Wochenkommentar

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Blick aus dem All

Das All macht die Erde als gemeinsame Heimat erfahrbar

Die Menschheit befindet sich in einer schwierigen Situation. Kriege und gewaltsame Konflikte fordern jeden Tag ungezählte Opfer, die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist so hoch wie noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg, Terror wird zu einer wirklichen Bedrohung für viele Gesellschaften.

Angesichts dieser eher düsteren Bestandaufnahme ist der frühere Astronaut Thomas Reiter davon überzeugt, dass sich viele Konflikte auf der Erde leichter lösen ließen, wenn man sie aus den Weiten des Alls betrachten würde: „Ich wünschte mir, dass eher morgen als übermorgen möglichst viele Menschen diesen Blick erleben können. Ich bin fest davon überzeugt, dass das mehr als alles andere dazu beitragen könnte, die Probleme und Konflikte, die wir heute auf der Erde miteinander haben, zu überwinden“, so Reiter in diesen Tagen vor Medienvertretern..

Der Blick aus der Distanz einer Weltraumstation relativiert vieles. „Man bekommt einen Geschmack von der Unendlichkeit. Und man bekommt ein Gefühl, wie winzig klein die Erde in Wirklichkeit ist“, sagt der Direktor der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Die Journalisten hören beeindruckt zu, als der ehemalige Astronat von seinen Erfahrungen und  Gedankengängen erzählt. Er und viele andere Astronauten hätten die Spuren kriegerischer Auseinandersetzungen selbst aus einigen Hundert Kilometern Höhe mit bloßem Auge wahrnehmen können: „Alexander Gerst hat von den Leuchtspuren der Raketen im Israel-Palästina-Konflikt berichtet, die im Dunkeln aufblitzten. Bei meiner ersten Mission tobte der Konflikt auf dem Balkan. Als wir nachts über Europa flogen, war alles hell erleuchtet. Der gesamte Balkan glich einem schwarzen Loch. Mit dem Wissen, was sich dort aktuell zuträgt, geht einem das sehr nahe.“

Reiter berichtet von ganz anderen Erfahrungen, die Austronauten währenddessen in der Weltraumstation machten und auch heute noch machen, wenn die Raumstation die Erde umrundet. „Konflikte gibt es nicht. Man kann sich diesem Eindruck, der so weit jenseits des irdischen Erfahrungshorizonts liegt, nicht entziehen. Das geht so weit unter die Haut, in Mark und Bein, das verbindet.“ Die Erde ist ihnen gemeinsame Heimat, die nicht von einer robusten Atmosphäre umgeben ist, „sondern von einem zarten, verletzlichen Schleier, der uns als einziges schützt, so der Astronaut Alexander Gerst. (rn/kna)

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