Wochenkommentar

Donnerstag, 09. Juli 2020

Botschaft ist heute hoch aktuell

Die Rekordzahlen, die die Kirchenaustritte 2019 bundesweit erreicht haben, sind ein Schock.

Vor allem und in erster Linie sind sie ein Ergebnis des verheerenden Missbrauchsskandals, der die Kirche seit Jahren erschüttert und gerade auch in den beiden letzten Jahren die Schlagzeilen bestimmte. Selbst Bischöfe räumen inzwischen unverhohlen ein, dass die Verbrechen von Kirchen-Vertretern (nicht nur) an Jugendlichen die Kirche vermutlich auf Jahrzehnte hinaus total um ihre Glaubwürdigkeit gebracht haben, und zeigen vor diesem Hintergrund Verständnis für so manche Austritte.
Bei vielen, die austreten, spielen aber auch ganz einfach Ignoranz, Bequemlichkeit, mangelndes Interesse oder die willkommene Gelegenheit, Kirchensteuern zu sparen, eine Rolle. Dabei ist die christliche Botschaft in Zeiten der Pandemie, die uns allen krass vor Augen geführt hat, wie verletzlich und fragil unser aller Leben ist, relevanter denn je. Das Christentum hat auf die Corona-Krise, in der die Sehnsucht nach Halt und Orientierung, Kraft und Trost groß ist, eine Antwort zu geben, wie sie keine andere Religion oder Weltanschauung bereit hält: Gerade in der Hingabe, in der Schwachheit, in der Verwundbarkeit, im Leid liegt die eigentliche Kraft, die Erlösung. Die heilbringende Osterbotschaft von Kreuz und Auferstehung bekommt durch die Pandemie eine Leuchtkraft wie selten zuvor.
Mit anderen Worten: Man sollte nicht zu sehr darauf bauen, dass die Mitgliedszahlen durch den – sicher wichtigen und notwendigen – synodalen Prozess umgedreht werden können, der in der breiten Bevölkerung bisher kaum zur Kenntnis genommen wird. Vielmehr kommt es darauf an, das Elementare und Existenzielle des Glaubens, seine überlebenswichtige, hoffnungsvolle Botschaft wieder stärker herausstellen.

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