Aus dem Bistum

Mittwoch, 24. August 2016

Den pastoralen Nachwuchs im Blick

Seit mehr als einem halben Jahr ist Christine Lambrich Dozentin am Priesterseminar

Christine Lambrich bereitet junge Menschen auf ihren pastoralen Beruf vor. Foto: Diözese Speyer

Ihr Lachen ist ansteckend, und ihre Art, mit Menschen umzugehen, ist es auch. Wer mit Christine Lambrich zu tun hat, der spürt, wieviel Herzblut sie in eine Aufgabe steckt, die ihr übertragen worden ist. Halbe Sachen gibt es bei ihr nicht, ob als Diözesanreferentin für Katechese im Bischöflichen Ordinariat oder als Projekteiterin und Bistumsverantwortliche für das Programm „Himmelgrün“ – Kirche auf der Landesgartenschau Landau. Seit Januar dieses Jahres ist die 48-Jährige als Dozentin für Pastoraltheologie im Priesterseminar Speyer tätig und damit die erste Frau in dieser Funktion. Ihre Bilanz nach mehr als einem halben Jahr sieht recht positiv aus.

Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, dessen ist sich Christine Lambrich bewusst. Denn die verheiratete Mutter von zwei Kindern bereitet die hauptamtlichen Seelsorger von Morgen auf ihre künftigen Tätigkeiten vor. Dabei unterrichtet sie nicht nur die Pas­toral- und Gemeindereferenten sowie Priesteramtskandidaten aus der Diözese Speyer, sondern auch die künftigen Pfarrer der Bistümer Bamberg, Eichstätt und Würzburg. Sie alle gehören dann für die pastoralpraktische Ausbildung dem so genannten Pastoralkurs an, der zwei Jahre dauert. Die Einsteiger bilden den Unterkurs, während die Auszubildenden im zweiten Jahr in den Oberkurs gelangen, so dass das Fachwissen von Christine Lambrich in zwei Kursen gefragt ist.

Was die Lerninhalte betreffen, so gibt es eine Rahmenordnung der vier Bistümer, an die die Pastoralreferentin gebunden ist. Dabei reicht das Themenspektrum von der Vorstellung verschiedener Gemeinde- und Ehrenamtsmodelle bis zur Praktikumsvorbereitung. „Da, wo es mir möglich ist, nutze ich jedoch auch Spielräume zur eigenen Unterrichtsgestaltung“, bekräftigt die Dozentin. Davon profitieren vor allem die künftigen Priester und Laientheologen aus der Diözese Speyer, für die sie in weit größerem Umfang Sorge zu tragen hat. Deren Betreuung endet mit der Zweiten Dienstprüfung, die die Ausbildung abschließt.

Zuvor müssen sich die angehenden kirchlichen Mitarbeiter jedoch auch „in den Gemeinden ausprobieren, ihr pastorales Tun reflektieren“. Dies geschieht sowohl während des zweijährigen Pastoralkurses, als auch im Anschluss in der zwei- bis dreijährigen Praxisphase. Christine Lambrich sucht dann auch ihre Schützlinge vor Ort auf und bespricht mit ihnen die Herausforderungen im pastoralen Alltag. „Es geht beispielsweise um das eigene Rollenverständnis oder um die Erwartungen und Bedürfnisse der Gemeindemitglieder, die an sie herangetragen werden.“ Christine Lambrich berät und hilft, die Dinge einzuordnen. „Dies geschieht auch im Unterricht im Priesterseminar, etwa anhand von Fallbesprechungen“, betont die 48-Jährige, die mit ihrer Familie in Neustadt wohnt.

Jungen Menschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben, bereitet Christine Lambrich sehr viel Freude. Diese Aufgabe sei aber auch eine Herausforderung, „weil ich durch den Austausch mit den jungen Leuten meine eigenen Sichtweisen und Überzeugungen kritisch hinterfragen muss“. Vieles habe sich im Vergleich zu ihrer eigenen Ausbildung verändert, bekräftigt sie. „Sie ist heutzutage praxisorientierter, hat stärker die Zielgruppen und pastoralen Situationen im Blick.“ Und: Die Bedürfnisse, das was Seelsorger heute bräuchten, stünde stärker im Fokus. Denn schließlich sei es nicht einfach, „das geistliche Leben frisch zu halten und gleichzeitig die Motivation für den Beruf nicht zu verlieren, vor allem vor dem Hintergrund der sehr hohen Anforderungen, die an die pastoralen Mitarbeiter gestellt werden“. Deshalb sei eine gute Ausbildung notwendig, die ihnen dafür das nötige Rüstzeug an die Hand gibt.

Dabei ist Christine Lambrich dankbar und positiv überrascht, „dass sie die Ratschläge und Sichtweisen von mir ,alter Häsin‘ annehmen“. Es sei aber auch notwendig, dass die jungen Menschen ihre eigenen Erfahrungen machten. Und noch etwas könne sie feststellen: „Die Frauen und Männer, die vor mir sitzen, wollen gute Seelsorger sein, und das sind sie auch. Unsere Pfarreien und Gemeinden können sich freuen.“

Die Dozententätigkeit der Pastoralreferentin umfasst 50 Prozent ihrer Arbeitszeit. Die restlichen 50 Prozent widmet Christine Lambrich der Gemeindeberatung. Für diesen Bereich hat sie eine Ausbildung absolviert. (pede)

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