Silbermöwe

Donnerstag, 08. Dezember 2016

Ein Pfälzer in Peru

Pfarrer Eichenlaub blickt auf Dreifachjubiläum

Pfarrer i.R. Alois Eichenlaub, Peru ist für ihn zu seiner Heimat geworden. Foto: Mathes

In den zurückliegenden Wochen und Monaten konnte der aus Herxheim bei Landau stammende Pfarrer i. R. Alois Eichenlaub auf ein dreifaches Jubiläum zurückblicken: Seit 1961 – seit 55 Jahren – lebt und arbeitet Eichenlaub in Peru, am 15. August konnte er seinen 85. Geburtstag feiern, und ebenfalls in diesen Monaten besteht Manthoc, die Bewegung arbeitender Kinder und Jugendlicher, seit 30 Jahren. Pfarrer Eichenlaub hatte die Organisation 1986 in Cajamarca gegründet. Viele Projekte sind seither daraus hervorgegangen. Seit einigen Jahren unterstützt der Förderverein Manthoc-Cajamarca aus der Pfalz den Verein Manthoc in Peru. Jetzt war Alois Eichenlaub auf Heimaturlaub.

Auch wenn sich Pfarrer Eichenlaub seit langem im Ruhestand befindet, seine Arbeit in Cajamarca in Peru lässt ihn nicht los. Im Jahr 1961 war er vom Bistum Speyer für die Seelsorgearbeit in Peru freigestellt worden. „Der Beginn meiner Tätigkeit in Peru war abenteuerlich“, erinnert sich Pfarrer Eichenlaub. Er habe als junger Priester „ganz an der Basis, bei den Campesino“ mit seiner Arbeit angefangen. Erfahrungen, die für ihn prägend wurden. Hier habe er die Bibel neu lesen gelernt.

In den „Aufbaujahren“ um das Zweite Vatikanische Konzil war Alois Eichenlaub engster Mitarbeiter von Bischof José Dammert, der in den sechziger Jahren Vorsitzender der Kommission fü̈r die Laien in der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM) war und maßgeblichen Anteil an der Vorbereitung und den Beschlü̈ssen der II. Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Medellín 1968 hatte; später war er viele Jahre Vorsitzender der Bischofskonferenz Lateinamerikas. Er stand für den kirchlichen Aufbruch in Lateinamerika. Das Bistum Cajamarca war Wegweiser für die einheimischen Kirchen, was in Lateinamerika unbestritten ist. Bischof Dammert, dessen Großvater aus Deutschland ausgewandert war, lehnte Insignien bischöflicher Macht und Wappen ab und fühlte sich dem Geist von Charles de Foucauld verpflichtet. Mit Papst Paul VI. war er freundschaftlich verbunden.

Gern erzählt Alois Eichenlaub von dieser Aufbruchszeit. Von Anfang an sei es ihm nicht zuerst darum gegangen, als europäischer Priester in Peru den Priestermangel zu lindern, sondern um eine Neuorientierung der Seelsorge, um eine „Pastoral der Zusammenarbeit“, welche die Armen, die Campesinos und Indios, nicht als Objekt, sondern Subjekt der Seelsorge sieht. „Mit den Armen für die Armen“, war unser Leitmotiv, so Alois Eichenlaub. Ziel sei gewesen, im Lichte des Evangeliums mit den Menschen vor Ort die Probleme zu erkennen, zu analysieren und auch bereit zu sein, neue Wege zu gehen. In diesem Kontext sieht er auch den Respekt vor der besonderen Beziehung der Menschen zur Natur, vor der „Mutter Erde“, die von den Betreibern der Goldminen um Cajamarca sytematisch zerstört wurde.

Pfarrer Eichenlaub hat in Peru, vor allem in Cajamarca, vieles auf den Weg gebracht, und bis heute lebt und fühlt er mit den Menschen in der Andenregion. Stolz ist er auf die vielen Brücken nach Deutschland, die er bauen konnte – über Partnerschaften und junge Freiwillige aus dem Bistum Speyer, die in jedem Jahr in den Einrichtungen in Cajamarca arbeiten. (rn)

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