Silbermöwe

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Caritas warnt vor dramatischer Lage

Im Nordirak können 1,5 Millionen Flüchtlinge kaum noch ernährt werden

Flüchtlingskinder in einem Lager bei Erbil im Nordirak. Foto: actionpress

Vor einer weiteren Kürzung der Essensrationen für Flüchtlinge und Vertriebene im Irak warnt Caritas international. Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes macht darauf  aufmerksam, dass laut offiziellen UN-Schätzungen bereits Ende November  für 1,5 Millionen Menschen aufgrund der Unterfinanzierung der Hilfsprogramme keine Essensgutscheine mehr ausgegeben werden können. „Das Szenario ist extrem beunruhigend. Die ohnehin schon schwierigen Lebensbedingungen würden sich für die Hilfesuchenden weiter verschlechtern“, warnt Oliver Müller, Leiter von Caritas international.


Bereits im Mai musste der Wert der monatlich pro Person im Irak verteilten Lebensmittel-Gutscheine aufgrund der unzureichenden Finanzierung von 22 auf 14 Euro gekürzt werden. „Die Folgen, wie wir sie vor Ort erleben, sind dramatisch: Die Familien essen weniger und ihnen bleibt kaum noch Geld für Arztbesuche, Medikamente und eine zumutbare Unterkunft. Immer mehr Flüchtlinge sehen keine Perspektive mehr in der Region“, so Müller. Die internationale Staatengemeinschaft müsse sich deutlich stärker engagieren.


Im Irak leben derzeit 3,2 Millionen Binnenvertriebene und 250000 syrische Flüchtlinge. Mindestens 4,4 Millionen Menschen sind laut Schätzungen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt derzeit unter anderem in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt mehrere Hilfsprojekte der Caritas Irak und der Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq). Die lokalen Partner haben bislang 79500 Flüchtlinge und Vertriebene aller Glaubensrichtungen unter anderem mit Medikamenten, Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln, Matratzen und Decken versorgt. Ferner hat Caritas im Irak insgesamt zwölf Gesundheits- und
acht Sozialzentren aufgebaut. (red)

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