Im Gespräch

Freitag, 16. Februar 2018

Dr. Franz Jung zum Bischof von Würzburg ernannt

Bekanntgabe am 16. Februar, 12 Uhr, im Vatikan, in Speyer und Würzburg

Generalvikar Dr. Franz Jung, hier in einem Interview mit dem "pilger". Bild: Landry

„Heute ist ein besonderer Tag für unser Bistum. Um 12 Uhr wird zeitgleich in Rom, Würzburg und Speyer bekanntgegeben, dass Generalvikar Dr. Franz Jung neuer Bischof von Würzburg wird.“ Es war die Nachricht des Tages, die Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 16. Februar im Speyerer Dom vor den kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariates, der Dommusik und der Peregrinus GmbH verkündete. Gerade mal zwei Stunden zuvor hatten sie die Einladung des Speyerer Oberhirten zu der Versammlung erhalten. Wiesemann gratulierte dem scheidenden Generalvikar. „Wir freuen uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass Sie diese wichtige und herausfordernde Aufgabe angenommen haben. Wir wünschen Ihnen von ganzem Herzen Gottes reichen Segen.“ Den Glückwünschen schlossen sich die kirchlichen Beschäftigten mit lang anhaltendem Beifall an.  

Der 51-jährige Mannheimer Dr. Franz Jung folgt Bischof Friedhelm Hofmann nach. Der Rheinländer hatte 13 Jahre lang das Bistum geleitet. Der Bischofsstuhl war seit dem 18. September 2017 vakant. An diesem Tag nahm Papst Franziskus das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Hofmann (75) an. Das Bistum zählt rund 750.000 Katholiken.

Jung wuchs mit drei Geschwistern in einer Lehrerfamilie in Ludwigshafen auf. Als Priesteramtskandidat war er am Georgianum in München und am Collegium Germanicum in Rom. In beiden Städten studierte er Philosophie und Theologie. 1992 empfing er durch den damaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus in Rom die Priesterweihe. Ab 1998 wirkte der Geistliche als Kaplan und ab 2001 auch als Sekretär des Speyerer Bischofs Anton Schlembach. Im selben Jahr wurde er in München im Fach Neues Testament bei Joachim Gnilka promoviert.

Zwei Jahre später folgte Jungs Ernennung zum Leiter der Abteilung Gemeindeseelsorge des Bischöflichen Ordinariats, ab 2007 war er zudem zuständig für das Referat «Klösterliche Verbände». Dem Domkapitel zu Speyer gehört Jung seit 2008 an. Im Januar 2009 berief ihn Bischof Karl-Heinz Wiesemann zum Generalvikar.

Im Bistum Speyer organisierte Jung unter anderem die 2006 erfolgte Seligsprechung des Priesters und Ordensgründers Paul Josef Nardini (1821-1862). Außerdem begleitete er von 2009 bis 2016 den Prozess für ein neues Seelsorgekonzept in der Diözese. Die Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindergärten trägt laut Mitteilung ebenso seine Handschrift wie die Herausgabe eines bundesweit erhältlichen „Pilger-Magazins“. Im vergangenen Jahr verantwortete er auch die Organisation der Beerdigung von Altkanzler Helmut Kohl.

Nach dem Staatskirchenvertrag zwischen Bayern und dem Vatikan aus dem Jahr 1924 kann der Papst frei über Bischofsernennungen im Freistaat entscheiden. Die bayerische Staatsregierung kann ein Veto einlegen, jedoch nur bei politischen Vorbehalten gegen den Auserkorenen. (kna/Pilger)

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