Aus dem Bistum

Samstag, 17. März 2018

„Da_zwischen“ wächst weiter

An Ostern schließt sich das Erzbistum Freiburg der Netzgemeinde an

Felix Goldinger ist der Initiator der Netzgemeinde „Da_zwischen“, die 2017 mit dem „Andere Zeiten“-Missionspreis ausgezeichnet wurde. Foto: Goldinger/Privat

Es ist Montagmorgen um 6.15 Uhr. Das Smartphone klingelt, ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine Nachricht eingegangen ist. „Bedenke Mensch: Du hast Wurzeln. Welche sind das? Wo liegen sie?“, lautet die WhatsApp-Botschaft, untermalt mit einem ausdrucksstarken Fotomotiv, das die Wurzeln eines Baumes zeigt.

Es sind Impulse wie diese, die derzeit rund 2000 Menschen jeden Montag um die gleiche Uhrzeit via WhatsApp, Telegram, Facebook oder Insta erhalten. Die Adressaten gehören zur Netzgemeinde „Da_zwischen“, die an Palmsonntag vor zwei Jahren von Felix Goldinger aus der Taufe gehoben wurde. Der Sinn des niederschwelligen Internet-Angebotes besteht laut dem Referenten für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer darin, „im Alltag den Glauben und die frohe Botschaft mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen und der eigenen Spiritualität auf die Spur zu kommen“. Konkret sollen die Nutzer die Impulse zum Nachdenken anregen. „Im Schnitt antworten etwa zehn bis 15 Prozent auf die Nachricht, die ich am Wochenanfang verschicke“, weiß Goldinger.

„In der Regel sind es persönliche Gedanken, die bei mir ankommen. Sie beschäftigen sich etwa mit dem Arbeitsplatz, dem Sinn im Leben, aber auch mit Glück oder dem Glauben.“ Freitagsabends gibt es zusätzlich eine Nachricht zum Abschluss der Woche. Darin fasst der Pastoralreferent die Antworten, die die Netzgemeindenutzer über die Woche hinweg zurückgemeldet haben, zusammen und verknüpft sie mit einer biblischen Botschaft oder einem spirituellen Impuls – „verpackt“ meist in Form eines Videos.

Dass die Mitglieder der Netzgemeinde anonym bleiben, darauf legt Goldinger genauso viel wert wie darauf, dass diejenigen, die auf die Botschaften reagieren, eine Antwort erhalten. „Und benötigt ein Nutzer Beistand oder Hilfe, dann wird die Person über die Woche hinweg begleitet.“ Mancher Austausch erstrecke sich sogar über einen längeren Zeitraum, „etwa wenn sich jemand in einer besonders schwierigen Lebensphase befindet“. Zeichne sich ab, dass ein Mitglied der Gemeinschaft professionelle Hilfe brauche, dann werde es an Einrichtungen wie die Caritas, die Telefon- oder Internetseelsorge verwiesen. Dies käme im Jahr allerdings lediglich vier bis fünf Mal vor.

90 Prozent der Adressaten empfangen laut Goldinger die Botschaften via WhatsApp. Im Schnitt seien die Nutzer von „Da_zwischen“ zwischen 40 und 50 Jahre alt. „Der älteste, der sich mir bislang zu erkennen gegeben hat, war 74.“ Die Netzgemeinde hat sich seit ihrer Gründung zu einem wahren Erfolgsmodell entwickelt. „Sie wächst ständig“, freut sich der Initiator, zuletzt am vergangenen Aschermittwoch, als auf einen Schlag 300 neue Mitglieder hinzukamen. Grund war der Zusammenschluss mit einem mehr oder weniger gleichen Angebot in der Diözese Würzburg. Ein weiterer Vorteil: Es können auch Synergien genutzt werden, da die Angebote nicht nur von Nutzern aus dem jeweiligen Bistum nachgefragt werden. Grund genug, dass sich weitere Diözesen an der Netzgemeinde beteiligen möchten.

So steigt die Diözese Freiburg ab Ostern in das Projekt ein. Damit wird „Da_zwischen“ auch personell auf neue Füße gestellt. Denn Felix Goldinger gehört künfig einem siebenköpfigen Team mit Vertretern aus den drei Bistümern Speyer, Würzburg und Freiburg an, das sich um die Netzgemeinde kümmert. „Dadurch lastet nicht länger einen großen Teil der Arbeit auf meinen Schultern und das Angebot erhält frischen Wind“, freut sich Goldinger. (pede)

Wer Mitglied von „Da_zwischen“ werden möchte, kann sich auf der Homepage www.netzgemeinde-dazwischen.de anmelden. 

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