Silbermöwe

Mittwoch, 06. November 2019

Aus Brasilien zurück in der Pfalz

Beate Kästle Silva neue Referentin bei der kfd

Ihre Erfahrungen aus der Entwicklungsarbeit kann Beate Kästle-Silva auch in die Arbeit bei der kfd einbringen, für die Fragen der weltweiten Gerechtigkeit ein wichtiges Anliegen sind. Foto: kfd

Marina Hilzendegen, Diözesanleiterin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), konnte bei der Diözesanversammlung am 30. September Beate Kästle Silva willkommen heißen, die als neue Referentin mit halber Stelle den kfd-Diözesanverband, gemeinsam mit Referentin Annette Bauer-Simons, unterstützt.
Die gelernte Erzieherin und studierte Theologin war in der Vergangenheit schon als Referentin für die internationalen Freiwilligendienste in der Diözese tätig, danach lebte und arbeitete die gebürtige Bad Bergzabenerin mit ihrer Familie viele  Jahre in Brasilien. Seit einigen Wochen ist Beate Kästle Silva wieder in Deutschland. Mehr als drei Jahrzehnte hatte sie im nordbrasilianischen Caruaru anfangs als Missionshelferin gearbeitet, dann in leitender Funktion in der Einrichtung Comviva („Gemeinsames Leben“), wie sie später genannt wurde. Die Einrichtung kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche, deren Eltern in schwierigen sozialen Verhältnissen leben. Oftmals sind es auch Waisen- oder Straßenkinder ohne Zukunftsperspektive. Bis hin zu einer Berufsausbildung reicht die Hilfe.
Caruaru liegt hinter ihr, aber bei den Comviva-Projekten wird Beate Kästle-Silva weiterhin mitarbeiten, wenn auch aus räumlicher Distanz. Sie ist weiterhin Mitglied des Vorstands, in Zeiten weltweiter Kommunikation überhaupt kein Probem, sagt sie. Außerdem ist ihr Mann Alexandre noch in Joao Pessoa und hält Kontakt nach Caruaru. Er führt dort Fortbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch.
Die politische Situation in Brasilien ist alles andere als gut. Korruption, Einschränkung von Bürgerrechten allgemein und der Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung im Amazonasgebiet im Besonderen, Verstöße gegen den Naturschutz durch Abholzung des Regenwaldes haben Beate Kästle Silvas Rückkehr nach Deutschland beschleunigt. Was über Jahre an Fortschritten in Brasilien erreicht worden sei, werde jetzt binnen Monaten wieder zunichte gemacht.
Ihren Rückzug aus Brasilien hat Beate Kästle Silva über Jahre hinweg schrittweise vorbereitet. Immer mehr Verantwortung hat sie abgegeben, hat schließlich das Projekt „nur noch begleitet“. Schon vor zehn Jahren ist sie ihrem Mann aus Caruaru nach Joao Pessoa gefolgt. Berufliche Gründe waren es, denn Alexandre fand eine Stelle an der Universität, aber auch die persönliche Sicherheit, nicht zuletzt die der Kinder, spielte eine Rolle. Die Kriminalität in Caruaru ist hoch. Von da an fuhr Beate Kästle Silva immer wieder für einige Tage im Monat nach Caruaru, die Abstände wurden dabei im Lauf der Zeit größer. Künftig werde sie aber auch ab und an nach Brasilien reisen, um den persönlichen Kontakt aufrecht zu erhalten.
Immer wieder werde sie gefragt, wie es denn mit dem Projekt in Caruaru weitergehe. Da hat Kästle Silva viel Hoffnung, dass die großen Bemühungen, den Comviva finanziell auf „brasilianische Füße“ zu stellen, immer mehr Früchte tragen. Private Stiftungen in Brasilien unterstützen Comviva finanziell, wo staatliche und städtische Stellen zugesagtes Geld kürzen, streichen oder unterschlagen. Dennoch mussten einige Mitarbeiter entlassen oder geplante Maßnahmen eingeschränkt werden. Umso wichtiger sind auch die Gelder aus Deutschland. Das Kindermissionswerk in Aachen und natürlich weiterhin das Fröhliche Kunterbunt sind wichtige Geldgeber. Auch über die Aktion Silbermöwe wird das Projekt unterstützt. Erfahrene Mitarbeiter leiten das Comviva-Projekt. Der Diözesanpriester Padre Paulo ist Vorsitzender des Trägervereins. Verônica Alves und Socorro da Silva haben die pädagogische Leitung. Aldenir Alves kümmert sich um die Finanzen. Seit Jahren sind die drei Frauen für Comviva tätig. Beate Kästle Silva wird durch monatliche Berichte über die Arbeit auf dem Laufenden gehalten.
Familiär ist ihre Situation momentan eher schwierig, zumindest für die nächsten drei Jahre. Erst dann kann ihr Mann nach Deutschland nachkommen. Die ältere Tochter Joana studiert derzeit Mikrobiologie in Marburg, Sohn David IT-Ingenieurwesen in Brasilien. Die Jüngste, Milena, besucht die Schule in Landau. Für die 13-Jährige ist es jetzt vor allem wichtig, sich in Deutschland zu integrieren.
Beate Kästle Silva schaut zufrieden zurück und optimistisch in die Zukunft. Am 1. August hat sie ihre neue Tätigkeit in Speyer begonnen, beim kfd-Diözesanverband im Ordinariatsgebäude in der Webergasse in Speyer, wo sie unter Telefon 06232/102 197 erreichbar ist.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  de
Keine Kommentare

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Zurück zum Archiv

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren