Kultur

Donnerstag, 22. Februar 2018

Chorsaal der Dommusik wird am 28. April eingeweiht

Verantwortliche rund um das Unesco-Weltkulturerbe blicken auf die Ereignisse in diesem Jahr

Verschiedene Verantwortliche rund um den Dom informierten darüber, was in diesem Jahr das Leben an der Speyerer Kathedrale ausmacht. Foto: Landry

„Es braucht Menschen, die sein riesiges Potential immer wieder neu zum Leben erwecken. Der Dom ist Glaubensgut, Weltkulturerbe, Kulturdenkmal.“ Mit diesen Worten hatte Domdekan Dr. Christoph Kohl am 15. Februar bei einem Pressegespräch gleich zu Beginn zusammengefasst, warum er und weitere Verantwortliche rund um die Kathedrale zusammengekommen waren: Gemeinsam warfen sie einen Blick auf die Ereignisse in diesem Jahr.

Der Dom habe für die verschiedensten Bedarfe des Lebens und des Glau­bens etwas zu bieten, führte Kohl aus. Dies zeige sich im Wesentlichen an den Gottesdiensten. Dabei spannte der Domdekan den Bogen von den Pontifikalämtern über die Werktagsmessen, die Hauptgottesdienste an den Sonntagen und die Hochfeste im Kirchenjahr bis zu offenen und lockeren Formaten für junge Menschen wie „Nightfever“ am 13. Juli oder den Ökumenischen Lobpreisabend „United praise“, der am 27. Oktober stattfindet.

Chorsaal-Einweihung am 28. April
Im vergangenen Jahr hatte die Dommusik an 59 Gottesdiensten in der Speyerer Kathedrale mitgewirkt. „Das sind mehr Einsätze als es Wochen im Jahr gibt“, betonte Domkapellmeister Markus Melchiori nicht ohne Stolz. Ein weiterer Grund zur Freude ist für Melchiori die baldige Fertigstellung des Chorsaals, der das „Haus der Kirchenmusik“ in der Speyerer Altstadt komplettiert. Melchiori bezeichnete das Gebäude als Herzstück und künftigen zentralen Probenort für die rund 180 Sängerinnen und Sänger der verschiedenen Chorgruppen. Die Einweihung des Chorsaals ist für den 28. April vorgesehen. Im Rahmen der Speyerer Kult(o)urnacht am 25. Mai bietet die Dommusik musikalische Einblicke in und um den neuen Chorsaal.

Melchiori wies auch auf besondere Höhepunkte im Konzertkalender hin, darunter auf die Konzertreihen Cantate Domino an den Samstagen in der Fasten- und Adventszeit und auf die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer im Herbst in Kooperation mit der Stadt, dem Domkapitel und dem Land Rheinland-Pfalz. Aufgrund der kalten Temperaturen, die im Dom in der Passionszeit herrschen, erklingt die Matthäus Passion von Johann Sebastian Bach am Palmsonntag, 25. März (16 Uhr), nicht im Dom, sondern in der Gedächtniskirche.

Vierungsturm wird saniert
„Nichts spektakuläres“ ist laut Domkustos Peter Schappert in Sachen Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt des Domes in Planung. So würden die 2017 an der Zwerggalerie begonnenen Arbeiten in diesem Jahr fortgesetzt. Auch in der Krypta sind Arbeiten vorgesehen. Der Vierungsturm, der zuletzt in den 1960-er Jahren saniert wurde, hat sich nach ersten Untersuchungen zu einem Großprojekt entwickelt. Laut Dombaumeister Mario Colletto ist die Einrüstung des gesamten Turms im Juni vorgesehen. Die Arbeiten werden etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Was die Finanzierung der jährlichen rund eine Million Euro umfassenden Instandhaltungsmaßnahmen des Unes­co-Weltkulturerbes betreffen, so übernimmt nach Angaben des Domkustos das Land Rheinland-Pfalz 40 Prozent der Kosten für substanzerhaltende Maßnahmen. Der Dombauverein überweist zwischen 100000 und 200000 Euro pro Jahr an das Domkapitel, und die Europäische Stiftung Kaiserdom stelle maßnahmenbezogene Mittel zur Verfügung, zuletzt in erheblichem Maß für die Erneuerung der Außenbeleuchtung. Der Bund, die Stadt Speyer und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz würden sich fallweise an den Aufwendungen beteiligen. Derzeit stellten sie kein Geld zur Verfügung.  

Der Dom in sozialen Medien
Der Leiter des Dom-Besuchermanagements, Bastian Hoffmann, klärte über die neue Bezeichnung und Kennzeichnung der Dom-Info auf, die vor allem für internationale Besucher die Anlaufstelle neben dem Dom präsenter machen soll. Für den Sommer kündigte er das ökumenische Projekt ARC an, dass zum 25. Mal Domführerinnen und Domführer aus verschiedenen Ländern nach Speyer entsendet. Friederike Walter, Leiterin des Dom-Kulturmanagements, sprach über eine stärkere Präsenz des Doms in den sozialen Medien, um den Dialog mit den „Dom-Fans“ zu verstärken. So gäbe es seit 2017 einen eigenen Facebook-Auftritt. Dabei reagierten die Nutzer, die bis in die USA zu finden seien, am meisten auf Fotos vom Dom, was die persönliche Beziehung vieler Menschen zu diesem Bauwerk verdeutliche.

Dombauverein: 140000 Euro pro Jahr
Seit seiner Gründung im Jahr 1995 hat der Dombauvereins 7,36 Millionen Euro an das Domkapitel für den Erhalt des Domes abgeführt, davon 140000 Euro im Jahr 2017. Darauf wies der Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Gottfried Jung, hin. Jung geht von einem Betrag in ähnlicher Höhe für das laufende Jahr aus. Dabei stammten die Mittel überwiegend aus den Beiträgen der Mitglieder, derzeit 2606 an der Zahl. Zwei Drittel von ihnen kämen aus Deutschland, Österreich und Frankreich; ein Drittel seien Speyerer. Froh ist der Vorsitzende des Dombauvereins über die rund 60 meist jüngeren Mitglieder, die alljährlich neu dazukämen. „Denn wir bemühen uns, den Mitgliederstand zu halten.“

Stiftung Kaiserdom: Aktionserfolg
Karl-Markus Ritter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, erinnerte an den großen Erfolg der Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ im vergangenen Jahr. Mit Blick auf das laufende Jahr wies er insbesondere auf das vierte wissenschaftliche Symposium der Stiftung hin, das sich mit Rudolf von Habsburg beschäftigt. (pede)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Petra Derst
Keine Kommentare

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Zurück zum Archiv

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren