Wochenkommentar

Mittwoch, 26. August 2020

Eine revolutionäre Anzeige

Es ist eine Stellenanzeige, die staunen macht: Die Ausschreibung des „Sekretärs (m/w/d) der Bischofskonferenz“ als solche stellt schon eine kleine Revolution dar.

Was manchen im konservativen kirchlichen Lager schon als zu große Anpassung an den Zeitgeist erschienen mag, beweist in Wirklichkeit, dass die Bischöfe die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich dessen bewusst sind, dass der Posten von Pater Hans Langendörfer nicht mehr gleichsam im stillen Kämmerlein an einen verdienten Priester vergeben werden kann. Dass die ansonsten wahrhaftig nicht immer geschlossene Bischofskonferenz (DBK) sich auf das neue Verfahren einigen konnte, ja dass manche Oberhirten bereits zu erkennen gegeben haben, dass sie sich eine DBK-Sekretärin, also eine Frau in diesem wichtigen Amt, vorstellen könnten, ist bemerkenswert.   
Zweifelsohne ist die Frauenfrage für die Kirche von entscheidender Bedeutung, anders ausgedrückt: Wie gelingt es, der Berufung und dem großen Engagement von Frauen so gerecht zu werden, dass sich das auch in (Führungs-)Ämtern niederschlägt? In mehreren Bistumsverwaltungen und sogar im Vatikan bekleiden Frauen bereits Spitzenpositionen, aber wenn eine Frau die Langendörfer-Nachfolge antreten würde, wäre das von besonderer Symbolkraft. Wer allerdings die Stellenanzeige studiert hat, kommt zu dem Schluss: Hier wird die eierlegende Wollmichsau gesucht, eine Persönlichkeit, die die unterschiedlichsten Qualitäten und Talente miteinander verbinden soll. Abschrecken sollte und darf das aber niemanden. Wichtig ist, dass alle, die sich zu dem hohen Amt berufen und befähigt fühlen, keine falsche Scheu an den Tag legen. Hochqualifizierte Frauen, Männer und möglicherweise auch Transsexuelle im kirchlichen Bereich sollte es genug geben.

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