Aus dem Bistum

Mittwoch, 22. Juli 2015

Amtszeit der Jugendvertreter soll verkürzt werden

Frankenthal: Pfarrgremienwahl bedeutet für künftige Pfarrei St. Dreifaltigkeit eine Herkulesaufgabe

Pfarrer Stefan Mühl (links) mit den Pfarrgemeinderäten Ursula Maurer, Paul Dyckmans und Brigitte Ober. Foto: Ecker

In der künftigen Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Frankenthal wirft die Pfarrgremienwahl ihre Schatten voraus. Sie bedeutet für die Pfarrei eine Herkulesaufgabe. Aufgrund der Größe der neuen pastoralen Einheit werden in den Pfarreirat, in den Verwaltungsrat und in die sechs Gemeindeausschüsse insgesamt 69 Vertreter gewählt. Daher wurde auch schon sehr frühzeitig mit der Kandidatensuche begonnen.

„Die Wahl ist für uns sehr wichtig, weil sich einiges in den Strukturen ändern wird“, betont Pfarrer Stefan Mühl. Daher müssten die Gemeindemitglieder möglichst umfassend aufgeklärt und auch motiviert werden. Dies geschieht in erster Linie durch Hinweise in den Gottesdiensten und im Pfarrblatt „Aktuell“, aber auch durch das Verteilen von Informationsmaterial. Genügend Kandidaten zusammenzubekommen, damit auch von einer echten Wahl gesprochen werden könne, sei nicht ganz einfach, meint Pfarrer Mühl. „Einige haben sich schon gemeldet, andere sind nicht abgeneigt und denken noch darüber nach.“

Für das Zusammenwachsen der künftigen Pfarrei war es förderlich, dass sich die sechs Gemeinden bereits im Oktober 2014 für die Bildung der Pfarreiengemeinschaft St. Ludwig entschieden haben. Auf vielerlei Ebenen wird bereits kooperiert. Die Vorbereitung auf die Sakramente (Erstkommunion und Firmung) läuft gemeindeübergreifend. Die Messdiener arbeiten zusammen, die Fronleichnamsfeier wird von den Stadtpfarreien seit vielen Jahren gemeinsam auf dem Rathausplatz gestaltet. Eine Wallfahrt nach Oggersheim stärkte ebenso das Gemeinschaftsgefühl wie Tagungen mit allen Pfarrgemeinderäten. Und im Hauptausschuss, wo alle Fäden zusammenlaufen, werden wichtige Entscheidungen einvernehmlich getroffen.

An dieser Grundlinie will Pfarrer Mühl auch in Zukunft nichts ändern. Er hält eine enge Verzahnung zwischen dem Pfarreirat und den Gemeindeausschüssen für unverzichtbar. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, dass Mitglieder in die jeweils anderen Gremien entsandt werden und dort auch mitbestimmen dürfen.

Während die bisherigen Pfarrgemeinderäte in den großen Pfarreien bis zu 14 gewählte Mitglieder zählten, werden in den neu zu bildenden Pfarreirat in Frankenthal zwölf Mitglieder gewählt. Diese Zahl ergab sich daraus, dass jede Gemeinde zwei Vertreter bestimmt. Das gleiche System liegt auch dem Verwaltungsrat zugrunde, so dass auch dieses Gremium aus zwölf gewählten Mitgliedern (bisher maximal acht) besteht. Unterschiedlich ist die Größe der Gemeindeausschüsse. In St. Ludwig und St. Jakobus sind es jeweils zehn, in St. Cyriakus acht, in St. Paul und Heilig Kreuz jeweils sechs und in St. Georg fünf gewählte Vertreter.

Wird „Gemeindepastoral 2015“ gelingen? „In den Gremien macht man sich Mut, bei den Gemeindmitgliedern ist die Haltung eher abwartend“, findet Paul Dyckmans, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von St. Paul. Für ihn gibt es keine Alternative. „Es muss weitergehen.“ Bei der Pfarrgremienwahl erwartet Dyckmans keine großen Veränderungen, könnte sich aber in St. Paul einen Generationswechsel vorstellen. Ursula Maurer, seit sechs Jahren Pfarrgemeinderatsvorsitzende in St. Paul, beurteilt die Arbeit in den Gremien positiv. „Es ist ein angenehmes Arbeiten.“ Zustimmung bekommt sie von Brigitte Ober, die seit 2011 den Pfarrgemeinderat von St. Georg in Studernheim führt. Es ist ein reines Damenteam. „Wir sind bisher immer auf einen gemeinsamen Nenner gekommen“, unterstreicht sie.

Pfarrer Mühl sieht die Kirche mit Blick auf die abnehmende Bindung an die Gemeinde in den nächsten Jahren vor einer großen Herausforderung. „Von vielen wird die Sinnfrage gestellt, Antworten werden aber nicht in der Kirche gesucht.“ Es müssten wieder verstärkt junge Familien gewonnen werden. Auch wenn sich die Kandidatensuche für die Wahl schwierig gestalte, gibt sich Mühl optimistisch. „Wir brauchen gestandene Mitglieder, aber auch ein paar neue Gesichter.“

Wie sieht es mit jungen Kandidaten aus? Sie sind auch in Frankenthal Mangelware. Gerade bei Gymnasiasten stellt sich häufig das Problem, dass sie nach dem Abitur nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher will Pfarrer Mühl die Amtszeit für die Jugendvertreter auch auf zwei Jahre verkürzen.

Eine, die sich in die Pflicht nehmen lässt und für den Gemeindeausschuss von St. Jakobus kandidiert, ist Bettina Hanisch. Die 16-Jährige besucht die zehnte Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums und nimmt als Obermessdienerin aktiv am Gemeindeleben teil. „Ich bin an der Arbeit in dem neuen Gremium interessiert und halte es für sinnvoll, wenn dort auch die Interessen der Messdiener vertreten werden“, begründet sie ihre Kandidatur. (red)   

 

Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit

Unter den 70 Pfarreien, die im Zuge von „Gemeindepastoral 2015“ gebildet werden, steht die künftige Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Frankenthal mit mehr als 14000 Katholiken hinter Speyer und St. Ingbert an dritter Stelle. Zusammengefasst werden die  Frankenthaler Gemeinden St. Ludwig, St. Jakobus der Ältere und St. Paul sowie Heilig Kreuz in Mörsch, St. Cyriakus in Eppstein/Flomersheim und St. Georg in Studernheim. Leitender Pfarrer ist Stefan Mühl (50). Daneben gehören derzeit dem Seelsorgeteam  Kooperator Klaus Meister, Kaplan Dominik Geiger, Diakon Mladen Svoboda und die Gemeindereferentinnen Annette Kabanow und Angelika Büttler-Noby an. Als Pfarrsitz und fester Gottesdienstort wurde St. Ludwig bestimmt. (loi)    

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