugen Karamelbonbons aus Milch, Butter und Kokos“, beschreibt Luis Zambrano die Idee. 

Somit hat Luis Zambrano immer sein Versprechen gehalten, das er bei der Priesterweihe abgegeben hat. „Ich kam zu diesem Volk als ein pilgernder Bruder, um mit ihm zu leben, um von ihm zu lernen und gleichzeitig in bescheidener Form ein Zeugnis von Glaube und Liebe zu geben. Ich möchte nicht der Priester sein, der befiehlt und urteilt, sondern der Bruder, der freundlich aufnimmt und hofft, aufgenommen zu werden.“ Seine Erfahrungen hat er in mehreren Büchern über den „Aufbau einer Kirche des Volkes“ zusammengefasst. Luis Zambrano, der in seiner knapp bemessenen Zeit Gedichte schreibt, gilt als ein führender Vertreter der „Theologie der Befreiung“ in Peru.

Die Pfarrei Juliaca hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aufzunehmen, die krank sind oder einfach keinen Platz zum Schlafen haben. „Wir wollen ihnen ein Heim und einfach nur ein Dach über dem Kopf geben! So finden auch behinderte Menschen, die in einer sogenannten „Fraternidad“ (Bruderschaft) organisiert sind, in dem Zentrum einen Platz. „Hier können sie sich treffen, austauschen und einander Kraft geben“, beschreibt der Pfarrer die Intension der Gemeinde.
Der Gottesmann ist aber nicht nur in seiner Pfarrei umtriebig und aktiv. 

Der engagierte Mann ergreift immer wieder das Wort, wenn es um die Wahrung der Menschenrechte geht und die Ursachen von Armut und Ausbeutung: „Unser Wort ist eine Stimme der festen Hoffnung darauf, dass wir durch unsere Gemeinschaft und die Kraft Christi eine menschlichere Welt bauen werden.“ 


Besuch in Deutschland sind Besuche bei Freunden

Viele Gemeindemitglieder sind Indios. Pfarrer Zambrano will ihre Kultur erhalten

Arme sind nicht allein

Steckbrief

©Pilgerverlag GmbH, Annweiler

Name:
Pfarrer Luis Zambrano

Alter:
66 Jahre

Orden:
Diözesanpriester im Bistum Puno mit vielen Verbindungen ins Bistum Speyer

Land:
Peru

Missionar seit:
1984

Arbeitsschwerunkte und Projekte:
Hilfe für Arme, Kranke und Ausgesetzte

Erfahrungen im Rahmen der Arbeit:
Mit Unterstützung seiner Gemeinde gibt er Kranken und Behinderten ein neues Zuhause

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