Silbermöwe

Donnerstag, 24. September 2015

Bücher sagen willkommen

Buchbranche startet Willkommensinitiative

Ein Helfer liest Kindern aus einem Buch vor. Das bringt ein wenig Alltag in deren Leben und Ablenkung nach den zurückliegenden Anstrengungen. Foto: actionpress

Die Buchbranche ruft eine gemeinsame Initiative für Flüchtlinge ins Leben. Unter dem Motto „Bücher sagen willkommen“ sollen Flüchtlinge einfachen und schnellen Zugang zu Lern- und Lesematerial erhalten, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Frankfurter Buchmesse und die LitCam gemeinsam mitteilten.

Den Kern bildet die Einrichtung von     „Lese- und Lernecken“ in der unmittelbaren Umgebung von Flüchtlingsunterkünften durch die LitCam. Der Branchenverband unterstützt die Aktion mit einem Spendenaufruf. Die Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr vom 14. bis 18. Oktober stattfindet, bietet kostenlose Eintrittskarten und Veranstaltungen für Flüchtlinge an.

Schirmherr der Aktion ist der Schriftsteller Navid Kermani, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Krieg, Vertreibung und ethnische Säuberungen richteten ganze Länder zugrunde, sagte Kermani in Frankfurt. Europa kenne dies aus der eigenen Geschichte. „Wir sollten uns nicht abschotten und könnten es auch gar nicht“, so der Orientalist (und Autor von „Zwischen Koran und Kafka“).

Die Lese- und Lernecken sollen in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften entstehen, hieß es, etwa an Bildungszentren oder Sprachschulen. Sie sollen mit Büchern und Lernmaterialien ausgestattet werden. Den Start macht eine Lese- und Lernecke im Frankfurter Stadtteil Gallus: Asylbewerber erhalten dort bereits Deutschunterricht, zudem sind in dem Gebäude selbst rund 30 unbegleitete Jugendliche untergebracht.

Ab dem 19. September können Kunden in Buchhandlungen in ganz Deutschland für die Ausstattung der Lern- und Leseecken spenden. Dazu werden Spendenboxen bereitstehen. Darüber hinaus machen Buchhändler die Geschichten von Menschen auf der Flucht zum Thema. Unter dem Motto „Fremd in der Fremde – 1001 Lebensgeschichten“ organisieren sie beispielsweise Lesungen von Flüchtlingen und für Flüchtlinge oder präsentieren eine besondere Buchauswahl.

Auf der Frankfurter Buchmesse soll es für Flüchtlinge einen „Welcome Place“ (Willkommens-Platz) geben. Zudem finden Veranstaltungen und Führungen statt, die sprachlich und thematisch auf die größten Zielgruppen zugeschnitten sind. (red)

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