Kirche und Welt

Mittwoch, 23. September 2020

Die Debatte bleibt

Bischof Bätzing hält das Diakonat der Frauen „für sehr legitim“

Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. (Foto: kna)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz widerspricht dem Kölner Kardinal Woelki.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hält die Debatte über die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche nicht für abgeschlossen. „Das Diakonat der Frauen halte ich für sehr legitim“, sagte er dem Deutschlandfunk. Das Reformprojekt Synodaler Weg könne im Vatikan um eine Prüfung und Einführung bitten, wenn die Mehrheit dies wolle. Endgültige Entscheidungen könne aber nur ein Konzil treffen.
Damit widerspricht der Limburger Bischof dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der gesagt hatte, die Diskussion über die Weihe von Frauen führe nicht zum Ziel: „Denn diese Frage ist definitiv mit höchster Lehrautorität entschieden worden durch Papst Johannes Paul II.“ Wenn man die Frage so behandele, als sei sie offen, finde die Diskussion „außerhalb der Lehre der Kirche statt“.
Die Frage nach der Frauenweihe hätten Päpste „für geschlossen erklären“ wollen, sagte Bätzing: „Wir nehmen aber wahr, dass sie einfach da ist.“ Auch Männer, etwa Priester und Bischöfe, stellten sie sich.
Warnung vor
Verheerungen
Der Bischofskonferenz-Vorsitzende betonte weiter, er sehe sich in dieser Frage nicht nur als Moderator zwischen den verschiedenen Positionen in der Bischofskonferenz: „Ein Feminist bin ich sicher nicht. Aber es ist mir ein hohes Anliegen.“ Er verglich die Frauenfrage mit dem Thema Klimawandel: „Wenn man Zeiten verpasst, um bestimmte Entscheidungen zu treffen, hat das zum Teil verheerende Auswirkungen.“
Die Kirche habe schon viele Gruppierungen verloren. Es bestehe die Gefahr, dass „das nächste Kippen“ bevorstehe, „da sich einfach ganz viele Frauen in ihrer Kirchenbindung abgehängt sehen oder selber abhängen“.
Dabei gehe es ihm nicht um die Rettung der Kirche, ergänzte der Bischof. „Es geht wirklich darum, dass damit ja vor allem die Weitergabe des Glaubens stockt.“ Frauen trügen zu einem großen Teil das kirchliche Leben in ihrem diakonischen Handeln und in der Glaubensweitergabe. Wenn dies verloren gehe, „dann ist die Kirche in ihrem Bestand gefährdet“. Viele Frauen berichteten ihm sogar, dass sie sich von der Kirche entfernten, um ihren Glauben zu retten.
Die Frage betreffe nicht nur Weiheämter, so der Bischof. „Wir haben zu wenige Frauen, die an den Entscheidungsprozessen und an den Schlüsselstellen der Kirche beteiligt sind.“ In Gremien und Leitungsstrukturen sei noch erheblicher Fortschritt möglich, was die Beteiligung von Frauen angehe. Es sei noch nicht lange her, dass die Kirche „die deutliche Gleichheit aller Menschen“ anerkannt habe.

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