Kirche und Welt

Donnerstag, 23. Februar 2017

Abschiebungen sind fragwürdig

Marx und Bedford-Strohm appellieren an politisch Verantwortliche

Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Foto: actionpress

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm haben sich kritisch über Abschiebungen nach Afghanistan geäußert. Marx nannte diese am 20. Februar in München „außerordentlich fragwürdig“. Er sprach sich dafür aus, stets auf den Einzelfall zu schauen. Auch Bedford-Strohm appellierte an die politisch Verantwortlichen, sehr genau hinzusehen, um welche Menschen es sich handle. Zudem verwies er auf den UNHCR-Bericht, der das Land als unsicher eingestuft habe.

„Wir machen uns große Sorgen um die Situation von Flüchtlingen, die schon sehr lange hier sind“, sagte der Landbischof. Für deren Integration hätten ehrenamtliche Helfer viel Zeit und Engagement aufgebracht. Nun müssten sie Angst haben, abgeschoben zu werden. Bedford-Strohm erinnerte dran, dass bei vielen von ihnen die Verfahren erst nach langer Prüfung negativ beschieden worden seien. Oft könnten diese schon gut Deutsch, hätten einen Job und seien integriert. Anders sehe es bei straffällig gewordenen Afghanen aus.

Marx betonte, er sehe dies genauso. In den großen Themen seien er und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weitgehend einer Meinung, ob es nun Deutschland oder Bayern betreffe. „Das ist für uns eine immer wieder schöne Erfahrung.“ Zugleich sprach sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz für einen Dialog mit dem Islam aus. Er wisse, dass dies kein einfaches Thema sei. Aber es gehe der Kirche um ein friedliches Miteinander der Religionen.

Die Kirchenleitungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Freisinger Bischofskonferenz waren am Montag in München zu einem turnusmäßigen Treffen zusammenkommen. (red)

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