Geistliches Leben

Mittwoch, 25. September 2019

Die Macht des Glaubens

Entscheidend für Jesus ist, dass wir das tun, was er uns aufträgt. Gedanken zum Lukas-Evangelium 16, 19–31

In wenigen Wochen ist es wieder soweit. Weltweit fiebern schon viele Millionen Fans der Premiere von Episode IX der Star Wars Saga entgegen. „Der Aufstieg Skywalkers“ wird er heißen und (vorläufig) die größte Saga der Filmgeschichte abschließen. Bekanntermaßen geht es in diesem Filmepos, das seit über 40 Jahren unzählige Menschen in ihren Bann gezogen hat, letztlich um den Kampf Gut gegen Böse oder mit den Worten von Star Wars gesprochen, der hellen gegen die dunkle Seite der Macht. Um aus Sicht der „Guten“ den Kampf gegen das „Böse“ gewinnen zu können, gilt es für die Protagonisten aus dem Hause Skywalker zunächst immer wieder darum, die Macht, die „alles Leben umgibt und durchdringt und somit alles zusammenhält“, zum Guten nutzen zu lernen.
Seit dem Erscheinungsjahr des ersten Star Wars Films „Krieg der Sterne“ 1977, wurde in zahlreichen Veröffentlichungen Parallelen zwischen Star Wars und dem christlichen Glauben hergestellt. Und tatsächlich sind manche Vergleiche nicht ganz von der Hand zu weisen. Vielmehr noch, sie können positive Impulse für den eigenen Glauben von heute liefern. Ich lade Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein, ein bisschen in eine ferne Fantasiewelt einzutauchen, die in ihren grundsätzlichen Themen, Problemen und Sehnsüchten der unseren, realen ganz ähnlich ist.
Der heutige Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium weißt Parallelen zu einer Szene aus Episode V, „Das Imperium schlägt zurück“, der Star Wars Saga auf. Der junge Luke Skywalker versucht darin unter Anleitung seines Meisters Yoda die Macht kennen und nutzen zu lernen, aber er droht an seinem Unglauben zu scheitern. Die ihm von seinem Meister Yoda gestellt Aufgabe lautete, mittels der (Gedanken-)Macht, sein Raumschiff, das er bei einer Bruchlandung auf dem Planeten Dagobah notgelandet hatte, aus dem Sumpf zu ziehen. Doch er fühlte sich der Aufgabe nicht gewachsen und scheiterte am eigenen „Für-möglich-halten“ mit den Worten: „Ich glaube es nicht.“ Darauf entgegnete Yoda: „Das ist, warum du scheiterst.“
„Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!“. Mit diesen Worten veranschaulicht Jesus auf sehr eindrückliche Weise die Kraft und Macht des Glaubens. Vorausgegangen war die Bitte der Jünger, dass Jesus ihren Glauben stärken solle. Woraufhin er ihnen bildgewaltig ihre eigene Unzulänglichkeit und damit ihren Unglauben vor Augen stellt.
Hand aufs Herz, wie sieht es mit der Stärke Ihres Glaubens aus? Wenn Sie ihn auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen müssten, wäre er eher schwach, z. B. bei 2, oder sehr stark, z. B. bei 8? Vielleicht können Sie auch sagen, wann er eher stabil und wann schwankend ist?
Der Erfolg der Star Wars Saga hat sicherlich viele Gründe. Einer davon ist gewiss, dass sie große Themen des Menschseins thematisiert. Das Motiv des Kampfes Gut gegen Böse gehört ebenso dazu, wie das Anrühren von zutiefst menschlichen Sehnsüchten, wie der Macht der Liebe und der Stärke des Zusammenhalts. Es geht aber auch um die Faszination, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde, wie sich viele im Allgemeinen vorstellen können. Zentral ist schließlich, dass in allem Leid und aller vermeintlichen Ausweglosigkeit die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht vergebens ist.
In vielen dieser genannten Themen gibt es Berührungspunkte zum christlichen Glauben. Sicherlich gilt es gerade in der heutigen Zeit kritisch zu hinterfragen, ob eine allzu einfache, polarisierende Einteilung in gut und böse, Licht und Schatten nicht an einer Wirklichkeit vorbei geht, die in Wahrheit voller Graustufen ist. Auch ist eine glorifizierende Darstellung von Kampf- und Kriegsszenen sicherlich problematisch. Dennoch appelliert diese Saga an das Große und Wunderbare im Menschen, das letztlich in allem zu finden ist. Die Botschaft ist nicht zu überhören, dass in uns eine Kraft und ein Glauben wohnen, die beide entdeckt und entwickelt werden wollen und mit denen Ungeahntes möglich ist.
Entscheidend ist für Jesus, dass wir das annehmen und tun, was unser Auftrag ist. Dass dies nicht immer leicht ist, davon wissen nicht nur Science-Fiction-Märchen zu berichten. Das wahre Leben findet jedoch nicht auf der großen Leinwand und im Rampenlicht statt. Viel öfters gilt es in den „Niederungen des Alltags“ seinen Mann und seine Frau zu stehen und den geforderten Aufgaben nachzukommen. Die „Helden des Alltags“ bekommen leider in der Regel keinen Orden, manchmal nicht mal ein wohlverdientes Dankeschön. Das sollte aber nicht demotivierend sein, sondern vielmehr dazu führen, sich jenseits aller Effekthascherei aus Überzeugung in den Dienst der guten Sache zu stellen.

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