Wochenkommentar

Mittwoch, 13. Mai 2020

Der Hunger nach Waffen wächst

Zugegeben: Eine Welt ohne Waffen – das ist ein Traum, fern von der menschlichen und irdischen Wirklichkeit.

Corona überlagert seit fast drei Monaten nahezu alle anderen Themen. Dabei gibt es viele Entwicklungen, die unsere Beachtung verdienen. Zum Beispiel die Wahnsinnssummen, die für Rüstung ausgegeben werden. Darüber ist in diesen Tagen berichtet worden. Aber besondere Beachtung fand das Thema nicht. Zugegeben: Eine Welt ohne Waffen – das ist ein Traum, fern von der menschlichen und irdischen Wirklichkeit. Schon in der Bibel, im Alten Testament, sind viele Berichte über Kriege, über Waffen zu finden. Es war wohl nie anders, seit Menschen sich in Gruppen, Stämmen oder Völkern zusammengetan haben und andere – aus welchen Gründen auch immer – beherrschen wollten. Auf diesem grausamen und irrsinnigen Feld bleiben also Träume von einer Welt ohne Waffen Träume. Schon Friedrich Schiller hatte Recht, als er schrieb: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Deshalb sind Waffen für eine Verteidigung nötig.
Dennoch ist nicht zu begreifen, welche Summen für Waffen, für Rüstung ausgegeben werden: In einem einzigen Jahr weltweit 1,78 Billionen Euro. Allein in den USA betrug 2019 der Militärhaushalt 730 Milliarden Euro. Es folgen China, Indien und Russland. Der deutsche Verteidigungshaushalt lag bei 49,2 Milliarden Euro. Und das geschieht, während in Afrika und anderswo Millionen Menschen verhungern und verdursten. Die Möglichkeit, andere Mächte unausgesprochen mit dem Massen-Tod zu bedrohen, ist Machtbesessenen etwa in China, Russland und Nordkorea wichtiger als mit einem Bruchteil der Militärausgaben Hungernden wenigstens Brot und Wasser zu geben – und sie schämen sich offensichtlich nicht einen einzigen Augenblick.

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