Aus dem Bistum

Donnerstag, 07. Juli 2016

Einführung der Ortskirchensteuer empfohlen

Letzte von insgesamt sechs bistumsweiten Infoveranstaltungen für Verwaltungsräte in Otterberg

Domkapitular Peter Schappert (links) war für die Verwaltungsräte ein gefragter Ansprechpartner. Foto: Cahn

Über wichtige Themen zur Vermögensverwaltung der neuen pfarrlichen Strukturen hat eine Delegation unter Domkapitular Peter Schappert aus Speyer aufgeklärt. Seit Anfang Juni wurden Mitglieder der Verwaltungsräte in den Gebieten der sechs Regionalverwaltungen des Bistums informiert. Nach Pirmasens, Bellheim, Ludwigshafen, Niederkirchen und Homburg bildete am 2. Juli Otterberg die letzte Station. Von Altenbamberg über Kusel bis Waldleiningen waren rund 50 Verwaltungsräte und Pfarrer aus den Dekanaten Donnersberg, Kaiserslautern und Kusel ins Pfarrheim an der historischen Abteikirche gekommen.

„Es ist wichtig, dass hier ein ziemlich guter Austausch entsteht“, sagte Schappert, der im Bischöflichen Ordinariat die Hauptabteilung Finanzen und Immobilien leitet. Bereits im Mai hatte nach seinen Worten ein Vorbereitungstreffen in Kaiserslautern stattgefunden, bei dem zahlreiche Fragen auftauchten. In sechs Arbeitsgruppen hatten die Räte nun Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Jeder Vertreter konnte zwei unterschiedliche Gruppen besuchen und sich mit Kollegen austauschen.

Eine der bestbesuchten Arbeitsgruppen in Otterberg war die von Peter Schappert. Die Themen Stammvermögen, Ortskirchensteuer und Verteilung der Schlüsselzuweisungen brannten offenbar vielen Verwaltungsräten unter den Nägeln. Schappert erörterte zunächst die Ausgangslage: „Wir verlieren jedes Jahr ein Prozent Gemeindemitglieder.“ Mit rund 5000 bis 6000 Katholiken entspreche dies im Durchschnitt einer ganzen Pfarrei. Die Abgänge sind laut Schappert in erster Linie demografisch bedingt.

30 Prozent der 110 Millionen Euro an Kirchensteuer gehen nach Auskunft von Schappert an die Gemeinden. Wegen der derzeit hohen Kirchensteuereinnahmen empfahl der Finanzfachmann: „Jetzt ist eine hervorragende Zeit, Rücklagen zu schaffen!“ Schappert räumte ein, dass es bei der Verteilung des Geldes innerhalb der Pfarrei zu Ungerechtigkeiten kommen könne. Die eine Kirchenstiftung bekomme mehr, die andere weniger. „Das ist so gewollt“, stellte der Domkapitular klar. Wie in einer Familie benötige der eine mal mehr, der andere komme dagegen auch mal mit weniger aus, illustrierte er. Auf diese Weise wachse man zusammen. „Da haben wir eine große Verantwortung“, lautete übereinstimmend die Reaktion der Teilnehmer.

Als weiteres finanzielles Standbein empfahl Schappert die Einführung der Ortskirchensteuer, die bereits von drei Viertel der Pfarreien erhoben werde. Der Lauterecker Pfarrer Thomas Becker äußerte die Sorge, dass es möglicherweise darüber zu Austritten kommen könnte. „Wenn die Steuer richtig kommuniziert wird, werden Sie kein Problem haben“, prophezeite Schappert.

Eine weitere Arbeitsgruppe tauschte sich über Baumaßnahmen, Zuschüsse und die Verringerung von Pfarrheimflächen aus. „Ein emotionales Thema“, weiß Bauamtsleiter Stephan Tschepella. Er erinnerte an das Pas­torale Konzept, in welches der Gebäudebestand mit einfließen solle. Damit ließe sich abschätzen, welches Gebäude notwendig und welches womöglich eher ein „Klotz am Bein“ sei. Das Bistum empfiehlt laut Schappert die Reduzierung der Hälfte der Pfarrheimflächen sowie die Trennung von Häusern, in denen keine Pfarrdienstwohnung mehr ist. Konkret betreffe dies rund ein Drittel der Immobilien. „Der Pfarreirat scheut diese Fragen wie der Teufel das Weihwasser“, lautet die Erfahrung von Pfarrer Friedrich Schmit von der Pfarrei Heilig Geist in Kaiserslautern. Tschepella riet dennoch, sich frühzeitig Gedanken zu machen, damit nicht in Gebäude investiert werde, die später nicht mehr gebraucht werden.

Franz Zimmermann aus Feilbingert fragte nach der Unterstützung der Bauverwaltung bei der Wertermittlung von Gebäuden. „Wir sind ja keine Experten“, sagte er. „Wir können jetzt nicht alle Gebäude im Bistum anschauen“, meinte Tschepella. In der Diözese stünden jedoch Gebietsarchitekten bereit, auch könne die Pfarrei Externe beauftragen.

In weiteren Arbeitsgruppen ging es unter anderem um Finanzen, Kirchenrechnung und Regionalverwaltung sowie die Schnittstellen von Gemeinden, Regionalverwaltung und Bischöflichem Ordinariat. Gegenüber dem „pilger“ zog Schappert eine positive Resonanz der sechs Dekanatstreffen. Zwischen 50 und 70 Personen seien jeweils gekommen. Vieles habe sich seit der Umstellung auf die größeren Strukturen noch nicht eingespielt, räumte er ein. „Aber wir sind stetig am Verbessern.“ Dies betreffe auch das Thema Spendenquittungen.  Wegen verspätet ausgestellter Belege hatte sich jüngst Generalvikar Dr. Franz Jung in Gemeindebriefen entschuldigt. (red)

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