Kirche und Welt

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Armutsbericht: Aufruf zum Handeln

Caritasverband will die Erfahrungen der Betroffenen einbringen

Immer mehr Menschen reicht ihr Einkommen kaum zum Leben. Foto: actionpress

Der Deutsche Caritasverband fordert frühzeitige und präventive Hilfen gegen Armut in allen Altersklassen. Anlässlich des an die Verbände weitergeleiteten Entwurfs des fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung warnte Caritas-Präsident Neher am 12. Dezember in Berlin: „Wir dürfen nicht länger in der Analyse von Daten und Fakten steckenbleiben.“ Der Armutsbericht soll im Frühjahr 2017 veröffentlicht werden.

Der vorliegende Entwurf enthält nach Angaben der Caritas eine Analyse der Armutsrisiken im Lebensverlauf. Erneut zeige sich der enge Zusammenhang von schlechten Bildungschancen und Armut. Diese Tatsache sei seit Langem bekannt, nun müssten endlich die richtigen Schlüsse gezogen werden, mahnte Neher. Notwendig seien der Ausbau und eine bessere Vernetzung niedrigschwelliger präventiver Angebote für Familien und Kinder, eine Ausweitung der Schulsozialarbeit und die frühzeitige und flächendeckende Förderung von Schülern.Vor allem junge Menschen dürften nicht den Anschluss verlieren.

Neher beklagte auch, dass das Thema der verdeckten Armut im Entwurf nicht ausreichend behandelt werde.  Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung beantragen zwischen 34 und 43 Prozent der Anspruchsberechtigten keine ergänzende Grundsicherung. Besonders häufig verzichten demnach ältere Menschen auf die Leistung, da sie fälschlicherweise annehmen, dass ihre Grundsicherung im Alter das Einkommen der Kinder schmälere. Hier müsse mehr Aufklärung betrieben werden, so Neher.

Der Caritas-Präsident forderte zudem, dass Erfahrungen der von Armut betroffenen Menschen im Bericht dargestellt werden müssten. „Die Menschen und deren Bedürfnisse zu kennen, ist ganz entscheidend, um die notwendigen Hilfen zu organisieren“, machte Neher deutlich. Dieser Aspekt fehle im Entwurf. (red)

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