Aus dem Bistum

Donnerstag, 22. Februar 2018

Ein Weg, der das Leben verändert

Zulassungsfeier für Taufbewerber in Speyer – Vorbereitung in Gruppen

Am Taufbecken in der Speyerer Domkrypta: Bischof Karl-Heinz Wiesemann gratuliert Sebastian Köhn zu seiner Zulassung zur Taufe. Foto: Landry

20 Erwachsene hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 18. Februar mit einer Feier in der Krypta des Speyerer Domes offiziell zur Taufe zugelassen. Für die 13 Frauen und sieben Männer zwischen 19 und 57 Jahren beginnt nun die intensive letzte Wegstrecke hin zur Aufnahme in die Kirche. Die Taufe wird ihnen in der Osternacht vom 31. März auf den 1. April in ihrer Pfarrei gespendet. „Als Bischof möchte ich Ihnen mitgeben: Wir freuen uns, dass Sie diesen Weg gehen und dass Sie den Glauben leben wollen. Als Kirche von Speyer gehen wir diesen Weg mit Ihnen. Wir wünschen Ihnen Mut und Kraft, Ihr Leben im Glauben zu leben“, so wandte sich Karl-Heinz Wiesemann an die Katechumenen, wie die Taufbewerber auch bezeichnet werden.

Einer von ihnen ist Sebastian Köhn aus dem südpfälzischen Minfeld. Vor knapp einem Jahr, an Ostern, fasste er den Beschluss, sich taufen zu lassen. „In meinem Elternhaus spielte der Glaube keine Rolle, deswegen wurde ich nicht getauft. Aber ich spürte, dass ich das für mich ändern will“, sagte er gegenüber dem „pilger“. Bei der Feier in der Domkrypta, beim dortigen mittelalterlichen Taufbecken stehend, berichteten Vertreter der Heimatpfarreien, der Katechumenatsgruppen und aus dem Kreis der Katechumenen selbst über den bisherigen Vorbereitungsweg. Bischof Wiesemann zeigte sich berührt von den Glaubenszeugnissen der anwesenden Taufbewerber. „Jeder trägt seine eigene Biografie mit sich. Es ist wundervoll, wie Gott immer wieder Menschen ruft“, so der Bischof. „Glaube beginnt damit, dass man sich angesprochen weiß.“

Vorbereitung bei Glaubensabenden
So war es auch für Sebastian Köhn. „Seit ich mich für diesen Weg entschieden habe, ist alles anders für mich. Ich erfahre, dass der Glaube mir gut tut, mich heil macht.“ Das Lesen in der Bibel und das Gebet helfen Köhn auf diesem Weg. Außerdem gehört er einer Gruppe im Dekanat Landau an, die sich regelmäßig im Landauer Gemeindezentrum St. Albert zu Glaubensgesprächen trifft. „Dieser Austausch mit anderen hilft mir dabei, über Gott und mein Leben nachzudenken“, sagt Köhn. Geleitet werden die Treffen von den beiden Gemeindereferentinnen Silke Kessler und Walburga Wintergerst und der ehrenamtlich engagierten Landauerin Anneliese Metzger.

„Neu-Start im Glauben“ heißt das Angebot. Es begleitet nicht nur Erwachsene, die getauft oder gefirmt werden wollen, sondern richtet sich auch an alle, die schon Christen sind, sich aber mit ihrem Glauben intensiver auseinandersetzen wollen oder nun erst in die katholische Kirche zurückkehren oder übertreten. „Es ist eine sehr bunte Gruppe, das bringt Herausforderungen, macht aber zugleich sehr viel Freude“, berichtet Walburga Wintergerst, die im Bistum Speyer für den Katechumenat zuständig ist. Nahezu in allen zehn Dekanaten des Bistums gebe es solche Gruppen, bisweilen auch auf Pfarreiebene. Die Angebote, so Wintergerst, sollen offen sein für alle. „Und ein Dazukommen ist jederzeit möglich.“

Inhaltlich geht es gleichermaßen um das Kennenlernen wesentlicher Teile des christlichen Glaubens als auch darum, diese mit eigenen Lebenserfahrungen zu verknüpfen. „Gott – wer ist das?“, unter diesem Thema steht etwa ein Abend Anfang Januar. Im Kreis äußern die anwesenden Männer und Frauen Vorstellungen von Gott – es wird deutlich, dass jeder Mensch ein Bild in sich trägt von Gott, teils befreiend, teils auch belastend. Wintergerst und Kessler stellen vor, was die Bibel von Gott erzählt, der unter anderem als Schöpfer, als „rettende Burg“, als „Töpfer“ oder als „barmherziger Vater“ geschildert wird. In Zweiergruppen werden die Bibelstellen diskutiert – was liegt einem persönlich, was ist eher fremd oder rätselhaft?

Die Gruppe nimmt an diesem Abend ebenfalls die Zehn Gebote unter die Lupe. Schnell wird in der Runde deutlich, was eine Teilnehmerin so ausdrückt: „Diese Sätze sind ja uralt, aber sie lassen sich eins zu eins in unsere Welt übertragen. Sie sind hochaktuell.“ Deutlich wird auch, dass die Gebote vor allem ein „Angebot“ Gottes an uns seien, wie es Silke Kessler formuliert: „Gott bietet uns ein Miteinander an, es ist eine Richtschnur für ein gutes Zusammenleben aller Menschen.“

Taufe heißt: Verantwortung haben
Die Überzeugung, dass aus dem Glauben eine Verantwortung für andere und für die Welt erwächst, wird auch in der Zulassungsfeier im Speyerer Dom aufgegriffen. „In der Gemeinschaft mit Gott, im Gebet und in der Beziehung zu den Mitmenschen gestalten wir die Welt: Gottes- und Nächstenliebe gehören eng zusammen“, so Bischof Wiesemann. Das sei auch die Botschaft der Taufe, auf die die 20 Erwachsenen warten: „Gott sagt zu jedem einzelnen: ,Ich lasse Dich nicht fallen, ich bin bei Dir. Du bist kostbar.’“ Die bevorstehende Taufe drücke aus: „Gott liebt Sie und erwählt Sie zu einer Aufgabe, die nur Sie erfüllen können." (hm)

Ansprechpartner für Erwachsenentaufe und Katechumenatsgruppen im Bistum Speyer sind:
Walburga Wintergerst und Felix Goldinger
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Telefon 06232/102314
E-Mail:
katechese@bistum-speyer.de

 

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