Im Gespräch

Donnerstag, 22. Februar 2018

Beifall zur Ernennung

Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung wird Bischof von Würzburg

In Rom, in Würzburg und in Speyer (im Dom) wurde zeitgleich die Ernennung von Franz Jung zum neuen Bischof von Würzburg bekanntgegeben. Als erster gratulierte Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Fotos: is/Klaus Landry

„Heute ist ein besonderer Tag auch für unser Bistum. Um 12 Uhr wird zeitgleich in Rom, Würzburg und Speyer bekanntgegeben, dass Generalvikar Dr. Franz Jung neuer Bischof von Würzburg wird.“ Es war die Nachricht des Tages, die Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Mittag des 16. Februar im Speyerer Dom vor den  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariates verkündete.

Bischof Wiesemann gratulierte dem scheidenden Generalvikar. „Wir freuen uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge über Ihre Ernennung zum Bischof von Würzburg und darüber, dass Sie diese wichtige und herausfordernde Aufgabe angenommen haben.“ Zugleich bedeute seine Berufung für das Bistum Speyer und auch für ihn persönlich einen schmerzlichen Verlust“, so Bischof Wiesemann.

Der Bischof erinnerte an die Verbindungslinien zwischen den Bistümern Speyer und Würzburg, die beide der Kirchenprovinz Bamberg angehören und seit Jahren bei der Ausbildung der Priesteramtskandidaten eng zusammenarbeiten. Eine weitere Verbindung liege in der Person des emeritierten Speyerer Bischofs Dr. Anton Schlembach, der aus Unterfranken stammt, im Bistum Würzburg als Generalvikar tätig war und 1983 zum Bischof von Speyer berufen wurde. „Mit Franz Jung tritt jetzt ein gebürtiger Pfälzer denselben Weg in umgekehrter Richtung an“, sagte Wiesemann.

„Dr. Franz Jung hat für das Bistum Speyer einen sehr wertvollen Dienst geleistet, dafür sind wir ihm von Herzen dankbar. Wir wünschen ihm von ganzem Herzen Gottes reichen Segen“, sagte Bischof Wiesemann. Den Glückwünschen schlossen sich die kirchlichen Beschäftigten mit lang anhaltendem Beifall an. 

Prägende Jahre in Speyer
Generalvikar Jung zeigte sich von der Entscheidung des Papstes sichtlich bewegt. „Ich bin noch dabei, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich die Pfalz und mein Heimatbistum Speyer, in dem ich so viele prägende Jahre erlebt habe, schon bald verlassen soll“, sagte er in einer kurzen Ansprache im Speyerer Dom. Die Berufung zum neuen Bischof von Würzburg erlebe er als großen Vertrauensbeweis und sehe darin eine hohe Verantwortung, der er sich gerne stelle. Nach der Bekanntgabe im Dom beteten die versammelten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordinariats gemeinsam mit Bischof Wiesemann für den scheidenden Generalvikar und sangen, zur Gottesmutter Maria als Patronin des Bistums und des Doms gewandt, das „Salve Regina“.

Kardinal Marx gratuliert und dankt
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem künftigen Würzburger Bischof. Zehn Jahre habe er als Generalvikar in Speyer „wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung des Bistums“ getroffen, heißt es in einem Schreiben der Bischofskonferenz. Er habe sich aber nicht nur als Generalvikar mit umsichtiger und weitsichtiger Perspektive einen Namen gemacht. „Ausdrücklich möchte ich Ihr Engagement in den Gremien des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hervorheben und Ihnen für diesen Dienst danken“, so Marx.

In Würzburg freut man sich schon auf den neuen Oberhirten. „Vielleicht haben wir Würzburger gut gebetet“. Schmunzelnd begründete Diözesanadministrator Ulrich Boom im Gespräch mit der in Würzburg erscheinenden katholischen Tageszeitung „Tagespost“, warum er nach auffallend kurzer Vakanz von nur fünf Monaten im vollbesetzten Kiliansdom die Ernennung des neuen Würzburger Bischofs bekannt geben konnte. Wann Franz Jung die Bischofsweihe empfängt, wird die Diözese in den nächsten Tagen bekannt geben.

Freude im Bistum Würzburg
Der emeritierte Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann äußerte sich gegenüber der „Tagespost“ hochzufrieden über seinen Nachfolger: „Der richtige Mann“, sagte er mit Blick auf die Verwaltungserfahrung und geistliche Persönlichkeit Jungs. „Er hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist den Menschen zugewandt – und genau das brauchen wir“. Die größte Baustelle seines Nachfolgers besteht Bischof Hofmann zufolge in der „Pastoral der Zukunft“ und der Umstrukturierung der Gemeinden. Hier bringt der neue Bischof viel Erfahrung mit, hatte er doch in einem über die Speyerer Bistumsgrenzen hinweg beachteten Erneuerungsprozess ein zukunftsorientiertes Seelsorgekonzept maßgeblich mit initiiert und auf den Weg gebracht.

„Guten Fang gemacht“
Weihbischof Boom, der als Diözesanadministrator das Bistum in der „bischolfslosen“ Zeit leitet,  wertete das Alter Jungs positiv: „Somit hätten wir einen Bischof, der über zwanzig Jahre bei uns bleibt“. Die größte Aufgabe des neuen Bischofs stelle sich in der Frage, „wie wir gemeinsam Kirche sein können“.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt zeigte sich erfreut über die rasch getroffene Personalentscheidung. „Ich freue mich für die zahlreichen kirchlichen Einrichtungen der Stadt und das katholische Leben in Würzburg, dass bald ein Bischof kommt – und auf die Zusammenarbeit“, erklärte der Oberbürgermeister.

Martin Stuflesser, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg, zeigte sich begeistert darüber, dass der neue Bischof aus seinem Heimatbistum Speyer stammt. „Ich glaube, da haben wir einen ,guten Fang‘ gemacht. Ich bin sehr glücklich“, sagte er.

Der 51-jährige Pfälzer Franz Jung folgt auf dem Würzburger Bischofsstuhl Bischof Friedhelm Hofmann nach. Der Rheinländer hatte 13 Jahre lang das Bistum geleitet. Der Bischofsstuhl war seit dem 18. September 2017 vakant. An diesem Tag nahm Papst Franziskus das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Hofmann (75) an. Das Bistum zählt rund 750000 Katholiken. (rn)

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