Wochenkommentar

Dienstag, 09. Juni 2020

Ein Weiter so kann es nicht geben

Wenn alles gut geht, dann könnte die Corona-Pandemie – zumindest in Europa – langsam ausklingen.

Wenn! Wenn alles gut geht…Zuverlässig kann es niemand sagen, kein Virologe, kein Politiker, auch kein notorischer Besserwisser. Wir können nur hoffen und das Leben bremsen – mehr nicht. Bis die Medizin einen Impfstoff und ein Medikament gefunden hat.
Aber die von sehr unterschiedlichem, auch von verantwortungslosem Verhalten begleitete Hoffnung wird heftig gestört. Die von der Sonne ausgelöste Dürre spricht eine nicht zu überhörende, auch nicht zu übersehende Sprache. Wo etwa ein Landwirt mit dem Trecker über ein Feld fährt, zieht er eine dicke Staubwolke hinter sich her. Da ist nichts zu erklären, und da ist nichts schönzureden. Die Erde und die gern zitierten „Früchte des Feldes“ lechzen nach Regen (ein Schauer genügt nicht). Sie vertrocknen in der Dürre, die uns bereits im Frühling überfallen hat. Und das geschieht nun schon im dritten Jahr hintereinander. Vögel und andere freilebende Tiere können ihren Durst nicht stillen. Wälder leiden unter der Dürre; Baumrinde und Laub werden zerstört. Die Natur leidet, und wir Menschen leiden mit ihr.
Angesichts dieser traurigen Wirklichkeit kann wohl niemand mehr (US-Präsident Trump vielleicht ausgenommen) den Klimawandel bestreiten. Und wir Menschen müssen bekennen, dass wir durch Raubbau in der Natur und durch andere Sünden im Privat- und im Wirtschaftsleben kräftig, wenn nicht allein dazu beigetragen haben. Inzwischen wissen wir durch Corona, wie eine Katastrophe unser Leben plötzlich erschüttern und gefährden kann. Wenn wir nun die nächste Katastrophe, eine Klima-Katastrophe, vermeiden wollen, dann gilt keine Ausrede mehr. Das heißt auch: Nach Corona gibt es kein einfach Weiter so.

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