Im Gespräch

Freitag, 01. Juli 2016

Bistum Limburg bekommt neuen Bischof

Der Trierer Generalvikar Georg Bätzing wird neuer katholischer Bischof von Limburg.

Georg Bätzing. Bild: Bistum Trier/Pilger-Archiv

Der 55-Jährige folgt damit auf Franz-Peter Tebartz-van Elst, der vor mehr als zwei Jahren im Zuge der Finanzaffäre um das neue Bischofshaus vom Amt zurücktrat. Bätzings Ernennung durch Papst Franziskus wurde am Freitag zeitgleich im Vatikan, in Limburg und in Trier bekanntgegeben. Wann Bätzing zum Bischof geweiht und in sein neues Amt eingeführt wird, steht noch nicht fest. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, ob er im Bischofshaus auf dem Limburger Domberg wohnen wird. Der unter Regie von Tebartz-van Elst realisierte Bau war bundesweit unter anderem wegen der Kosten in Höhe von 31 Millionen Euro in die Schlagzeilen geraten.

Domdekan Günter Geis sprach im Limburger Dom von einem "Freudentag für das Bistum". In einer ersten Reaktion dankte Bätzing für das entgegengebrachte Vertrauen. Zugleich sagte er: "Ich habe immer im Team gearbeitet und kann mir das auch eigentlich gar nicht anders vorstellen, als dass man Auftrag und Amt in der Kirche gemeinsam vollzieht und gemeinsam ausübt." Glückwünsche erhielt Bätzing nicht nur von Kirchenvertretern sondern auch von einer nahen Verwandten aus der Politik.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte Bätzing einen Seelsorger, der die Menschen ansprechen könne, "Gläubige wie Suchende, über die Generationen hinweg". Weiter erklärte Marx: "Nach den schweren Zeiten für das Bistum Limburg, das durch die öffentlichen Debatten wegen mancher Fehlentscheidungen in der Leitung und des damit verbundenen menschlichen Versagens tief gezeichnet ist, bin ich dankbar, dass Du zur Wahl durch das Domkapitel Ja gesagt hast und Dich der neuen Verantwortung stellst." Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sagte, Limburg bekomme "einen ausgezeichneten Bischof", der "menschlich warmherzig, verbindlich und klar zugleich" sei.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sprach von einem "Tag der Zuversicht". Lange habe Limburg auf einen neuen Bischof gewartet. Der Kölner Erzbischof ist Metropolit der Rheinischen Kirchenprovinz, zu der auch das Bistum Limburg gehört. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wünschte Bätzing "viel Kraft und Gottes Segen" für das neue Amt. Die Organisation "Wir sind Kirche" äußerte die Hoffnung auf einen "kooperativen Leitungsstil". Ein wichtiger Schritt dazu könne "die baldige Einberufung einer Diözesansynode über den zukünftigen Weg des Bistums Limburg sein, so wie sie vor kurzem im Bistum Trier beendet worden ist". Glückwünsche erhielt der künftige Bischof auch von seiner Cousine, der SPD-Politikerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die ganze Familie freue sich riesig, sagte die rheinland-pfälzische Sozialministerin. Ihr Cousin sei ein "sehr offener, bodenständiger und ruhiger Mensch, der für diese schwierige Aufgabe genau das richtige Fingerspitzengefühl hat".

Bätzing wurde 2012 vom Trierer Bischof Ackermann zum Generalvikar ernannt. Ein Generalvikar leitet ein Bistum im Bereich der Verwaltung. In Limburg wird Bätzing die Amtsgeschäfte von Weihbischof Manfred Grothe übernehmen. Der 77-Jährige verwaltet seit dem Rücktritt von Tebartz-van Elst als Apostolischer Administrator übergangsweise das Bistum. Bätzings Nachfolger als Generalvikar in Trier wird Ulrich Graf von Plettenberg (51).

Der im rheinland-pfälzischen Kirchen (Sieg) geborene und in Niederfischbach (Landkreis Altenkirchen) aufgewachsene Georg Bätzing studierte Katholische Theologie und Philosophie in Trier und Freiburg. 1987 wurde er zum Priester geweiht, von 1996 bis 2010 leitete er die Priesterausbildung im Bistum Trier. 2007 berief ihn der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx zum Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt. Leserinnen und Lesern der Kirchenzeitungen in Speyer, Trier, Freiburg und Mainz ist Bätzing durch seine langjährige Autorenschaft in einer Reihe bekannt, in der sich Kirchen-Experten zu Leseranfragen äußern.

Stichwort Bistum Limburg

Das Bistum Limburg wurde 1827 gegründet. Damit gehört es zu den jüngeren der 27 deutschen Diözesen. Im Bistum leben heute rund 2,4 Millionen Menschen, davon sind rund 645.000 katholisch. Das Gebiet umfasst 6.182 Quadratkilometer und erstreckt sich über Mittelhessen und einen kleinen Teil von Rheinland-Pfalz. Kathedralkirche ist der Dom St. Georg in Limburg. Zur Diözese gehören auch die Bankenmetropole Frankfurt und die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden.

Auslöser für die Gründung des Bistums waren die Folgen der Französischen Revolution und der Neuordnung Deutschlands nach den napoleonischen Kriegen. Das Bistum wurde auf Betreiben des Herzogtums Nassau und der Freien Stadt Frankfurt aus Teilen der ehemaligen kurfürstlichen Erzbistümer Trier und Mainz errichtet. Georg Bätzing ist der 13. Bischof in Limburg.

Das Ernennungsverfahren für den Limburger Bischof folgt dem Preußenkonkordat von 1929. Danach können das Domkapitel, der päpstliche Nuntius für Deutschland, Bischöfe und andere Gremien dem Vatikan Kandidatenlisten einreichen. In Rom berät die Bischofskongregation darüber und unterbreitet die Vorschläge dem Papst. Dieser schickt über die Bischofskongregation und den Nuntius eine Dreierliste an das Domkapitel des Bistums zurück, dessen sieben Mitglieder daraus den Bischof wählen. (Text: kna/epd)

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