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Mittwoch, 25. Mai 2016

Der Oberstabsfeldwebel mit der gelben Schnur

Wie ein Soldat die Lourdes-Wallfahrt für wohltätige Zwecke nutzt

Der „Mann mit der gelben Schnur“: Oberstabsfeldwebel Franz Niedermüller. Foto: KNA

Franz Niedermüller ist in Lourdes kein Unbekannter. Seit 15 Jahren fährt der Oberstabsfeldwebel aus Fürstenfeldbruck zur Soldatenwallfahrt. Auch diesmal ist der „Mann mit der gelben Schnur“ wieder mit dabei. In Lourdes verkauft er selbst geflochtene Kreuze und sammelt so Geld für den guten Zweck.Die Idee dafür kam ihm beim Anblick eines Kreuzes in seinem Büro. „Da dachte ich mir: Jetzt besorgst du dir eine Schnur, machst daraus Kreuze und verteilst sie als Erinnerung an die Wallfahrer“, erzählt der Mann mittleren Alters. „Irgendwann kam jemand und wollte mir eines der Kreuze abkaufen, die ich zuerst nur verschenkt hatte.“ Zusammen mit einem Freund habe er überlegt: „Lourdes-Wallfahrt und Geld verdienen – passt das zusammen?“ Ich habe dann entschieden, das Geld zu spenden.“ Seitdem flechtet der Soldat Kreuze aus Schnüren, Verkaufspreis 15 Euro. 23500 Euro für die „Aktion Sorgenkinder von Bundeswehrfamilien“ kamen bislang zusammen.

Warum ist ausgerechnet Gelb die Farbe der meisten Umhängekreuze? „Die Farbe hat sich irgendwie so ergeben, weil das die Schnur war, die ich vor meiner ersten Wallfahrt zu Hause gefunden habe.“ Außerdem sei Gelb auch eine der Farben der katholischen Militärseelsorge. Und nicht zuletzt heben sich die Kreuze auch gut von der Uniform ab und seien so als „ein leuchtendes Beispiel“ erkennbar.

An seiner linken Schulter trägt Niedermüller ein schwarz-rot-gelbes Kreuz, das während der Frauen-Fußball-WM entstanden ist. Mittlerweile gibt es auch Exemplare, in die er einen Draht einbindet, um sie aufrecht hinstellen zu können. Die Kreuze fertigt Niedermüller das ganze Jahr über – ob im Urlaub, auf Wanderungen oder während einer Messe. Vor Lourdes muss besonders vorgearbeitet werden. Denn hier verkauft er die meisten seiner kleinen Kunstwerke.

Niedermüllers Kreuze gehören inzwischen fest zur jährlichen Soldatenwallfahrt dazu. Aber bei aller Routine vermittelt ihm der Ort Jahr für Jahr neue Eindrücke: „Man erlebt immer neue Situationen, auf die man nicht gefasst ist. Und ich habe hier Freunde gefunden, die ich nur hier treffe. Das hält – und ist einfach super.“

Drei Jahre dauert noch sein Dienst bei der Bundeswehr. Drei Jahre will er noch mit seinen Kreuzen an der Soldatenwallfahrt teilnehmen – und hofft dabei, den Erlös auf 30000 Euro aufstocken zu können. (red)

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