Katholikentag Mannheim

Samstag, 19. Mai 2012

Zentraler ökumenischer Gottesdienst am Freitagabend

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die Kirchen dazu aufgerufen, in der Ökumene eine starke geistliche Gemeinschaft (Communio) zu bilden.

Im zentralen ökumenischen Gottesdienst des Mannheimer Katholikentags in der Christuskirche, der unter dem Motto „Gemeinsam aufbrechen zu Seiner Fülle“ stand, betonte der Freiburger Erzbischof, eine Zweckgemeinschaft zwischen den Kirchen reiche nicht aus. „Wichtiger als alles andere ist die Frage: Wie geben wir gemeinsam Zeugnis von der Botschaft des Evangeliums?“, sagte der Erzbischof. Statt über einen scheinbaren Stillstand in der Ökumene zu klagen, gelte es, danach zu schauen, „wie wir einander helfend entgegenkommen können.“
In seiner Predigt wies der Freiburger Erzbischof darauf hin, dass die konkrete Zusammenarbeit der Kirchen im diakonischen und missionarischen Handeln Ausdruck dafür sei, sich von Gott selbst rufen zu lassen. „Es geht darum, uns gemeinsam den Herausforderungen der säkularen Gesellschaft zu stellen. Es kommt darauf an, gemeinsam den Glauben an Jesus Christus zu bezeugen“, so Zollitsch. Auch der evangelische Landesbischof von Baden, Ulrich Fischer, rief zu mehr Miteinander in der Ökumene auf. „Wir wissen, dass es so nicht weitergehen kann, und wir oft nur ein Nebeneinander haben“, hob Fischer hervor. „Uns fehlt oft der Mut, eingefahrene Wege zu verlassen.“ Doch in der Ökumene dürfe es nicht um die Wahrung des eigenen Besitzstandes gehen, so Fischer. Der evangelische Landesbischof überraschte seine Zuhörer in der überfüllten Christuskirche mit dem Geständnis, dass ihm keine Gestalt der Bibel so nah sei wie Petrus. Ohne dessen eindrucksvollen Glauben gäbe es keine Kirchen. Mit all seinen Widersprüchen könne er eine Ermutigung für Gläubige aller Konfessionen sein. „Traumhaft – diese Petrusgeschichte“, schwärmte der Landesbischof.    

Der ökumenische Gottesdienst war diesmal sehr stark von der griechisch-orthodoxen Liturgie geprägt. Zu Beginn rief ein Priester die Gläubigen mit Schlägen auf ein Brett, die Toaca, zum Gebet, und der Byzantinische Kantatenchor des griechischen Musikvereins München prägte die Feier mit seinen getragenen Gesängen. Am Ende des Gottesdienstes stand die orthodoxe Zeichenhandlung der „Artoklasia“, ein Ritus, bei dem der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos vorbereitete Brote beweihräucherte, segnete und an die Gläubigen verteilte. Auch die evangelisch-methodistische Bischöfin Rosemarie Wenner (Frankfurt/Main) und der altkatholische Bischof Matthias Ring (Bonn) feierten den Gottesdienst. (Text/Bilder: Katholikentagsbüro)

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Infos zum 98. Deutschen Katholikentag

Alles zum Mannheimer Katholikentag im Überblick: Lesen Sie hier die Vorabzeitung von "Konradsblatt" und "pilger" zum Kirchenereignis des Jahres 2012. Informationen zum Katholikentag gibt es außerdem in dieser "pilger"-Beilage. Hier finden Sie das Programm des 98. Deutschen Katholikentages von 16. bis 20. Mai in Mannheim. Fahrpläne der Bahn zum Katholikentag in Mannheim sind hier eingestellt. Alle Dateien können Sie sich auch herunterladen.

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